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Lokales Sachsens Stasi-Archiv bald in Leipzig: Die Zeichen verdichten sich
Leipzig Lokales Sachsens Stasi-Archiv bald in Leipzig: Die Zeichen verdichten sich
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23:47 17.02.2017
Die Signale machen berechtigte Hoffnung: In Leipzig könnte bald ein moderner Archiv-Neubau für die sächsischen Stasi-Unterlagen errichtet werden. (Symbolbild) Quelle: dpa
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Leipzig

„Für mich steht außer Frage, dass der Standort für ein neues Akten-Archiv die Stadt der Friedlichen Revolution sein sollte“, sagte Justizminister Sebastian Gemkow (CDU) am Freitag der LVZ. Auch für spätere Generationen sei ein freier Zugang zu den Geheimpapieren des Überwachungsstaates DDR wichtig, um daraus Lehren für die Zukunft zu ziehen.

Transparenz nach außen

Der aus Leipzig stammende Minister hatte 1989 selbst mit seinen Eltern an den Montagsdemos teilgenommen. „Die Stasi-Zentrale an der Runden Ecke war für alle Demonstranten der Ort, wo sie den Vertretern der Staatsmacht direkt gegenüberstanden, wo viele besondere Angst empfanden.“ Statt hoher Mauern könnte im Matthäikirchhof – nach Abriss der zu DDR-Zeiten erbauten Blöcke – ein dringend benötigtes Archiv entstehen, das die unfassbare Menge an Stasi-Berichten nach außen transparent werden lässt.

Roland Jahn, der Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, äußerte sich ähnlich. Er begrüße die Leipziger Idee, das ehemalige Stasi-Areal im Matthäikirchhof zu einem „Campus der Demokratie“ zu machen. „Dies kann ein geeigneter Ort sein, um zu zeigen, dass sich die Freiheit durchgesetzt hat. Dazu gehören die Stasi-Unterlagen als ein Symbol der Friedlichen Revolution.“ Seine Behörde prüfe derzeit, „wie wir uns als Stasi-Unterlagen-Archiv auf dem Gelände einbringen können“, sagte Jahn.

Widerstand gegen Standort-Zusammenlegung

Hintergrund sind die Vorschläge einer Expertenkommission des Bundestages. Sie empfahl 2016 eine Zusammenlegung von Außenstellen der Stasi-Unterlagen-Behörde unter dem Dach des Bundesarchivs. Folge: In jedem der fünf Ost-Länder gäbe es dann nur noch einen Standort. Gegen die Idee, alle Akten in Berlin zusammenzufassen, gibt es großen Widerstand im Bundesrat: Dies würde den Zugang für die Bürger erschweren.

Für Sachsen habe oberste Priorität, dass die Bürger weiter an den Standorten der drei Außenstellen in Dresden, Chemnitz und Leipzig Akteneinsichten beantragen und vornehmen können, betonte Justizminister Gemkow. Wenn in Leipzig ein zukunftsfähiges Archiv gebaut werde, lasse sich dieses Thema auch mit den Plänen für ein Freiheits- und Einheitsdenkmal verbinden. Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) hatte in dieser Woche als Standort dafür den Matthäikirchhof vorgeschlagen.

Eine TED-Umfrage der LVZ zeigt aber: Die Leipziger sehen den Neuanlauf fürs Freiheitsdenkmal kritisch. Ähnlich das Bild bei der Online-Umfrage auf LVZ.de: Unter 1600 Usern stimmten 64 Prozent mit Nein, nur 25 Prozent sind dafür, 11 Prozent ist es egal.

Von JENS ROMETSCH

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