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Lokales Sächsische Kliniken werben um Medizintouristen
Leipzig Lokales Sächsische Kliniken werben um Medizintouristen
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13:56 21.02.2018
Patienten, die gezielt nach Deutschland zur Behandlung kommen, sind mittlerweile eine relevante Größe. Quelle: dpa
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Leipzig

Wenn es ums Thema Gesundheit geht, zieht es reiche Russen und wohlhabende Scheichs auch nach Sachsen und Thüringen. Beide Bundesländer konnten beim Medizintourismus im Jahr 2016 gegen den Trend fünf Prozentpunkte zulegen, nur Brandenburg (+17 Prozent) und Bremen (+11 Prozent) lagen noch darüber. Das geht aus Erhebungen der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg hervor.

Dabei ist die Lage im Freistaat Sachsen durchaus differenziert. Während Kliniken in Leipzig und Dresden vergleichsweise gut im Geschäft sind, hat sich das Chemnitzer Klinikum fast völlig daraus zurückgezogen. Deutschlandweit dagegen gab es sogar einen Rückgang der Patientenzahlen gegenüber dem Vorjahr um 1,1 Prozent. So kamen beispielsweise aus Russland (minus 13 Prozent) und Kasachstan (minus 32 Prozent) deutlich weniger Patienten. Insgesamt ließen sich über 253 000 Patienten aus 181 Ländern stationär oder ambulant in Deutschland behandeln. Das bedeutete Einnahmen von über 1,2 Milliarden Euro für das deutsche Gesundheitssystem.

Beim Rückgang der Zahlen könnte mittlerweile die Talsohle erreicht sein. „Rückmeldungen aus einzelnen Krankenhäusern deuten auf eine Stabilisierung der Nachfrage hin“, interpretiert Jens Juszczak, Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Hochschule, die neuen Werte. Bei Nachfragen aus der Ukraine sei es bereits zu einer Trendumkehr gekommen, konstatiert er. Hier stiegen die Patientenzahlen um fast 8 Prozent.

Schuld an der vorübergehenden Flaute im Geschäft mit den medizinischen Behandlungsreisen hatten auch die Golfstaaten. In einigen Ländern brach die Nachfrage sogar massiv ein: so in den Vereinigten Arabischen Emiraten (-8 Prozent), in Saudi-Arabien (-20), in Katar (-13) und im Oman (-36). Dafür waren vor allem ökonomische und politische Faktoren vor Ort verantwortlich. Haushaltsdefizite, die Einführung der Mehrwertsteuer in Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten sowie Budgetkürzungen in vielen Bereichen gehörten dazu.

Die deutschen Bundesländer mit den meisten Auslandspatienten sind nach wie vor Bayern, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg. Dorthin reisten mehr als 60 Prozent. Die Länder mit den wenigsten Medizintouristen waren dagegen Bremen, Thüringen und Sachsen-Anhalt.

2016 reisten vor allem in den Norden Deutschland deutlich weniger Patienten aus dem Ausland, während der Osten der Republik zulegen konnte. Mitteldeutschland mit Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen hat dennoch mit zusammen rund 4100 stationären Auslandspatienten immer noch weniger Patienten als das Saarland mit etwa 4400. Von allen Medizintouristen, die 2016 nach Deutschland gekommen sind, betrug der Anteil Mitteldeutschlands nur vier Prozent.

Dennoch bemüht sich der Osten weiter aufzuholen. In den vergangenen zwölf Jahren haben sich Berlin (+366 Prozent) und Sachsen (+235) am besten entwickelt. Die Hauptstadt steckt deshalb laut „Tagesspiegel“ mittlerweile ein Drittel ihres Budgets für Tourismusmarketing allein in die Werbung für den Medizinstandort.

Von Roland Herold

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