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Leipzig Lokales Das sind die schlimmsten Nebenstraßen in Leipzig
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13:57 04.04.2018
Viele Leipziger Nebenstraßen sind völlig hinüber, so wie die Fritz-Seger-Straße in Gohlis-Süd. Quelle: Dirk Knofe
Leipzig

 Floßplatz, Thomasiusstraße, Friedrichstraße, Talstraße – die Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Mehr als 200 Vorschläge zu 110 maroden Straßen in Leipzig gingen ein, als die LVZ im August vergangenen Jahres nach den heftigsten Buckelpisten der Stadt fragte. Besonders im Frühjahr wird es wieder offensichtlich: Neben vielen Magistralen sind auch unzählige Nebenstraßen der Messestadt in desaströsem Zustand. Herausgebrochenes Pflaster, notdürftig ausgebesserter Asphalt und tiefe Schlaglöcher machen die Fahrt mit Auto und Rad vielerorts zur Qual.

Im ersten Teil der LVZ-Schlagloch-Serie im November wurden die baufälligsten Hauptstraßen vorgestellt. Aus allen Einsendungen wählte die LVZ damals die zehn marodesten Pisten aus, anschließend durfte in einer Online-Umfrage abgestimmt werden. Das Ergebnis war deutlich: Rund 400 der gut 2000 Voting-Teilnehmer wählten die Dieskaustraße auf Platz eins. Die Magistrale in Kleinzschocher landete mit 20 Prozent der Stimmen vor der Riebeckstraße in Reudnitz-Thonberg (16 Prozent) und der Engelsdorfer Straße im gleichnamigen Stadtteil (13 Prozent). Die guten Nachrichten: Die Riebeckstraße soll ab Sommer saniert werden, für die Dieskaustraße ist ab 2020 ein Komplett-Umbau geplant.

Zu Leipzigs schlimmster Hauptstraße gewählt: die Dieskaustraße im Südwesten der Stadt Quelle: Dirk Knofe

Zehn Millionen Euro für 1240 Kilometer Nebenstraßen

Ab heute stehen die kleineren Straßen in den Wohnvierteln im Mittelpunkt. Wo bröckelt der Asphalt am schlimmsten? Wo ist eine Sanierung dringend nötig? Wo wird schon seit Jahren nur Flickschusterei betrieben? Die LVZ hat aus allen Leser-Einsendungen 25 der kaputtesten Nebenstraßen ausgewählt. Viele Leser hatten selbst Fotos mitgeschickt. Einige Fahrbahnen hat die Redaktion auch exemplarisch noch einmal vor Ort inspiziert. Bei der Vielzahl der maroden Pisten in der Messestadt ist die Liste natürlich nur ein exemplarischer Ausschnitt. Auch viele andere Nebenstraßen warten seit Jahren auf eine Sanierung.

Christoph Bock, Abteilungsleiter für Straßenbau und -unterhaltung im Verkehrs-und Tiefbauamt (VTA), räumt ein, dass viele Leipziger Nebenstraßen in keinem „wünschenswerten Zustand“ seien. Die Priorität bei Neubauten und Sanierungen liege jedoch auf den 385 Kilometern Hauptverkehrsstraßen „mit hoher Verkehrsbelastung und -bedeutung“. Von den 1700 Kilometern des Leipziger Straßennetzes bilden die Anliegerstraßen mit 1240 Kilometern allerdings den größten Teil. In die Erhaltung will die Stadt in diesem und im nächsten Jahr immerhin 10,2 Millionen Euro stecken.

