Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Lokales Schleußig: Fahrbahnmarkierungen sollen Park-Chaos lindern
Leipzig Lokales Schleußig: Fahrbahnmarkierungen sollen Park-Chaos lindern
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
23:59 12.07.2013
Zugeparkte Gehwege in Leipzig Quelle: André Kempner

Das werde zwar nicht den grundsätzlichen Mangel an Stellflächen beheben, weiß auch die Leiterin des Verkehrs- und Tiefbauamtes, Edeltraud Höfer, aber zumindest schon mal "mehr Ordnung in das Chaos bringen". Denn bislang stehen Autos in Schleußig vielerorts kreuz und quer - nicht nur auf den Straßen, sondern auch auf Gehwegen, was immer wieder das Ordnungsamt auf den Plan ruft. Eine bessere Lösung sieht Höfer nur in einem Parkhaus.

Der Fahrzeugbestand in Schleußig ist nach Angaben des städtischen Amtes für Statistik und Wahlen binnen zehn Jahren um ein Drittel auf 4013 Fahrzeuge im Jahr 2011 gewachsen. Nach Schätzungen des Bürgervereins fehlen in dem Stadtteil rund 600 Stellplätze. Die Fahrzeugdichte ist zwar in anderen Regionen Leipzigs viel höher. In der Südvorstadt beispielsweise, die von der Fläche her vergleichbar ist, sind fast doppelt so viele Pkw angemeldet. Allerdings ist die Situation wegen der dichten Bebauung und mangels öffentlicher und privater Freiflächen in Schleußig etwas anders.

Das Verkehrs- und Tiefbauamt beauftragte inzwischen ein Ingenieurbüro, einen Markierungsplan für Schleußig zu entwickeln. Die Vorstellungen gehen dahin, dass Autofahrer ihre Pkw künftig schräg zur Fahrbahn abstellen sollen. In einem zweiten Schritt könnten dann öffentliche Parkflächen stärker für Anwohner reserviert werden.

Diesen Vorschlag hatte in dieser Woche auch der Neu-Schleußiger Uwe Mauel im Stadtrat unterbreitet. Er war erst vor einem Jahr von Bonn nach Leipzig gezogen. "In der Straße in Bonn, wo ich wohnte, war es nur möglich, sein Auto mit einem Anwohnerparkausweis abzustellen. Dieser kostete jährlich 25 Euro", so Mauel in seiner Bürgeranfrage. Er empfahl dem Stadtrat diese Vorgehensweise auch für Schleußig, denn er sieht darin eine Möglichkeit, den Mangel an Parkraum etwas zu mildern. "In einer kleinen Seitenstraße habe ich mir hier mal die Autokennzeichen angesehen", schilderte er seine Beobachtungen. "Von 25 Autos hatten zehn ein auswärtiges Kennzeichen." Was ihm signalisierte: Für Anwohner ist in Schleußig durchaus noch Parkplatz-Spielraum. Eine Entscheidung darüber, ob und in welcher Form eine Gebührenpflicht in Schleußig eingeführt wird, soll nach Auskunft des Verkehrs- und Tiefbauamtes im September fallen. Eine Möglichkeit: Es werden Bewohnerparkausweise zum Preis von 30,70 Euro im Jahr vergeben. Eine zweite: Es könnten überall Parkautomaten aufgestellt und eine generelle Gebührenpflicht eingeführt werden, von der nur die Anwohner freigestellt sind.

Tobias Hönemann überzeugt das alles noch nicht. "Damit kann man vielleicht ein paar Leute beruhigen", sagt er. Aber das Grundproblem bleibe: Die Parkflächen reichen hinten und vorne nicht.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 13.07.2013

Klaus Staeubert

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Umgestaltung der früheren Theodor-Körner-Kaserne in Gohlis strebt ihrem Abschluss entgegen. In sechs Monaten sollen die historischen Bauten fertig saniert sein.

12.07.2013

Berlin hat sie, Dresden bekommt sie, Leipzig - zumindest vorerst - allerdings nicht: neue Schutzausrüstungen ganz nach amerikanischem Vorbild. Sie sind sandfarben und gelb.

12.07.2013

Überraschung im Streit um Tempo-30-Zonen für die Berggarten-, Möckernsche und Kirschbergstraße: Die Stadtverwaltung will nun doch zügig den Ratsbeschluss umsetzen, den die Anwohner zur Geschwindigkeitsreduzierung durchgesetzt haben (die LVZ berichtete).

12.07.2013
Anzeige