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Lokales In Leipzig: Probleme bei der Bahn - Verspätungen auch am Montag noch möglich
Leipzig Lokales In Leipzig: Probleme bei der Bahn - Verspätungen auch am Montag noch möglich
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23:52 23.04.2018
Die Bahn hat weiter mit Problemen zu kämpfen.  Quelle: Dirk Knofe
Leipzig

Die Deutsche Bahn hatte in Leipzig und Halle auch am Sonntagnachmittag weiter mit Störungen zu kämpfen. Es kam zu witterungsbedingten Ausfällen. Der Grund seien erneute Schneeverwehungen. Für Montag erwartet das Unternehmen eine deutliche Entspannung der Lage. Bereits in den Abendstunden sei der Zugverkehr wieder geordneter verlaufen, sagte ein Sprecher der Bahn. Einzelne Verspätungen oder Ausfälle am Montag konnte er für Halle und Leipzig zwar nicht vollkommen ausschließen, die Lage würde sich im Vergleich zu Sonntag aber nochmal deutlich verbessern. Insgesamt sei der Bahnhof in Halle weniger betroffen als der Leipziger Hauptbahnhof.

Der Breitschaftsdienst war am Sonntag beim Warten der Gleise und Weichen auf Probleme gestoßen. "Stellen die gerade geräumt wurden, sind nach einer halben Stunde schon wieder vom Schnee bedeckt und blockiert", so ein Bahnsprecher. Im Prinzip müssten die Helfer an den Problempunkten stehen bleiben. Das geht aber nicht, weil dafür die Kräfte nicht ausreichten. Rund 20 Männer seien mit Schippen und Schneeschiebern auf dem Leipziger Gleisvorfeld unterwegs und beseitigten die Probleme. Ein ähnliches Bild schilderte das Unternehmen auch vom Hauptbahnhof in Halle. Am Morgen hieß es noch, der Zugbetrieb sei wieder komplett aufgenommen worden und es komme nur zu vereinzelten Verspätungen. Der Bahnsprecher betont aber auch: "So schlimm wie am Sonnabend ist es keineswegs." Dennoch fuhren zwischen Leipzig und Hannover keine Intercity-Züge. Es lasse sich aber nicht sagen, welche Verbindung pünktlich sei und welche ausfalle. Seit den Abendstunden  Der Wetterdienst gebe jedoch Grund zur Hoffnug. Der Wind sollte am Nachmittag nachlassen. Wann alles wieder regulär fahre lasse sich nicht sagen.

Bahnreisende und Kunden der Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) mussten am Sonnabend mit einem regelrechten Chaos klar kommen. Die LVB setzten am Morgen sogar ihren Fahrplan außer Kraft. Später wurde dieser Schritt wieder aufgehoben. Schlimmer traf es die Deutsche Bahn. Der Hauptbahnhof wurde gegen 10 Uhr größtenteils gesperrt. Züge fuhren nur noch vereinzelt ein oder aus. „Alles andere machte keinen Sinn mehr“, sagte ein Bahnsprecher gegenüber LVZ.de.

Der Wintereinbruch am Buchmessesonnabend hat in Leipzig für ein Verkehrschaos gesorgt.

Rund 20 Weichen seien eingefroren gewesen oder durch Schneeverwehungen blockiert worden. Helfer waren auch am Sonnabend seit 3 Uhr im Einsatz, wenn aber eine Weiche wieder funktionierte, trat an einer anderen Stelle die nächste Störung auf. Es war das gleiche Bild wie nun auch am Sonntag. Am späten Nachmittag rollte der Verkehr in Leipzig wieder an. Auch in Halle, wo zwischenzeitlich nur ein Gleis zur Verfügung stand, fuhren zu diesem Zeitpunkt die Züge wieder.

"Das Problem waren ausgesprochen ungünstigte Witterungsbedingungen", so der Bahnsprecher. Eigentlich reichten die Weichenheizungen aus, um einen reibungslosen Betrieb im Winter zu garantieren. Der Schnee sei auch aufgetaut, durch sinkende Temperaturen und den weiteren Niederschlag hätten sich am Ende aber Eisklumpen gebildet und die Weichen blockiert. "Diese lassen sich dann nur per Hand entfernen", erklärte der Sprecher. Deshalb seien 20 Helfer im Einsatz gewesen und hätten die Weichen vor dem Hauptbahnhof gewartet. Sie blieben auch in der Nacht zum Sonntag in Bereitschaft und hätten bei Bedarf kurzfristig eingreifen können.

Fernverkehr und Regionalbahnen betroffen

Leipzig war in Mitteldeutschland unser Schwerpunkt, die Verspätungen strahlten aber ins gesamte Netz aus“, so der Sprecher. Betroffen sei der komplette Verkehr gewesen, sowohl ICE, als auch Regionalbahnen und S-Bahnen steckten fest. Fernzüge wurden umgeleitet.

