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Sachsen setzt auf Spezialpraxen für Flüchtlinge

Asylkrise Sachsen setzt auf Spezialpraxen für Flüchtlinge

Sachsen Gesundheitsministern Barbara Klepsch (CDU) will die medizinische Versorgung von Flüchtlingen verbessern. Nach Dresden öffnete nun auch in Leipzig eine auf die Bedürfnisse von Asylbewerbern ausgerichtete Ambulanz. Eine weitere soll im November in Chemnitz folgen. „Dadurch entlasten wir die anderen Praxen in der Stadt“, sagte Klepsch am Donnerstag in Leipzig.

Ein Arzt untersucht eine junge Iranerin, die völlig unterernährt in Leipzig ankam.

Quelle: Wolfgang Zeyen

Leipzig. Nach dem Start der ersten Leipziger Flüchtlingspraxis hat die sächsische Gesundheitsministerin Barbara Klepsch (CDU) weitere Verbesserungen in der medizinischen Versorgung von Asylbewerbern angekündigt. Bereits im November werde eine ähnliche Ambulanz in Chemnitz eröffnet, sagte die CDU-Politikerin am Donnerstag beim Besuch der Einrichtung auf dem Gelände des Leipziger St.-Georg-Klinikums. In den nächsten Tagen laufe zudem die medizinische Erstuntersuchung der Neuankommenden in Leipzig an, kündigte die Ministerin an.

Im St. Georg war am Montag der Praxisbetrieb in der neuen Flüchtlingsambulanz gestartet. Sie befindet sich im Erdgeschoss des Hauses 23 und wird von der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) betrieben. Nach den Worten der Leipziger KV-Bezirksgeschäftsstellenleiterin Sylvia Krug sind dort zunächst ein Arzt und zwei Schwestern angestellt, die von weiteren Medizinern „im erweiterten Ehrenamt“ unterstützt werden und über entsprechende sprachliche Fähigkeiten verfügten. Neben Allgemeinmedizinern sind auch Chirurgen und Gynäkologen unter ihnen. „Wir bieten hier ausschließlich eine Schmerztherapie und Akutbehandlung an“, erläuterte Krug. Den Rahmen dafür gibt das Asylbewerberleistungsgesetz vor.

Ziel ist es, die ambulante ärztliche Versorgung der Flüchtlinge über die Spezialpraxen abzuwickeln. „Dadurch entlasten wir die anderen Praxen in der Stadt“, sagte Gesundheitsministerin Klepsch. Denn bislang mussten die Betroffenen mit einem Behandlungsschein, den sie im Gesundheitsamt der Stadt oder direkt in ihrer Erstaufnahmeeinrichtung erhalten, einen niedergelassenen Hausarzt aufsuchen. Deren Praxen sind häufig ohnehin schon überfüllt, dazu kommen Verständigungsschwierigkeiten.

Der Freistaat schafft in Leipzig Kapazitäten für die Erstaufnahme von mehr als 8000 Flüchtlingen. Dazu kommen noch 5500 Asylbewerber, die auf die in diesem Jahr auf die Kommune verteilt werden.

Die erste Flüchtlingsambulanz war im Sommer in Dresden eröffnet worden. Bis zum Jahresende sollen Erfahrungen beim Betrieb der drei sächsischen Einrichtungen gesammelt werden. Klepsch geht davon aus, dass vor dem Hintergrund des anhaltenden Flüchtlingsstroms die Praxen auch im nächsten Jahr weiter betrieben und gegebenenfalls sogar auf den ländlichen Raum ausgeweitet werden müssen.

In den nächsten Tagen wird außerdem die medizinische Erstuntersuchung in Leipzig anlaufen. Dafür wird derzeit die ehemalige Blutbank im St.-Georg-Klinikum hergerichtet. Bislang werden die Flüchtlinge in Bussen zu den medizinischen Zentren in Dresden und Chemnitz gefahren, wo diese Standarduntersuchungen vorgenommen werden müssen.

Bis Ende September hat Sachsen im laufenden Jahr 30 000 Asylbewerber neu aufgenommen, im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es 7300. „In den letzten Wochen hat sich die Dynamik des Zugangs noch einmal deutlich erhöht“, heißt es aus der Landedirektion Sachsen. Allein im September seien mehr als 10 000 neue Asylbewerber nach Sachsen gekommen. Die Erstaufnahmeeinrichtungen sind derzeit mit rund 13 200 Asylbewerbern belegt.

 

Von Klaus Staeubert

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