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Lokales Schneller vom Leipziger Hauptbahnhof nach Frankfurt/Main
Leipzig Lokales Schneller vom Leipziger Hauptbahnhof nach Frankfurt/Main
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15:37 24.09.2015
Die neuen ICE-Bahnsteige sind bis zu 420 Meter lang.  Quelle: Dirk Knofe
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Leipzig

 Keine Züge, keine Fahrgäste: Auf dem Leipziger Hauptbahnhof ist am Donnerstagmorgen eine ungewöhnliche Ruhe eingekehrt. Für drei Tage gilt eine Vollsperrung. Während sich Reisende an den Informationspunkten über ihre Verbindungen erkundigen und dann auf den Schienenersatzverkehr oder die Straßenbahnen ausweichen, werden auf den Bahnsteigen letzte Arbeiten erledigt, bevor am Sonntag der größte Bauabschnitt für die künftige Schnellstrecke nach München ans Netz geht.

„Für einen Projektleiter sind das wunderbare Tage. Der Höhepunkt kommt dann am Sonntag, wenn die ersten Züge wieder rollen“, sagte Andreas Stuhr von der Deutschen Bahn. Seit rund drei Jahren wird der Leipziger Hauptbahnhof für das Hochgeschwindigkeitszeitalter auf der Strecke von Berlin nach Nürnberg fit gemacht.

Die Bahnsteige 10 bis 15 wurden völlig neu gestaltet. Bis zu 420 Meter lang sind sie jetzt und weisen eine einheitliche Höhe von 76 Zentimetern auf. Reisende können so bequem in den ICE einsteigen. Die Bahn ließ zudem elf Kilometer Gleise und 74 Weichen neu verlegen. Auf rund 22 Kilometern überspannen neue Oberleitungen die Anlagen. In den Gleisbetten brachten die Bahnarbeiter 70.000 Tonnen Schotter aus.

Der Schienenriese ließ zudem die Rackwitzer Brücke neu gestalten. Von außen ist das Konstrukt aus Stahlbeton nicht zu erkennen. Die Stadt pochte auf den Denkmalschutz und die Bahn rekonstruierte die alte Fassade der Überführung.

„Insgesamt haben die Arbeiten rund 120 Millionen Euro gekostet“, berichtet Projektleiter Stuhr. Mit dem Fahrplanwechsel im Dezember verkürzt sich die Fahrzeit auf der Neubaustrecke nach Erfurt und Frankfurt/Main um eine halbe Stunde. Und auch nach Süden soll es bald schneller rollen. Von 2017 an sparen Reisende nach Nürnberg und München eine Stunde und 40 Minuten ein. Für diese Ziele war der Leipziger Hauptbahnhof ein wichtiges Nadelöhr. „Wir dürfen bei der Einfahrt keine Zeit verlieren“, so Stuhr. Und bequemer werde es auf den letzten Metern auch. Durch die neuen Gleise werde kein Fahrgast mehr hin- und her geschüttelt, verspricht Stuhr.

Keine Züge, keine Fahrgäste: Auf dem Leipziger Hauptbahnhof ist am Donnerstagmorgen eine ungewöhnliche Ruhe eingekehrt. Für drei Tage gilt eine Vollsperrung.

Bis zum Sonntag, wenn die Bahn ihren Betrieb in Leipzig wieder planmäßig aufnimmt, werde nun Software eingespielt und die gesamte Technik auf Herz und Nieren geprüft. Dafür nimmt sich die Bahn die notwenige Zeit. „Die Sicherheit steht über allem, da dürfen keine Fehler passieren“, sagte der Projektleiter. Auf der Zielgerade ist die Bahn rund um die Uhr tätig. Pro Schicht seien 120 Mitarbeiter im Einsatz.

Das nächste Großprojekt ist bereits in der entscheidenden Planungsphase. Im kommenden Jahr soll der Streckenausbau im Norden von Leipzig angepackt werden. In Richtung Mockau will die Bahn dann die Gleise auf einer Strecke von knapp vier Kilometern erneuern. Da bei vollem Transportbetrieb gearbeitet werden soll, ist das Projekt bis 2020 veranschlagt. Bereits 2018 soll ein neuer Haltepunkt an der Essener Straße für die S-Bahn nach Bitterfeld ans Netz gehen. Das Genehmigungsverfahren sei fast beendet. Derzeit verhandle die Bahn mit der Landesdirektion über Einwände von Bürger. Stuhr ist aber zuversichtlich: „Das bekommen wir hin.“ Schon jetzt sind auf einem Abschnitt von vier Kilometern Lärmschutzwände vorgesehen. Anwohner in direkter Nachbarschaft sollen zudem Spezialfenster für ihre Wohnungen erhalten.

 

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