Quelle: Dirk Knofe

Auf den S-Bahn-Linien 2 und 5 setzte die Bahn zwei Ersatzbusse ein. „Das reichte aber hinten und vorn nicht, wir haben auf die Schnelle nicht mehr Fahrzeuge bekommen“, so der Bahnsprecher.

Nach Angaben des Unternehmens wurden Zugbindungen aufgehoben. Tickets durften damit auch für andere Angebote genutzt werden, sobald wieder etwas fuhr. Es gelten zudem die üblichen Entschädigungsregelungen für die Kunden.

Trotz hoher Taktzahl: Straßenbahnen reichen nicht aus

Auch außerhalb des Hauptbahnhofs herrschte Hochbetrieb. Viele Leipziger und Gäste wollten am publikumsstärksten Tag zur Buchmesse. Weil die S-Bahnen ausfielen, konzentrierte sich die komplette Nachfrage auf Bus und Straßenbahn. Aber bei den LVB lief am Sonnabendmorgen nichts mehr wie gewohnt. Der Nahverkehrsanbieter setzte seinen Fahrplan außer Kraft. Am Mittag kam dann die Entwarnung, alles rolle wieder regelmäßig, mit vereinzelten Einschränkungen. „Wir wollten damit Druck herausnehmen. Die Sicherheit stand an erster Stelle und nicht die Pünktlichkeit“, erklärte LVB-Sprecher Marc Backhaus die Aussetzung des Fahrplans. Der Schritt hatte Erfolg. Laut LVB gab es keine Unfälle.

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Vor dem Hauptbahnhof organisierten, wie bei Großveranstaltungen üblich, LVB-Helfer den Einstieg in die Bahnen. Nicht alle Fahrgäste kamen allerdings wegen des Andrangs mit ihrer Wunsch-Straßenbahn mit und mussten auf die nächste Verbindung warten. „Wir fahren bis gegen 19 Uhr weiter mit drei Linien im Drei-Minuten-Takt“, so Backhaus am Sonnabend. Neben der Linie 16 und 16E verkehre auch die Linie 10 weiter bis zum Messegelände.

Die Buchmesse wurde durch die Verkehrsverhältnisse nicht ausgebremst. „Es sind nur einige wenige Lesungen abgesagt worden, weil die Autoren nicht rechtzeitig auf das Gelände gekommen sind“, sagte eine Sprecherin. Generell sei der Besuch aber sehr gut, die Messehallen voll mit Besuchern, erklärte sie weiter.

Die LVB hatten am Sonnabend auch mit einigen technischen Problemen zu kämpfen. Vereinzelt waren Oberleitungen vereist und Weichen gefroren. "Wenn Autos den Schnee in die Weiche drücken, dann schafft das die Heizung auf Dauer nicht mehr", erklärte Backhaus. Damit der Buchmessesonntag reibungslos anrollte, ließ die LVB in der Nacht zuvor weiter Straßenbahnen durch die Stadt fahren. Sie sollten Leitungen und Schienen freihalten.

Bahn und LVB informieren auf ihren Webseiten über Einschränkungen.

Behinderungen meldete die Polizei auch von den Autobahnen. Besonders betroffen seien die A 14 und die A 38 gewesen. Liegengebliebene Fahrzeuge und Unfälle sorgten für unfreiwillige Stopps. In Leipzig seien einige Zusammenstöße mit Blechschäden registriert worden. Übermäßige Unfallenzahlen in der Stadt hätten die Beamten aber nicht registriert, hieß es aus dem Lagezentrum.

Laut Deutschem Wetterdienst  schneite es noch bis zum frühen Abend vereinzelt weiter. Der kräftige Wind bleibe auch am Sonntag noch erhalten und sorge vor allem Abend für gefühlte Werte von minus 20 Grad.

Schneeverwehungen am Flughafen

Am Flughafen Leipzig/Halle war der Winterdienst ebenfalls seit der Nacht zum Sonnabend ständig im Einsatz. Das Hauptproblem dort: Der Wind. „Die Start- und Landebahnen wurden immer wieder zugeweht“, berichtete Flughafensprecher Uwe Schuhart.

Rund ein Dutzend Fahrzeuge räumten die 3600 Meter lange Piste mehrfach wieder frei und brauchten für einen Einsatz rund eine Viertelstunde. Bis auf zwei innerdeutsche Verbindungen seien aber am Sonnabend alle Maschinen gestartet und gelandet, wenn auch teilweise verspätet. Am frühen Abend landete dann der FC Bayern München problemlos in Schkeuditz. Der Deutsche Meister spielt am Sonntag bei RB Leipzig. Der Winterdienst arbeite am Flughafen rund um die Uhr. Insgesamt seien bis zu 80 Mitarbeiter im Einsatz. Die Fahrzeugflotte umfasse 70 Autos.

Matthias Roth

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