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Lokales Schädel eingeschlagen – Anklage gegen zwei Leipziger wegen versuchten Mordes
Leipzig Lokales Schädel eingeschlagen – Anklage gegen zwei Leipziger wegen versuchten Mordes
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23:24 23.10.2017
Die Staatsanwaltschaft wirft den beiden Angeklagten versuchten Mord vor. (Symbolbild) Quelle: dpa
Leipzig

Die 2. Strafkammer des Landgerichts Leipzig – drei Berufsrichter und zwei Schöffen – hat am Montag den Prozess wegen versuchten Mordes gegen zwei junge Männer aus Leipzig eröffnet. Die Staatsanwaltschaft wirft den zum damaligen Zeitpunkt 19 beziehungsweise 21 Jahre alten Angeklagten vor, in den frühen Morgenstunden des 16. April dieses Jahres gegen 3.30 Uhr einen 55-Jährigen auf der Straße Am Grund in Grünau in ein Gebüsch gezerrt und zusammengeschlagen zu haben. Die mutmaßlichen Täter sollen mit einem nicht näher genannten Knüppel derart auf Kopf und Oberkörper des Opfers eingeschlagen haben, dass dieser nicht nur mehrere Knochenbrüche an Kopf, Wirbelsäule und Rippen erlitt, sondern auch eine Hirnblutung davontrug, die in einer Notoperation entfernt werden musste. Die Ärzte nahmen dem Mann dabei einen Teil der Schädeldecke ab. Die schwere Verletzung des 55-Jährigen verursachte bleibende Schäden. Mittlerweile muss er permanent eine Hartplastikkappe tragen, um die exponierte Stelle des Kopfes vor Folgeverletzungen zu schützen. Der jüngere der beiden Tatverdächtigen zitterte während der Anklageverlesung. Sein Kopf errötete. Ihm standen die Tränen in den Augen.

Tat soll ein Streit vorangegangen sein

Laut Staatsanwalt ist der Tat ein Streit zwischen dem Opfer und einer Freundin vorausgegangen. Im stark alkoholisierten Zustand soll der 55-Jährige ihr mehrere Male auf die Nase geschlagen haben. Zum Zeitpunkt seiner Einlieferung in die Notaufnahme wies er einen Blutalkoholwert von 2,03 Promille auf. Die Angeklagten sollen sich dann eingemischt, ihn zusammengeschlagen und im Gebüsch liegen gelassen haben. Ein Anwohner, der das Geschehen beobachtete, eilte dem Schwerverletzten schließlich zu Hilfe.

Das Opfer konnte am Montag zum Hergang nur wenig hilfreiche Aussagen machen. Dem Mann, der offenbar dem Trinkermilieu entstammt und der wegen seiner Suchtkrankheit schon mehrere Jahre durch Sozialarbeiter betreut wird, fielen selbst einfache Angaben zur Person oder zu seiner ärztlichen Behandlung deutlich schwer. Kurios wurde es, als der Vorsitzende Richter Michael Dahms ihn zu der Frau befragte, die in der Anklageschrift als eine Freundin aufgeführt wird. Auch auf mehrfache Nachfrage sagte das Opfer, dass er die Frau nicht kenne. Als ihm später ein Bild von ihr gezeigt wurde, korrigierte er sich. Er würde sie doch kennen, allerdings nur vom Sehen her. Sie habe regelmäßig mit ihm am Stannebeinplatz gesessen, wo er mit Bekannten öfters Alkohol getrunken habe.

Neues Detail in der Vernehmung

Ein Detail erwähnte der Mann allerdings, das dem Gericht zuvor offenbar noch nicht bekannt war. Er habe in der Tatnacht 300 Euro in der Seitentasche seiner Jacke gehabt. Den Verlust bemerkte er später, als er im Krankenhaus wieder zu sich kam. Ob das Bargeld ein mögliches Motiv für den mutmaßlichen Übergriff war, muss in den weiteren Verhandlungstagen geklärt werden. Dann wollen sich auch die beiden Angeklagten äußern, wie sie über ihre Anwälte verlauten ließen.

Der Prozess wird am 6. November fortgesetzt.

Von Edgar Lopez

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