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Lokales Schleußiger Givebox droht das Aus - Stadt will Gebühren erheben
Leipzig Lokales Schleußiger Givebox droht das Aus - Stadt will Gebühren erheben
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21:04 29.01.2018
Karsten Wolf, der Initiator der Givebox in der Schleußiger Brockhausstraße, hofft noch auf einen Kompromiss mit der Stadtverwaltung. Quelle: Christian Modla
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Leipzig

Sie wollen einander Mut machen, sich sehen und miteinander reden – das ist laut Karsten Wolf das Anliegen der Demo für den Erhalt der Givebox vor dem Haus Brockhausstraße 31. Für Dienstag hat der Initiator der Kiste für Schätze aus zweiter Hand in der Zeit von 16 bis 17 Uhr dazu eingeladen. Und das aus traurigem Grund: Das Verkehrs- und Tiefbauamt (VTA) will für das Häuschen auf dem Bürgersteig einen „Sondernutzungsvertrag“ abschließen und monatlich 45 Euro haben. Andernfalls muss die Givebox weg. Der Countdown läuft also.

Die Givebox in Schleußig ist ein Treffpunkt im Viertel, dort krammt fast immer jemand in zu verschenkenden Sachen. Quelle: Dirk Knofe

„Wir wehren uns als Bewohner des Stadtteils gegen diese Entscheidung und fordern einen kostenlosen Standplatz und die Unterstützung seitens der Kommune“, betont Wolf. Im November habe er die Post aus dem VTA bekommen, „durchaus nett geschrieben, aber eine völlig unrealistische Forderung. Wer soll von uns Initiatoren dieses Gemeinschaftsprojekts denn die Kosten von fast 600 Euro jährlich übernehmen?“ Er werbe auf der sogenannten Givebox (frei übersetzt: Verschenke-Box) ja nicht einmal für sein Geschäft, so der 48-Jährige, der in seiner „Werkstatt des Lichts“ unter anderem handgerollte Kerzen fertigt und verkauft.

"Ökologischer und sozialer Treffpunkt"

„Diese Givebox steht seit fünf Jahren, ist sehr akzeptiert und funktioniert und wird gemeinschaftlich von mehreren Leuten betreut. In ihr können schöne, nicht mehr benötigte Dinge abgelegt und von anderen kostenfrei herausgenommen werden.“ Der kleine Schuppen vor der Brockhausstraße 31 habe sich darüber hinaus zu einer beliebten öffentlichen Einrichtung gemausert. „Sie ist ökologischer und sozialer Treffpunkt. Es wird weniger weggeworfen und vielen Menschen damit Freude bereitet. Ordnung und Sicherheit sind durch die Betreuung vieler gewährleistet“, wirbt der Wahl-Schleußiger noch einmal für sein Projekt, das sogar schon einen Nachhaltigkeits-Preis erhalten habe. „Wir wünschen uns deshalb von der Stadtverwaltung weiterhin eine kostenfreie Akzeptanz, kümmern uns im Gegenzug auch künftig um die Box. Und wir wünschen uns zugleich von der Stadt die Unterstützung der Givebox-Bewegung durch den Aufbau weiterer Boxen in den Stadtteilen, betreut von Stadtangestellten.“ Die Schleußiger Givebox sei nach fünf kompletten Jahren die älteste und am längsten funktionierende ihrer Art in Leipzig.

Ob die Schleußiger noch hoffen können oder ob sie ihre Kiste jetzt abbauen müssen, ist unklar. Eine schriftliche Anfrage der LVZ wurde vom Verkehrs- und Tiefbauamt bis Sonntag leider nicht beantwortet.

Cornelia Lachmann

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