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Sachsens berühmtester Löwe wird 10 Jahre alt: Das ist unser Malik!

Sachsens berühmtester Löwe wird 10 Jahre alt: Das ist unser Malik!

Sachsens berühmtester Löwe hat Geburtstag: Malik wird zehn Jahre alt. Gefeiert wird im Tierpark Chemnitz, wo der Angolalöwe seit 2005 mit Partnerin Kimba sein Zuhause hat.

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Löwe Malik im Leipziger Zoo (Archivfoto vom 22. September 2004)

Quelle: André Kempner

Leipzig. Nur ein knappes Jahr war er "unser" Leipziger Löwe, dann wurde er abgegeben. Der "König" (das bedeutet Malik auf Deutsch) hat ein ergreifendes Schicksal hinter sich, das die Herzen rührte - Drama, Baby!

Ein Rückblick: Helle Begeisterung herrscht am 2. Juli 2004 im Leipziger Zoo. Nach 24 Jahren hat das Warten ein Ende, endlich wieder Nachwuchs in der legendären Leipziger Löwenfabrik! Schon nach zwei Wochen schlägt die Begeisterung in Bestürzung um: Mutter Luena verstößt ihren Kleinen, versorgt ihn nicht mehr. Der Zoo zögert nicht lange und entscheidet sich, das so sehnlich erwartete Katzenkind mit der Flasche aufzuziehen. Fünfmal täglich bekommt der Kleine Milchpulver und Leberpüree. Von seinen Eltern muss er schon in diesem jungen Alter getrennt werden. Er sieht sie nur noch durchs Gitter, lebt ansonsten allein. Pfleger Jörg Gräser bringt ihm einen Plüsch-Löwen mit, damit er sich wenigstens an den kuscheln kann. Die Gefahr ist zu groß, dass Vater Matadi seinen eigenen Sohn tötet, wenn es zur direkten Begegnung kommt. Niemand hat im Zoo den Schock von 2001 vergessen: Löwe Arthur biss seine Partnerin Chiara beim ersten direkten Kontakt tot.

Spätestens als Luena wieder trächtig ist und keinerlei Interesse mehr für ihren Nachwuchs hat, beginnt die fieberhafte Suche nach einem neuen Zuhause für Malik. Im Februar 2005 bringt die Löwenmutter ihren zweiten Sohn zur Welt, den sie ebenfalls nach wenigen Tagen verstößt und durch Bisse verletzt. Diesmal entscheidet sich der Zoo anders: keine Handaufzucht mehr. Der kleine Kater wird mit drei Wochen eingeschläfert. Der Nachteil einer Handaufzucht ist bei Malik zu sehen: Eine Untersuchung in Narkose ergibt, dass er eine Linsentrübung auf beiden Augen hat. Vermutlich verursacht durch die zugefütterte Milch. Damit ist auch klar, dass Malik sich nicht als Zuchtlöwe eignet - er wird sterilisiert.

Ein Weidenkorb als Kinderwagen

Inzwischen hat der Leipziger Zoo für den kleinen verlassenen Kater ein Experiment gestartet: Damit er das Sozialverhalten einer Raubkatze lernen kann, wird er täglich zum Spielen zu den Tiger-Zwillingen Taimur und Tomak gefahren. Die Drei würden sich in freier Natur niemals begegnen; Löwen sind in Afrika und Tiger in Asien beheimatet. Das drollige Trio tollt miteinander herum, kampelt, hascht, jagt Bälle, döst gemeinsam unter Bäumen. Anfangs dient ein Weidenkorb als Kinderwagen, später bauen die Azubis von Mercedes einen schicken Wagen. Die ganze Stadt liebt ihren kleinen einsamen Löwen.

Einerseits mit Freude, andererseits mit Bedauern lassen die Zoofans Malik im Mai 2005 nach Chemnitz ziehen. Die Zeit der Einsamkeit ist zu Ende, er bekommt mit der jungen Kimba eine Partnerin. Für beide wird für 250 000 Euro eine neue Anlage gebaut. Doch im Herbst 2009 macht Malik erneut Schlagzeilen: Er ist schwer nierenkrank, frisst nicht mehr, liegt in der Ecke, magert zusehends ab, hat eine große offene Wunde. Er bekommt Blasen- und Nierentee, Infusionen, Medikamente, eine Spezialdiät. Sein Leipziger "Kinderarzt" Klaus Eulenberger wird zur Behandlung hinzugezogen. Trotzdem geht es dem bekanntesten sächsischen Löwen im Juli 2010 so schlecht, dass der Tierpark Chemnitz daran denkt, ihn einzuschläfern. Wie durch ein Wunder kommt Malik über den Berg, erholt sich. Er bekommt Heizmatten in den Stall und einen "Thron", eine Sitzerhöhung auf der Freianlage, die er bis heute nutzt.

Seitdem ist er nie mehr krank gewesen. "Super gut geht es ihm", sagt Tierärztin Peggy Riedel (36), die ihn einmal jährlich in Narkose untersucht. Mit Kimba bildet er ein harmonisches Paar, das sich tatsächlich häufig paart - auch wenn dabei niemals Nachwuchs entsteht.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 13.06.2014

Kerstin Decker

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