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Lokales „Schildbürgerstreich“: Stolpersteine in Leipzig nach Verlegung ausgegraben
Leipzig Lokales „Schildbürgerstreich“: Stolpersteine in Leipzig nach Verlegung ausgegraben
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17:29 29.11.2017
Stolperstein für 'Justus' Finanz Rose am Burgplatz in Leipzig. (Archivfoto)  Quelle: Armin Kühne
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Leipzig

 Nur wenige Stunden nachdem am Mittwoch in Leipzig zehn Stolpersteine feierlich verlegt wurden, sind diese schon wieder entfernt worden. „Wir haben die Steine erst heute Morgen um 10 Uhr zusammen mit Schülern verlegt, dann kamen am Nachmittag Bauarbeiter und haben die Steine wieder ausgegraben“, erklärte der frühere Thomaskirchen-Pfarrer Christian Wolff gegenüber LVZ.de. Die Mahnmale in der Humboldtstraße 2 sollen an die Familie Affenkraut erinnern, die vor der Machtergreifung der Nationalsozialisten an dieser Stelle wohnte, dann nach Auschwitz deportiert und dort ermordet wurde.

Die Stolpersteine wurden von den Bauarbeitern vorerst wieder entfernt. Quelle: André Kempner

Grund für die Entfernung der Stolpersteine ist die Erneuerung des Fußweges vor dem Wohnhaus im Zentrum-Nordwest – die offenbar auch schon länger geplant war, aber nicht bis zur Leipziger Arbeitsgruppe „Stolpersteine“ durchgesteckt wurde. „Es gab da offenbar ein Kommunikationsproblem bei der Stadtverwaltung“, sagte Sprecher Achim Beier. Wie seit Jahren üblich, sei die Verlegung mit dem Amt für Stadtplanung abgestimmt gewesen. Dass kurze Zeit später dann allerdings ein Bautrupp anrückt, um diese wieder zu entfernen, ist laut Beier zumindest ein „kleiner Schildbürgerstreich“.

Zum Glück hätten die Arbeiter aber gewusst, was sie dort auf dem Fußweg vorgefunden haben. „Sie haben die Lage fotografiert, haben die Steine gesichert und uns versprochen, sie bis zum Wochenende auch genauso wieder auf den Fußweg zu bringen“, sagte Beier. Für künftige Verlegungen von Stolpersteinen in der Messestadt müsse die Abstimmung mit der Kommune aber verbessert werden. „Wir machen das ja schon viele Jahre, vielleicht hat sich da beim Amt auch etwas zu sehr Routine eingeschlichen“, so der Sprecher der Arbeitsgruppe „Stolpersteine“ weiter.

Von mpu

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