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Lokales Schadensmeldungen im Akkord: Leipzigs Wasserleitungen ächzen unterm Dauerfrost
Leipzig Lokales Schadensmeldungen im Akkord: Leipzigs Wasserleitungen ächzen unterm Dauerfrost
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13:52 08.02.2012
Die defekte Leitung in der Schenkendorfstraße wurde inzwischen repariert. Quelle: Regina Katzer
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Leipzig

Seit vergangenen Freitag wurden insgesamt mehr als 80 Defekte am Leitungssystem der Messestadt gemeldet.

Die Reparaturtrupps von KWL und der Bau Service Logistik (BSL) seien entsprechend im Ausnahmezustand, arbeiten im Akkord. „50 Kollegen sind rund um die Uhr im Einsatz, um die Schäden zu reparieren“, sagte Flinth. Angesichts der aktuellen Fülle von Defekten müssten bei der unmittelbaren Instandsetzung allerdings Prioritäten gesetzt werden. „Wir arbeiten vor allem dort, wo die Trinkwasserversorgung ausgefallen ist. Kleinere Wasseraustritte müssen dagegen hinten anstehen“, so der KWL-Sprecher.

So wurde in den vergangenen Stunden beispielsweise das geplatzte Rohr in der Schenkendorfstraße repariert, weil hier zwischenzeitlich gut 100 Haushalte ohne fließendes Nass ausharren mussten. Aktuell werden unter anderem zwei Leitungsschäden in der Richard-Lehmann-Straße und in der Theresienstraße behoben, sagte Flinth. In der Richard-Lehmann-Straße muss nach KWL-Angaben noch bis Freitag mit Verkehrsbehinderungen gerechnet werden, aktuell ist die rechte Fahrspur auf Höhe Fockestraße in

Richtung Innenstadt gesperrt.

Besonders gefährdete Regionen gebe es nicht, erklärte der KWL-Sprecher weiter. Praktisch seien alle Teile des Leipziger Stadtgebietes durch den Dauerfrost am Rohr bedroht. Nur in den angeschlossenen Randgebieten, wie beispielsweise in Paunsdorf oder Markkleeberg, sehe es besser aus – weil hier die Leitungen erst vor 30 bis 40 Jahren verlegt wurden. Dagegen gebe es in der City noch vereinzelt Rohre, die aus dem Jahr 1876 stammen, sagte Flinth. Insgesamt 82 der gut 3000 Kilometer Trinkwasserleitungen in Leipzig sind noch aus dem 19. Jahrhundert.

Leitungsbau der Fernleitung Canitz im Jahr 1911. Quelle: Kommunale Wasserwerke Leipzig

Grundsätzlich sei die Standhaftigkeit der Leitungen aber nicht allein am Alter festzumachen. „Viele der historischen Rohre funktionieren noch gut. Man muss sich die Lage immer punktuell anschauen, auch die Belastungen, etwa durch den Straßenverkehr“, sagte Flinth. Das Unternehmen sei bestrebt, die Schwachstellen auszutauschen, allerdings sei das aufgrund der Verkehrssituation nicht immer problemlos machbar. Im vergangenen Jahr ließen die Leipziger Wasserwerke gut zehn Kilometer ihres Rohrleitungssystems erneuern, seit 1994 wurden insgesamt 285 Millionen Euro investiert, hieß es.

Die KWL vermelden aktuelle Störungen in der Trinkwasserversorgung auf ihrer Homepage. Dort kann man sich auch über den Stand der Arbeiten und die voraussichtliche Dauer der Beeinträchtigungen informieren. Ein 24-Stunden-Entstörungsdienst ist telefonisch unter 0341.969-2100 zu erreichen.

Internet: www.wasser-leipzig.de/stoerungen

Matthias Puppe

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