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Lokales Sanierung in Leipzig-Reudnitz zu weiten Teilen abgeschlossen
Leipzig Lokales Sanierung in Leipzig-Reudnitz zu weiten Teilen abgeschlossen
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14:46 22.08.2017
Damals und heute: Gründerzeithäuser wie in der Kippenbergstraße konnten rekonstruiert werden.  Quelle: Stadt Leipzig
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Leipzig

 Verfallene Gründerzeithäuser, Baulücken, Schuppen in den Hinterhöfen und nicht allzu viel Grün – so zeigte sich Reudnitz im Osten Leipzigs noch zu Anfang der 1990er. Bis die Stadt das Viertel zum Sanierungsgebiet erklärte und damit den Weg frei machte für umfangreiche Förderprogramme des Landes und der EU. Rund 15 Millionen Euro, zum Großteil subventioniert, sind seitdem in die Umgestaltung des Viertels geflossen. Die Stadt Leipzig hat für die Stadträte den Vorher-Nachher-Effekt dokumentiert.

Mitte der 1990er-Jahre stand Leipzig-Reudnitz vor dem Verfall. Leipzig erklärte den Stadtteil im Leipziger Osten, der viele Gründerzeithäuser zu bieten hat, zum Sanierungsgebiet. Jetzt ist ein Großteil des Viertels wieder hergerichtet, der Stadtteilpark Reudnitz wurde erneuert und das gesamte Wohnumfeld aufgewertet. Bilder aus Reudnitz - vorher und nachher. Fotos: Stadt Leipzig

„Das Quartier präsentiert sich heute als ein attraktiver Wohn-, Dienstleistungs- und Lebensraum“, heißt es in der Zwischenbilanz des Baudezernats. Tatsächlich mausert sich der Bezirk offenbar zum Trendviertel, gehört laut Amt für Statistik mit rund 21.400 Einwohnern zu den bevölkerungsreichsten Ortsteilen der Stadt. Seit 2011 ist dort ein Bewohner-Plus von 16,7 Prozent zu verzeichnen.

Gründerzeithäuser und Grünflächen

Und so zeigt sich Reudnitz heute in weiten Teilen: Gründerzeithäuser wurden denkmalpflegerisch wieder hergestellt, Schuppen und Gewerberäume in Hinterhöfen abgerissen und das Wohnumfeld aufgewertet. Zahlreiche Flächen seien gemeinsam mit den Eigentümern begrünt worden, so das Baudezernat weiter.

Überhaupt ist der Stadtteil grüner geworden. Der Stadtteilpark Reudnitz wurde erweitert und mit Spiel- und Sportbereichen für Kids ergänzt. Unter anderem ist dort eine Skateranlage entstanden, so das Baudezernat weiter. Auch die Fuß- und Radwegverbindungen zum Lene-Voigt-Park auf dem ehemaligen Gelände des Eilenburger Bahnhofs wurden in Angriff genommen. Zusätzlich seien Schulgärten neu gestaltet und Maßnahmen der Freien Grundschule Clara Schumann in der Inselstraße gefördert worden.

Das Straßenkonzept ermögliche heute die gute Anbindung des Viertels über erneuerte Magistralen wie Gerichtsweg und Dresdner Straße und Täubchenweg. Gleichzeitig seien zahlreiche Anliegerstraßen als Tempo-30-Zonen ausgeschildert worden. Mit dem Reudnitz-Center sei außerdem ein bedeutendes Einkaufszentrum entstanden.

Stadt will Ausgleichsbeträge erheben

Die Stadt sieht auf einem mehr als 20 Hektar großen Teilgebiet ihre Aufgabe erfüllt: Mehr als 80 Prozent der Grundstücke seien saniert, 70 Prozent der Straßen wieder hergestellt, listen die Städtebau-Experten auf. Der Stadtrat soll am kommenden Mittwoch entscheiden, ob die Sanierungssatzung in einem Teilbereich aufgehoben werden kann. Damit kann die Kommune künftig Ausgleichsbeträge fordern.

Eigentümer, deren Grundstücke durch die Sanierung im Wert gestiegen sind, können dann von der Kommune laut Baurecht zur Kasse gebeten werden. Die Wertsteigerung durch die Investition öffentlicher Mittel soll so an die Kommune zurückfließen. Leipzig will solche Einnahmen in die weitere Sanierung von Reudnitz stecken, unter anderem für die Fertigstellung der Eilenburger Straße oder die Weiterentwicklung des Lene-Voigt-Parks verwenden.

Die Aufhebung der Sanierungssatzung soll zum einen einige Blöcke zwischen Inselstraße und Gabelsberger Straße betreffen, im Norden durch Egelstraße und Ranftsche Gasse begrenzt, im Süden durch die Dresdner Straße. Der zweite Teil erstreckt sich zwischen Breite Straße im Norden und Reichspietschstraße im Süden, östlich begrenzt durch die Kippenbergstraße und Reudnitzer Park plus einer Erweiterung südlich der Baedeker- und bis zur Breitkopfstraße.

Bis 2020 will die Kommune Reudnitz auf einer Ausdehnung von 58 Hektar weiter zu einem modernen Stadtquartier umbauen.

Von Evelyn ter Vehn

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