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Sanierung nahezu abgeschlossen

Ökobad Lindenthal Sanierung nahezu abgeschlossen

Der Countdown läuft: Im Ökobad Lindenthal gehen die umfangreichen Sanierungsmaßnahmen ihrem Ende entgegen, damit pünktlich zum 1. Juni der Freibadbetrieb wieder starten kann. Im vergangenen Jahr konnten die Leipziger das Bad nicht nutzen, nachdem sich die Steganlage und die Baderutsche als baufällig erwiesen hatten.

Im Ökobad Lindenthal soll ab 1. Juni wieder gebadet werden.
 

Quelle: André Kempner

Lindenthal.  Nach fast zweijähriger Zwangspause können ab 1. Juni die Schwimmbegeisterten wieder ins chlorfreie Wasser des Lindenthaler Ökobades eintauchen. Gestern Nachmittag stellte die Sportbäder Leipzig GmbH Medienvertretern bei einem Baustellenrundgang das mit 350 000 Euro fast fertig sanierte künftige Kleinod vor.

„Es ist eindrucksvoll, was seit Ende September die Naunhofer Firma Teich & Garten des Landschaftsgestalters Volker Tara geschaffen hat“, würdigte Joachim Helwing, Geschäftsführer von Sportbäder Leipzig. Das Bad musste bekanntlich im August 2014 aufgrund zu hoher bakteriologischer Belastung dicht gemacht werden. Tara offenbarte, dass allein eine 30 Zentimeter dick Schlammschicht, 30 Tonnen reiner Schlamm und 50 Tonnen Fadenalgen als Sondermüll abtransportiert wurden. „Auch die völlig maroden Stege und die verschlissene 40 Meter lange Rutsche rissen wir ab“, erklärte der Landschaftsgestalter. Jetzt überragt ein neuer Steg aus hartem, widerstandsfähigen Lärchenholz die 5160 Quadratmeter große Wasserfläche. Vom Steg kann künftig in den bis zu 3,50 tiefen Schwimmerbereich gesprungen werden. Der Nichtschwimmerteich wird maximal 1,30 Meter tief sein.

Der Countdown läuft: Im Ökobad Lindenthal gehen die umfangreichen Sanierungsmaßnahmen ihrem Ende entgegen, damit pünktlich zum 1. Juni der Freibadbetrieb wieder starten kann. Im vergangenen Jahr konnten die Leipziger das Bad nicht nutzen, nachdem sich die Steganlage und die Baderutsche als baufällig erwiesen hatten.

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„An der Westseite des Bades installierten wir die neue biologische Filteranlage, die dafür sorgt, dass über einen offenen Wasserlauf das gereinigte Wasser in den See zurückgeführt wird“, so Tara. Eine Pumpe, die Rund um die Uhr läuft, garantiere den ständigen Wasseraustausch. Ende April werden noch 6000 Tiefwasserpflanzen, vorwiegend Armleuchteralgen aus der Althener Gärtnerei Krause, in den Boden gebracht. „Das Wasser wird nochmals rausgepumpt, bevor wir dann das Bad mit gut 6500 Kubikmeter Trinkwasser füllen“, so Helwing.

Zu den Neuheiten gehört auch ein attraktiver Kinderspielplatz mit einem hölzernen Spielschiff, Klettergerüst und einer Rutsche. Auch der natürliche Bachlauf mit Buddel- und Matschbereich vor dem Nichtschwimmerareal zählt zu den künftigen Attraktionen. „Und es bleibt dabei, das Bad wird täglich von 10 bis 19 Uhr geöffnet“, sagte Brigitte Teltscher, Geschäftsführerin von Sportbäder Leipzig. An außergewöhnlichen Hitzetagen könnten auch ein, zwei Stunden drangehangen werden. Die Eintrittspreise seien exakt wie jene in den anderen Freibädern. „Es hat sich gelohnt, dass der Ortschaftsrat auf der Sanierung des Ökobades bestand und Druck auf die Stadtverwaltung ausübte“, konstatierte Stadtrat Andreas Geisler (SPD), der mit Stadträtin Birgitt Mai (Linke), beide gehören auch dem Lindenthaler Ortschaftsrat an, am Rundgang teilnahm.

Das Familienbad kann auf eine lange Geschichte zurückblicken. Im Sommer 1924 wurde es eröffnet. Das Areal um einen großen Teich, der sich in einer ehemaligen Sandgrube gebildet hatte, gestaltete die Gemeinde in der Inflationszeit zum Sonnen- und Sportbad mit ausgedehntem Strandabschnitt um. Für Badefreudige aus dem Leipziger Norden war die Anlage jahrelang ein Anziehungspunkt. Noch vor der Eingemeindung in die Messestadt beauftragten die Lindenthaler den österreichischen Schwimmteichbauer Richard Weixler 1998 die Badeoase in ein ökologisches Freibad zu verwandeln, dessen Wasser nicht mehr mit Chlor durchsetzt werden musste. Zu jener Zeit das erste seiner Art in Deutschland.

Von Günther Giessler

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