Auch die Kohlgartenstraße ist für Autofahrer eine Qual. Quelle: Dirk Knofe

Wann wird hier gebaut? Stadt äußert sich zu 25 Nebenstraßen

Aus vielen E-Mails und Facebook-Kommentaren war purer Frust herauszulesen. Eine „Schuckelpiste“, wie ein Leser den Floßplatz im Zentrum-Süd bezeichnete, war dabei noch die schmeichelhafteste Umschreibung. Immerhin: Hier soll im kommenden Jahr gebaut werden, wie das Tiefbauamt ankündigt. Die LVZ befragte die Behörde zu allen Nebenstraßen und wollte wissen: Wann tut sich hier endlich etwas? Die Nachricht ist in 21 Fällen ernüchternd: Hier bleibt es auf absehbare Zeit bei Reparaturen – für notwendige Sanierungen fehlt der Stadt das Geld. Ein grundhafter Ausbau ist bei nur vier Straßen geplant, konkrete Pläne gibt es für zwei Buckelpisten.

Im ersten von drei Teilen unserer Nebenstraßen-Übersicht werden heute die schlimmsten Straßen im Leipziger Zentrum vorgestellt. Die Buckelpisten im Norden und Osten der Stadt nehmen wir uns am Mittwoch vor, den Süden und Westen am Donnerstag. Auf welcher Nebenstraße es am schlimmsten holpert – darüber darf im Anschluss wieder in einem Online-Voting abgestimmt werden.

1. Floßplatz (Zentrum-Süd)

Straßenschäden am Floßplatz. Quelle: Dirk Knofe

Es ist eine der schlimmsten Buckelpisten im Leipziger Süden, in direkter Nachbarschaft zur Karl-Liebknecht-Straße. Der spärlich asphaltierte und mit Löchern im Pflaster übersäte Floßplatz soll 2019 zwischen der Kreuzung Münzgasse/Riemannstraße und der Audorfstraße/Paul-Gruner-Straße für 740.000 Euro grundhaft ausgebaut werden. Laut Tiefbauamt werden dann auch die maroden Gehwege auf Vordermann gebracht. Der Abschnitt ist Bestandteil des Sanierungsgebietes „Innerer Süden“. Vor der Petrischule soll eine sogenannte Mischverkehrsfläche entstehen, die gleichberechtigt von allen Verkehrsteilnehmern genutzt werden kann.

2. Friedrichstraße (Zentrum-Südost)

Die Buckelpiste in der Friedrichstraße, fotografiert von Leserin Kathrin Thieroff. Quelle: Kathrin Thieroff

Nur noch im Schritttempo könnten Autofahrer die an vielen Stellen beschädigte Friedrichstraße nutzen, schrieb Kathrin Thieroff an die LVZ und schickte auch Fotos der Buckelpiste mit. Vor allem Senioren, die hier in einer Betreuten Wohneinrichtung leben, hätten darunter zu leiden. „Sie können sich wegen der schlechten Straßenverhältnisse und der zugeparkten Gehwege mit Rollatoren und Rollstühlen nur schlecht bewegen“, kritisiert die Anwohnerin. Im Rathaus ist die miserable Situation bereits Thema. „Gemeinsam mit den Stadtbezirksbeiräten wurde eine Prioritätenliste für Straßenbaumaßnahmen erarbeitet und abgestimmt. In dieser Liste ist die Friedrichstraße zwischen Sternwartenstraße und Glockenstraße aufgeführt“, berichtet Christoph Bock. Aktuell fehle aber noch das Geld, der Zeitpunkt für die dringend notwendige Sanierung ist daher offen. Bis die Bagger anrollen, werden Schadstellen punktuell beseitigt.

3. Kohlgartenstraße (Zentrum-Ost)

In der Kohlgartenstraße liegen noch alte Gleise. Quelle: Dirk Knofe

Bei der Kohlgartenstraße handelt es sich streng genommen um eine Erschließungsstraße, nicht um eine Anliegerstraße. Entsprechend hoch ist die Zahl der Fahrzeuge: Mehr als 10.000 Pkw und Lkw rollen täglich über den Abschnitt zwischen Lilienstraße und Dresdner Straße. „Die Fahrbahn der Kohlgartenstraße besteht aus einem Pflasterbelag, welcher in der Vergangenheit mit einer dünnen Asphaltdecke versehen wurde. Diese ist völlig verschlissen und abschnittsweise bereits abgeplatzt“, fasst Christoph Bock die Misere zusammen. Schadstellen wurden bislang meist nur punktuell beseitigt. Aufgrund des schlechten Zustandes der Straßenbahnschienen ist perspektivisch eine Sanierung der Gleise durch die LVB geplant, bei der auch die Fahrbahn erneuert werden soll. „Eine terminliche Einordnung ist jedoch noch nicht erfolgt“, so Bock.

