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Schließung würde Schwimmunterricht von 15 Schulen beeinträchtigen

Schließung würde Schwimmunterricht von 15 Schulen beeinträchtigen

Wegen Finanzproblemen droht in Leipzig die Schließung mindestens einer Schwimmhalle und zweier Freibäder. Kommt es soweit, müssten zahlreiche Schulen für den Schwimmunterricht in andere Hallen umziehen.

Zu den Schließkandidaten zählen die Schwimmhalle-Mitte in der Kirschbergstraße und die Schwimmhalle-West in der Hans-Driesch-Straße.

„Von einer Schließung der Schwimmhalle-Mitte wären neun Grund-, zwei Mittelschulen, eine Förderschule und drei Gymnasien betroffen", so Erich Arndt vom Schulverwaltungsamt. Darunter ist auch die 39. Grundschule in der Gustav-Kühn-Straße. Welche Auswirkungen das auf den Schwimmunterricht hätte, weiß Direktorin Renate Morgenstern momentan noch nicht. „Mit mir hat bis jetzt noch niemand gesprochen, wir können nur abwarten, wie es weitergeht." Momentan laufen die meisten Schüler mit den Lehrern zur Schwimmhalle, das wäre dann wohl kaum mehr möglich. Laut Arndt müssten die Kinder möglicherweise Umwege quer durch die Stadt in Kauf nehmen. „Die Logistik dafür steht noch nicht, wir sind allerdings guter Hoffnung, dass die Co-Finanzierung erbracht wird." Ob und welche Bäder geschlossen werden, entscheidet sich mit der Verabschiedung des Haushaltes 2010 im Februar. Außerdem könnten eventuelle Ausweich-Quartiere teurer werden. „Und unseren finanziellen Spielraum dürfen wir nur geringfügig überschreiten", so Arndt. Einen Ausfall des Schwimmunterrichts wolle man jedoch auf keinen Fall zulassen. Würde das Bad in der Hans-Driesch-Straße dichtmachen, wäre die 157. Grundschule in Leutzsch besonders betroffen. „Das würde uns außerordentlich hart treffen, weil ab 25. Januar schon unsere Turnhalle saniert wird und wir in der dritten und vierten Klasse eine Sportstunde durch Schwimmunterricht ersetzen wollten", erklärt Direktorin Sabine Werner. Hier entstünden also doppelte Belastungen für die Schüler. „Wird das Schulschwimmen auf andere Hallen verteilt, müssten jetzige Nutzer wie Feuerwehr oder Bundeswehr die Becken vormittags räumen", gibt Joachim Helwing zu Bedenken. Dennoch glaubt der Geschäftsführer der Leipziger Sportbäder GmbH, das Schulschwimmen auch mit weniger Hallen im jetzigen Umfang erhalten zu können. „Bedauerlicherweise ist das Schulschwimmen in den letzten Jahren zurückgegangen", so Helwings Beobachtung. Schon jetzt würden die Bademeister merken, dass viele Kinder und Jugendliche nicht mehr richtig schwimmen können. Wie viele Nichtschwimmer es in Sachsen gibt, bleibt jedoch im Dunkeln. Beim Statistischen Landesamt in Kamenz oder bei der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) werden hierzu keine Daten erfasst. Grund für die rückläufigen Zahlen sind laut Erich Arndt vom Schulverwaltungsamt fehlende Schwimmlehrer. Dem widerspricht Roman Schulz, Sprecher der Leipziger Bildungsagentur: „Kein Kind muss auf den Schwimmunterricht verzichten, weil Lehrer fehlen." Er macht die generell sinkenden Schülerzahlen für den Negativtrend verantwortlich. Außerdem hätten im Herbst 2008 die Pläne von Bürgermeister Thomas Fabian (SPD), den Schwimmunterricht an Leipzigs Mittelschulen und Gymnasien zu streichen, möglicherweise Einfluss auf die Schuljahresplanung der Bildungseinrichtungen gehabt. Hintergrund für den Fabian-Vorschlag war eine Preiserhöhungen der Sportbäder Leipzig GmbH. Seit 1. September 2008 kostet die Hallennutzung für Schulen 10,70 Euro pro Bahn und Stunde - statt zuletzt 9,63 Euro. Anders als der einjährige Schwimmunterricht an Grundschulen, der lehrplanverpflichtend ist, seien die Schwimmstunden für ältere Schüler fakultativ. Der Stadt würden damit 47.000 Euro zusätzliche Kosten entstehen. Das Vorhaben wurde zwar von allen Fraktionen abgelehnt, die Pläne vieler Schulen wären zu diesem Zeitpunkt aber bereits geschrieben gewesen.

Joahnnes David / ast

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