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Lokales Sahara-Staub schwebt über Leipzig
Leipzig Lokales Sahara-Staub schwebt über Leipzig
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22:25 05.04.2016
In der Luft über Leipzig wurden in den vergangenen Tagen Saharastaub-Partikel nachgewiesen. Quelle: Leipzig report
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Leipzig

Auf Grund der Großwetterlage ist Staub aus der Sahara bis nach Leipzig gedriftet. Mit ihrem Lichtradar (Lidar) konnten Wissenschaftler des hiesigen Leibniz-Institutes für Troposphärenforschung (Tropos) seit dem 2. April teils starke Konzentrationen von Partikeln aus der nordafrikanischen Wüste über der Stadt nachweisen. Der Staubteppich lagere in einer Höhe ab 1,5 Kilometern und sorge für einen milchig-blauen Himmel, erklärte am Dienstag Patric Seifert vom Tropos, das im Wissenschaftspark an der Permoserstraße seinen Sitz hat. Dort ist auch die Lidar-Anlage namens Martha in einer Kuppel auf dem Hauptgebäude des Institutes installiert. Für Mittwoch rechnet der Experte mit einem Ende des Phänomens, weil ein Wetterwechsel ansteht, dann kühlere, sauberere Luft einströmt und Regen die Partikel auswäscht.

Bis nach Leipzig dringt Sahara-Staub pro Jahr zehn bis 20 Mal vor. Aktuell hatte ein Tiefdruckgebiet aus dem östlichen Atlantik die Luft mit den Wüstensand bis nach Mitteleuropa geschaufelt. Während der Sonnenauf- und untergänge wirkt sich die Luftfracht aus der Sahara auch auf das Erscheinungsbild des Zentralgestirns aus. „Die Sonne wirkt dann auf den Beobachter farblich verändert, erscheint gelblicher als sonst“, meinte Seifert. Rund ein Viertel des einfallenden Sonnenlichtes sei in den letzten Tagen über Leipzig durch den Sahara-Staub gedämmt worden. Denn er wirke sich auf die sogenannte optische Dicke aus.

Dank ausgefeilter Mess- und Analysetechnik können die Tropos-Fachleute exakt bestimmen, mit welche Teilchen die Luft belastet ist, ob die Partikel zum Beispiel von Vegetationsfeuern, Vulkanausbrüchen, industriellen Verursachern oder eben von Wüsten stammen. Letztere haben, so Seifert, eine kantige Konfiguration, die sich charakteristisch auf die Polarisation des Lichtes auswirkt. Mobile Lidar-Geräte des Tropos haben die Sahara-Staubfahne auch andernorts registriert – unter anderem in Finnland.

Mario Beck

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