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Lokales Sängerwettstreit vor „Compact“-Stand auf der Leipziger Buchmesse
Leipzig Lokales Sängerwettstreit vor „Compact“-Stand auf der Leipziger Buchmesse
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21:09 24.03.2019
Singender Protest vor dem „Compact“-Stand auf der Leipziger Buchmesse. Aus Protest gegen rechte Verlage und Neonazis auf der Buchmesse singen am Samstagnachmittag mehrere Personen Arbeiter- und Partisanenlieder vor dem Stand des rechten „Compact“-Verlages. Anwesende Rechte halten Schilder und die Zeitschrift des Verlags hoch. Quelle: Tim Wagner/imago
Leipzig

In Halle 3 der Leipziger Buchmesse kam es am Samstag nach Informationen der Süddeutschen Zeitung zu einer bemerkenswerten Diskussion zwischen Schülern aus Sachsen-Anhalt und dem Chefredakteur des rechtsnationalen Magazins „Compact“, Jürgen Elsässer, sowie zu einem Sängerwettstreit der besonderen Art.

Drei 17- bis 18-jährige Schüler aus Halberstadt haben danach den „Compact“-Chefredakteur zunächst nach den faschistischen Zügen von Lord Voldemorts Todessern aus „Harry Potter“ gefragt. Dann ging es um die Themen Flüchtlinge, Rasse, Deutschland. Das Erstaunliche sei nach Einschätzung der Süddeutschen „nicht Elsässers rechte Folklore – die Globalisierung ist schlecht, Deutschland droht die Umvolkung –, sondern die ungerührte Beharrlichkeit der Jugendlichen“ gewesen, mit der sie „Elsässer in Erklärungsnot brachten“. Es stimme nicht, dass die Syrer nicht in ihre Heimat wollten, nur sei diese zurzeit kaum bewohnbar, sollen die Schüler argumentiert haben.

Volle Messehallen, umlagerte Autoren: Die Leipziger Buchmesse 2019 erlebte einen Besucheransturm.

Kurz darauf kam es zu einem Sängerwettstreit der besonderen Art. Der „Singeklub Leipzig“ intonierte vor dem „Compact“-Stand „No going back“, ein Lied britischer Bergarbeiterfrauen während eines Streiks Mitte der achtziger Jahre. Hinter den Sängern hielten bald Männer Schilder hoch wie „Heimatliebe ist kein Verbrechen“. Dann sangen auch die „Compact“-Anhänger und zwar das Lied „Die Gedanken sind frei“. Nach Informationen der Leipziger Internetzeitung sollen es Angehörige der Identitären Bewegung gewesen sein. Der „Singeklub Leipzig“ gab unter anderem noch „Avanti popolo“ zum Besten. Die Auseinandersetzung darüber, wer den Ton angibt, blieb friedlich.

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Von LVZ

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