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Saugbagger holt Sedimente aus dem Elsterbecken

Gewässer-Entschlammung in Leipzig Saugbagger holt Sedimente aus dem Elsterbecken

Beim Entschlammen des rund 2,7 Kilometer langen Elsterbeckens wird die Schlagzahl erhöht: Während derzeit ein Schwimmgerät vor allem im Bereich von Landauer- und Zeppelinbrücke unterwegs ist und mit seinem Saugrüssel schluffige Sedimente aus dem Gewässer holt, soll Anfang 2017 nahe des Palmengartenwehres der Grund mit großen Greifern vertieft werden.

Holt derzeit Sedimente vom Grund des Elsterbeckens – der holländische Saugspül-Bagger. Über eine Rohrleitung wird das Material zu Absetzbecken in Möckern gepumpt.

Quelle: André Kempner

LEIPZIG. Beim Entschlammen des rund 2,7 Kilometer langen Elsterbeckens wird die Schlagzahl erhöht: Während derzeit ein Schwimmgerät vor allem im Bereich von Landauer- und Zeppelinbrücke unterwegs ist und mit seinem Saugrüssel schluffige Sedimente aus dem Gewässer holt, soll Anfang 2017 nahe des Palmengartenwehres der Grund mit großen Greifern vertieft werden.

Nur ein Jahr liegt die letzte Bergungsaktion zurück. Auch damals kam jene spezielle Saugspül-Technik einer holländischen Firma zum Einsatz, die nun wieder aktiv ist. Sehr feinkörniges Material wird damit gehoben und dann über eine lange Rohrschlange flussabwärts bis zu Absetzbecken am Marienweg in Möckern gepumpt. Rund 5000 Kubikmeter Sedimente, was etwa 8000 Tonnen entspricht, würden aktuell abgesaugt, erklärte Axel Bobbe, der Betriebsleiter der zuständigen Talsperrenmeisterei in Rötha. Von dem Gerät werde vor allem eine Rinne in der Gewässermitte gezogen, um die Fließgeschwindigkeit zu erhöhen.

Schätzungen gehen von bis zu 800 000 Tonnen Sediment aus. Stellenweise bilden sich sogar Inseln. Die letzte große Flut 2013 sorgte wieder für kräftigen Nachschub an Kiesen, Sanden und Tonen aus dem Oberlauf der Weißen Elster. Deshalb soll nun auch grobkörnigeres Material, das sich nicht durch Leitungen pressen lässt, gehoben werden. Bobbe: „Der Auftrag ist ausgeschrieben, Anfang 2017 starten die Arbeiten.“ Binnen sieben Wochen sollen dann rund 5000 Kubikmeter Kies und Sand mit einem Schaufelbagger geborgen werden, der auf einem Ponton steht. Verladen werden die etwa 10 000 Tonnen Schüttgut dann auf eine Schute, die es ans Ufer bringt, wo Laster den Abtransport übernehmen. Die Zwischenlagerung zur Entwässerung soll in Absetzgruben in Großzschocher erfolgen.

Zum Prozedere gehören auch Beprobungen und Analysen der Sedimente. Besonders in den tieferen Schichten sind diese teils erheblich mit Schwermetallen wie Kadmium, Chrom und Zink belastet. Die Kontaminationen sind ein Erbe der Vergangenheit, als insbesondere zu DDR-Zeiten viele metallurgische Betriebe am Oberlauf des Flusses ihre belasteten Abwässer einleiteten. Der Schadstoff-Cocktail reicherte sich in den Sedimenten an und wanderte allmählich bis nach Leipzig, wo das Elsterbecken als mächtiger Auffangtrog wirkte.

Bobbe hat derzeit noch einen weiteren Problemfall – das untere Elsterwehr in Höhe der Kläranlage am Rosental. Ursprünglich waren an der vor rund zehn Jahren generalüberholten Wehranlage nur kleinere Ausbesserungen geplant. Aber bei einer genaueren Inspektion, an der auch Taucher mitwirkten, traten größere Schäden zu Tage. Vor allem bei Hochwasser ans Wehr gedonnertes Treibgut beschädigte die Stauklappe. „Der Korrosionsschutz ist hin und muss komplett erneuert werden“, schilderte Bobbe die Situation. An der Klappe offenbarte sich auch ein Konstruktionsfehler. Weil sie hohl und damit zu leicht ist, wird sie zuweilen etwas nach oben gedrückt. Nunmehr soll das voluminöse Bauteil im Zuge der Instandsetzung mit Ballast versehen werden.

Von Mario Beck

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