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Lokales Säcke voller Geldscheine und ein „echtes Kind“ der Löffelfamilie
Leipzig Lokales Säcke voller Geldscheine und ein „echtes Kind“ der Löffelfamilie
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23:10 11.09.2017
Auch der Streetfood-Markt an der Straße des 18. Oktober war nicht vor den laut knatternden und beinahe fliegenden Kisten der Titanick-Künstler sicher. Mehrfach rollten sie mit großem Hallo zwischen den Biertischgarnituren hindurch.  Quelle: Fotos (2): Dirk Knofe
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Leipzig

Wer am Samstag die Leipziger Niederlassung der Deutschen Bundesbank besuchte, konnte durch Säcke voller Geldscheine spazieren. Allerdings waren die Millionen geschreddert und in Plastik-Ummantelungen zu handlichen Briketts verpresst.

Was eine Bundbank so alles tut, erklärte Kristin Gruner-Ziegler von der Öffentlichkeitsarbeit des Hauses Dutzenden Neugierigen bei jeder Führung. Zum Beispiel seien alle Kreditinstitute verpflichtet, die Banknoten ihrer Kunden bei dieser Institution abzuliefern. „Wir filtern alle beschädigten oder gefälschten Scheine heraus, die Kreditinstitute erhalten von uns nur hundertprozentig geprüftes, sauberes Geld zurück“, sagte sie. Folglich dürfte es am Geldautomaten niemals Blüten geben. Mehr noch als über den Abfall dieser Prozedur staunten die Gäste über die Architektur des Atriums in dem 1996 fertiggestellten Gebäude – mit Mahagoni-Täfelungen, weißem und grünem Marmor. „Ich kann Sie beruhigen“, meinte Gruner-Ziegler dazu augenzwinkernd. „In den Büros sieht es nicht so edel aus.“

Am Sonnabend war Messtival auf der Alten Messe: Mehrere Bands spielten, es gab Streetfood und das Theater Tintanick beeindruckte wie gewohnt mit schrägen Gefährten, oppulenten Kostümen und einer deftigen Prise Humor.

Tausende Leipziger tummelten sich beim ersten „Messtival“ auf der Alte Messe. Auf gleich zwei Bühnen spielten sieben Bands so super, dass kaum Ärger über die happigen Preise (Bratwurst 3,90 Euro, Mini-Portion Fish&Ships 8 Euro) auf dem Street-Food-Markt dazwischen aufkam. Vom Segway-Parcours bis zur Kinderauto-Rennstrecke – sonst war aber alles kostenfrei. Die Bands bestanden oft aus Schülern und Lehrern vom Kulturwerk M 14 in der Messehalle 14. „Wir sind eine ungewöhnlich Musikschule“, erklärte deren Chef Martin Mai, als er mit der Klampfe in der Hand vom Auftritt kam. Die Schüler würden nicht erst lange Noten oder Technik üben, sondern gleich in Bandprojekten anfangen.

Während das Straßentheater Titanick mit lautstarken und funkensprühenden Fluggeräten anrollte, erklärte Reinhard Wölpert von der Messe-Entwicklungsgesellschaft LEVG, dass für Titanick leider noch keine neue Proben- und Lagerhalle gefunden worden sei. Die alte soll für einen Baumarkt weichen, der jedoch die wichtigere Halle 17 weitgehend saniert und integriert. Vor Halle 15, die Fahrradhändler Stadler gekauft hat, läuft der Abriss kleinerer Pavillons. „Bei Stadler geht es jetzt richtig los“, frohlockte Wölpert. Für ein neues Bürohaus neben Porta gebe es seit Kurzem den Bauantrag.

Mit Live-Bands in den Tag des offenen Denkmals hineingefeiert wurde auch an Leipzigs beliebtester Leuchtreklame. Vor der Löffelfamilie in der Karl-Liebknecht-Straße gab Susann Hesselbarth zum ersten Mal ein Interview. Als die Leipziger Grafikerin zehn Jahre alt war, nahmen sie ihr Vater Theo Hesselbarth und dessen Partner Jürgen Mau als Modell für jenes leuchtende Mädchen, das mit blonden Haaren den Löffel schwingt. „Und weil die Löffelfamilie Tochter und Sohn haben sollte, musste meine Schwester den Jungen mit den roten Haaren mimen.“

Von Jens Rometsch

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