4. Prellerstraße (Zentrum-Nordwest)

Kratertiefe Löcher in der Prellerstraße. Quelle: Dirk Knofe

Anwohnern ist vor allem der Zustand zwischen Gohliser Straße und Lumumbastraße ein Dorn im Auge. Aus dem Tiefbauamt heißt es dazu: „Die Prellerstraße besitzt hier eine Fahrbahndecke aus Wildpflaster. Dieser Abschnitt ist durch diverse Senken und Unebenheiten geprägt. Diese stellen eine erhebliche Einschränkung des Nutzungskomforts dar.“ Dennoch sei die Straße gefahrlos befahrbar, so Sprecher Christoph Bock. Dies gelte auch für den gepflasterten Bereich bis zum Kickerlingsberg. Hier seien Unebenheiten vorhanden, in Richtung Primavesistraße weise die Fahrbahn zudem Schäden auf. „Für alle Abschnitte der Prellerstraße gilt, dass aufgrund des baulichen Zustandes des vorhandenen Straßenaufbaus für eine wesentliche und dauerhafte Zustandsverbesserung ein grundhafter Ausbau der Straße erforderlich ist“, so Bock. Vorgesehen ist eine Sanierung derzeit jedoch nicht.

5. Talstraße (Zentrum-Südost)

Als „Katastrophe“ bezeichnet ein Facebook-User die Situation in der Talstraße am südöstlichen Rand der City – ganz abgesehen von der angespannten Parksituation im Seeburgstraßenviertel. Bis zu 4650 Autos täglich registrierte hier eine Verkehrszählung im Jahr 2008. Vor drei Jahren wurde die Bitumen-Fahrbahn zwischen Liebigstraße und Brüderstraße erneuert. Verschlissen ist vor allem der Bereich in Richtung Prager Straße, insbesondere bis zur Goldschmidtstraße. „Die Fahrbahn weist Unebenheiten, Schadstellen und viele Risse auf“, weiß Christoph Bock vom Tiefbauamt. Auch hier sei ein grundhafter Ausbau angezeigt, aber finanziell momentan nicht zu stemmen. „Daher werden bei Erfordernis auftretende Schadstellen auch weiterhin punktuell beseitigt“, so Bock.

6. Thomasiusstraße (Zentrum-West)

Das Pflaster in der Thomasiusstraße. lädt zu einer Berg- und Talfahrt ein Quelle: Dirk Knofe

Hier holpert es besonders heftig: Im gehobenen Wohnviertel westlich der City wechselt sich Kupferschlackepflaster mit abgeplatztem Asphalt ab. Vor allem zwischen Gottschedstraße und Käthe-Kollwitz-Straße werden Autofahrer durchgeschüttelt. „Aufgrund des baulichen Zustandes bestünde im Bereich zwischen der Lessingstraße und der Käthe-Kollwitz-Straße durchaus Handlungsbedarf“, erklärt Christoph Bock vom Tiefbauamt. Nur ein kompletter Ersatzneubau könnte aufgrund des vorhandenen Straßenzustandes und -aufbaus dauerhaft Verbesserungen bringen. Dieser sei – wie an vielen Stellen der Stadt – derzeit „finanziell nicht darstellbar“. Die Behörden wollen daher auch weiterhin auf eine punktuelle Instandhaltung setzen.

Wo es im Norden und Ostern Leipzigs am schlimmsten holpert, lesen Sie am Mittwoch im zweiten Teil der Schlagloch-Serie.

Von Robert Nößler

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