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Sanierung des Hôtel de Pologne in der Hainstraße hat begonnen

Sanierung des Hôtel de Pologne in der Hainstraße hat begonnen

Leipzig bekommt mitten in der City einen neuen, besonders prachtvollen Veranstaltungsort. Die hiesige Stadtbau AG hat mit der Sanierung des Hôtel de Pologne in der Hainstraße 16-18 begonnen.

Leipzig. Schon im September soll dort der erste von drei historischen Ballsälen in neuem Glanz erstrahlen.

Zu den Designers’ Open im Oktober 2008 wurden die fantastischen Räume schon einmal kurz der Öffentlichkeit präsentiert. Bald darauf begann die aufwendige denkmalpflegerische Untersuchung des einstmals noblen Hotels, in dem schon ein polnischer König nächtigte – daher der Name. Nach einem Brand wurde es 1847/48 neu aufgebaut. 1891 gestaltete der bedeutende Architekt Arwed Roßbach (Universitätsbibliothek) das Gebäude im Flair der florentinischen Renaissance um. Seit der Zeit der Weimarer Republik diente das Hotel als Messehaus, war bis nach der Wende Sitz des Leipziger Messeamtes, welches den Großen Ballsaal als Kantine nutzte.

„Wir haben die anspruchsvolle Aufgabe übernommen, Leipzig ein einzigartiges Kulturdenkmal zurückzugeben“, sagt Patrik Fahrenkamp, Vorstand der Stadtbau AG, die das Objekt 2008 von der Messegesellschaft erwarb. Nun begann sie die denkmalgerechte Rekonstruktion des Großen Ballsaals, der 500 Personen Platz bietet. Fahrenkamp: „Voraussichtlich ab Oktober wird dieser Saal wieder eine der ersten Adressen für Festlichkeiten und Begegnungen von Bürgern und Gästen der Stadt sein.“ Dann werde er für Veranstaltungen zur Verfügung stehen. Die Stadtbau AG spreche dazu bereits mit möglichen Betreibern.

Schon zum Tag des offenen Denkmals am 12. September sollen sich die Leipziger selbst ein Bild davon machen können, was für prachtvolle Räume die Stadtbau AG dort wieder herstellt. Bei den Befundungen gelangen Denkmalschützern und Fachleuten der Restaurierungsfirma Oswald Pfister aus der Baumwollspinnerei zahlreiche Entdeckungen. „Mit Hilfe von Schwarz-Weiß-Fotos aus der Zeit um 1950 fanden wir unter fünf Farbschichten viele sehr gut erhaltene Porträts, Tier- und Pflanzendarstellungen“, berichtet Oswald Pfister. „Im großen Saal mit seinen neobarocken Bildern, Balkonen und Pilastern können wir die Farbfassung der Erbauungszeit jetzt komplett nachvollziehen und rekonstruieren.“ Doch damit noch lange nicht genug. Glaubten die Experten zunächst, das Hôtel de Pologne habe zwei Festsäle gehabt, deren Prunk 1953 unter dicken Farbschichten verschwand, so entdeckten sie nun einen dritten Saal mit ehedem riesiger Glaskuppel. Dieser Raum war zu DDR-Zeiten in eine Großküche mit einheitlich blau gefliesten Wänden und Tiefkühlabteilung umfunktioniert worden. „Wir wollen alle drei Säle denkmalgerecht restaurieren, für Veranstaltungen zur Verfügung stellen und vom geplanten Hotelbereich abtrennen“, erläutert Hannes Koefer, Technischer Vorstand der Stadtbau AG. Das neue Hotel mit 100 Zimmern und Zugang auch über eine imposante Marmor-Freitreppe könne voraussichtlich 2011 eröffnen.

Die Denkmalschützer fanden auch in den Nebenräumen und Treppenhäusern viele Überraschungen. Hinter Mauerwerk und Putz, die bei Umbauten 1910, um 1930 und nach 1950 hinzukamen, steckten zum Beispiel noch originale Türen und Fenster. Auch sie werden bald aufgearbeitet, die ursprünglich eleganteren Raumsituationen wieder hergestellt, so Koefer. Erstmals verwirklichen will die Stadtbau AG ganz alte Ideen der Erbauer: Im Hof des Hôtel de Pologne ist eine neue Passage mit zeitgemäßen Geschäften geplant, die eine fast gerade Verbindung von der Hainstraße bis zum Bildermuseum an der Katharinenstraße schafft. Dafür entsteht ein Übergang zum Kretschmanns Hof, in dessen Keller die Pfeffermühle einzieht. Vom Kabarett bis zu den Ballsälen sind es dann nur noch wenige Schritte.

Jens Rometsch

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