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Lokales Schneller Schulweg wird teuer: LVB-Mobilcard gilt nicht für den Leipziger City-Tunnel
Leipzig Lokales Schneller Schulweg wird teuer: LVB-Mobilcard gilt nicht für den Leipziger City-Tunnel
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10:00 08.08.2013
Die Schülermobilcard der LVB ist wieder teurer geworden und gilt trotzdem nicht für den Citytunnel. (Archivfoto) Quelle: André Kempner
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Leipzig

Kinder, die in Zukunft für den Schulweg die S-Bahn durch den Citytunnel nutzen wollen, müssen zudem noch zusätzlich kräftig in die Tasche greifen.

„Unsere Pläne gingen dahin, die Schülermobilcard auf die Ebene des Mitteldeutschen Verkehrsverbunds zu heben und damit den City-Tunnel für alle nutzbar zu machen“, sagte LVB-Sprecher Marc Backhaus auf Anfrage von LVZ-Online. Das Schuljahres-Ticket, das auch zur Nutzung in der Freizeit gilt, sollte dafür 219 Euro kosten, eine weitere, an Leipzig angrenzende Tarifzone, inklusive.

Der Leipziger Stadtrat folgte diesen Plänen jedoch nicht. Einen Tag vor der entscheidenden Aufsichtsratssitzung des MDV entschieden sich die Abgeordneten im März dieses Jahres für eine andere Variante: Auf Antrag der Links-Fraktion sollten zwei Mobilcard-Tarife gelten – mit und ohne Citytunnel.

MDV-Geschäftsführer Steffen Lehmann ist noch heute über dieses Votum erstaunt. „Wir hatten die neuen Preise ein Jahr lang vorbereitet und mit allen Beteiligten abgestimmt“, berichtet er. In den Gremien hätten damals auch Vertreter der Ratsversammlung gesessen. Der abweichende Stadtratsbeschluss ließ sich dann jedoch nicht mehr innerhalb eines Tages umsetzen. „Das war nicht kalkulierbar und auch genehmigungsrechtlich problematisch“, so Lehmann.

Dass der Stadtratsbeschluss mit zwei Mobilcard-Tarifen letztlich nicht umgesetzt wurde, liegt am Voting der anderen MDV-Mitglieder. Das Ansinnen der Messestadt sei, so der MDV-Chef, in der Sitzung schlicht überstimmt worden. Der Verbund habe dennoch Rücksicht genommen und verzichtete auf die Einführung des Tarifs im gesamten Geltungsbereich. „Wir wollten den Wunsch der Leipziger respektieren“, sagt Lehmann.

Die Schülermobilcard bleibt damit ein LVB-Haustarif, erklärt Sprecher Backhaus. Sie ist nur in den Bussen und Bahnen der Leipziger Verkehrsbetriebe gültig. Kinder, die künftig mit der S-Bahn schneller ans Ziel wollen, müssen dafür Einzeltickets oder eine MDV-Schülerzeitkarte für eine Tarifzone in der Stadt Leipzig lösen. Eine teure Lösung, denn das bedeutet im Einzelfall 47,30 Euro pro Monat zusätzlich – und die Nutzung in den Sommerferien ist noch nicht mal inbegriffen.

Wie viele Mobilcard-Kunden letztlich die Option mit Citytunnel brauchen, konnen die LVB nicht sagen. „Wir haben keine verlässliche Prognose“, so Backhaus. Aus Kunden-Nachfragen schließt das Unternehmen aber, das grundsätzlich Interesse bestehe. Das glaubt auch Lehmann. Er erwartet im Dezember, wenn die ersten S-Bahnen durch die Röhre rollen und der neue Netzplan gilt, einen Aufschrei vieler Eltern. „Vielen wird dann erst die Situation bewusst werden“, vermutet er. Wo Kinder heute teilweise einen Schulweg von 40 Minuten in Bussen und Bahn zurücklegen müssten, lasse sich diese Strecke künftig in einer Viertelstunde bewältigen. „Auf diese Diskussion bin ich gespannt“, meint der MDV-Geschäftsführer. Er signalisierte Bereitschaft das Thema erneut auf die Tagesordnung zu setzen. Eine Lösung noch während des in gut zwei Wochen beginnenden Schuljahrs schloss er aber aus.

Im Jahr 2012 nutzten 11.210 Kinder in Leipzig Busse und Bahnen mit der Schülermobilcard, die rund um die Uhr und in den Ferien gilt. „Vorteil des Haustarifs ist immerhin, dass die Kinder den Ferienpass im Sommer und Winter dazu geschenkt bekommen“, sagt Backhaus. Weitere 8367 Kunden buchten im vergangenen Jahr die kleine Variante der Schülercard. Diese kostet derzeit 114 Euro, ist aber nur während der Schulzeit montags bis samstags von 5 Uhr bis 18 Uhr gültig.

Evelyn ter Vehn / Matthias Roth

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