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Lokales Schlussspurt in Oelßners Hof: Ehemalige Pelzhändler-Passage soll im Juni wiedereröffnen
Leipzig Lokales Schlussspurt in Oelßners Hof: Ehemalige Pelzhändler-Passage soll im Juni wiedereröffnen
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23:59 29.12.2013
Oelsners Hof, noch mit trister Fassade. Schon im kommenden Sommer soll sie in frischem Glanz erstrahlen. Quelle: André Kempner

2007 wurde der Gebäudekomplex verkauft. Die denkmalgerechte Sanierung begann im Frühjahr 2012.

Die Fertigstellung mit Wohnungen, Büros, Geschäften und einem Parkhaus ist für Juni 2014 geplant.

Ein bisschen wirkt es so, als ob die Bauarbeiter wie einst bei Dornröschen Stück für Stück die Dornenhecke rings um ein verwunschenes Schloss zurückstutzen. Ziel: Den seit Jahren für Normalsterbliche unzugänglichen Oelßners Hof wieder in ein innerstädtisches Schmuckstück zu verwandeln. Der LVZ gelang dieser Tage ein exklusiver Blick hinter die Fassaden zwischen Nikolai- und Ritterstraße.

"Mal schauen, wenn das Wetter weiter so mitspielt, dürfte dem Eröffnungstermin Anfang Juni eigentlich nichts im Wege stehen", sagt Bauherr Claus Sauter bei der jüngsten Stippvisite. Zwei Jahre Vorbereitung habe das Projekt gekostet, rund 30 Millionen Euro nach Fertigstellung darin stecken. "Es war schon ein Glücksgriff für mich", so Sauter, der das Objekt mit 26 000 Quadratmetern Nutzfläche vom Bund gekauft hat und überwiegend Firmen aus der Region beschäftigt.

Wer den Zustand noch vor einigen Jahren in Erinnerung hat, staunt jetzt über den Fortschritt der Arbeiten. Der Blick in einzelne Etagen des mehrgeschossigen Baus aus dem Jahr 1895 ist beeindruckend, die Aussicht vom Dach aus über die Leipziger Innenstadt überwältigend. "Im Erdgeschoss soll Einzelhandel angesiedelt werden", blickt der Bauherr voraus, der im "Hauptberuf" Chef des Biokraftstoff-Unternehmens Verbio ist. "Die Firma wird zwar auch ihren Sitz hier bekommen, hat mit dem Projekt per se aber nichts zu tun", erklärt er.

Leipzig. Nach der Wende begannen triste Jahre für das Pelzhändlerhaus Oelßners Hof in der Leipziger Innenstadt: Der 1896 errichtete Durchgangshof zwischen Ritterstraße und Nikolaistraße stand nahezu leer und war dem Verfall preisgegeben. 2007 wurde der Gebäudekomplex verkauft. Die denkmalgerechte Sanierung begann im Frühjahr 2012.

In den beiden für Büros vorgesehenen Etagen wird es aber auch noch Platz für weitere Interessenten geben. "Im dritten Obergeschoss ist ein Apartment-Hotel mit 40 bis 60 Wohnungen vorgesehen", erläutert Sauter weiter. Und sozusagen als i-Tüpfelchen würden die Etagen vier und fünf als insgesamt 30 zweigeschossige Maisonette-Wohnungen mit Dachterrasse ausgebaut. "Damit geben wir dem Durchgangshof sein einstiges Aussehen mit den ursprünglichen Schrägdächern zurück, die im Zweiten Weltkrieg verloren gegangen sind", fügt Mitarbeiterin Franziska Müglitz hinzu, die sich ebenso wie Silke Domke um die Vermietung und Verwaltung kümmert. Hinzu kämen noch einmal vier Penthäuser auf dem Dach des bereits im Rohbau fertigen Parkhauses an der Ecke Ritterstraße/Brühl. Neu ebenfalls: Das zweite und dritte Obergeschoss links und rechts der Passage werden in der Mitte durch einen Übergang miteinander verbunden.

"Es ist schon eine mächtige Herausforderung, einen unter Denkmalschutz stehenden Altbau fachgerecht zu sanieren und zugleich in Teilen mit einem Neubau zu kombinieren", gibt Bauherr Sauter unumwunden zu. Da gehörten immer Kompromisse dazu. Beispielsweise würden neben der Sanierung der wunderschönen Treppenhäuser mit ihren schmiedeeisernen Geländern sowie der Lichthöfe die Aufzüge wegen heute geltender Vorschriften als gläserne daherkommen. Nichtsdestotrotz achte man "mit teuflischer Akribie" auf die Einhaltung der Kosten.

Allein beim Konzept für die Beheizung/Klimatisierung hat der Bauherr Abstriche machen müssen. Die ursprünglich geplante Versorgung per Mikrogasturbine und Kraft-Wärme-Kälte-Kopplung kommt nicht. "Dies liegt zum einen daran, dass es in der Innenstadt keinen Gasanschluss gibt, zum anderen am Risiko durch die verrückte Rechtslage, bei der sich zwei konkurrierende Gesetze gegenseitig torpedieren", erläutert der 47-Jährige.

Sauters Hoffnung: Oelßners Hof möge nicht nur wieder zu einer der schönsten Leipziger Passagen avancieren, sondern zugleich ein Magnet im nordöstlichen Teil der Innenstadt sein und die obere Nikolai- wie die Ritterstraße aufwerten.

@www.oelssners-hof.de

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 30.12.2013

Martin Pelzl

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