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Lokales Schock für Leipziger Jugendtreffs: Mehreren Einrichtungen droht Schließung
Leipzig Lokales Schock für Leipziger Jugendtreffs: Mehreren Einrichtungen droht Schließung
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01:00 13.11.2013
Das Soziokulturelle Zentrum Die Villa in der Lessingstraße 7. Quelle: André Kempner

Die Freien Träger reagierten "mit Erleichterung" und bedankten sich im Jugendhilfeausschuss artig mit einem offenen Brief dafür, dass die Stadt an der "präventiven Jugendarbeit" doch nicht spart. Doch seit Montagabend kursiert eine "Geheimliste" des Jugendamtes mit Projekten, die die Stadt 2014 nicht mehr finanziert. Und damit werden Einschnitte, mit denen alle infolge der seit Jahren gestiegenen Kosten gerechnet haben, ganz konkret.

So sollen der Jugendclub Mölkau, der Kinder- und Jugendtreff Grünau (ehemals Kirschberg-Haus) sowie der offene Treff in der Villa geschlossen werden. Nicht mehr gefördert wird der Jugendclub Liebertwolkwitz, den die Arbeiterwohlfahrt ohnehin nicht mehr betreibt. Gefährdet ist zudem die Hörfunk- und Projektwerkstatt in der Villa. Die Jugendberatungsstellen von Internationaler Bund, Augsburger Lehmbau sowie Verein für Frauen, Familie und Jugendliche werden laut Vorschlag des Amtes nur noch im ersten Quartal 2014 gefördert - danach eine zentrale Anlaufstelle ins Leben gerufen. Eng wird es auch für Projekte wie "2. Chance" - für sie läuft die Förderung aus dem Europäischen Sozialfonds aus.

"Für uns ist das ein Schock", sagt Oliver Reiner, Geschäftsführer des soziokulturellen Zentrums Villa, das es besonders hart trifft. Intern wird bereits vermutet, dass dies eine Retourkutsche für eine Klage gegen die Stadt sein könnte. Wie berichtet, hat die Villa - ebenso wie der Verein Geyser-Haus - die bisherige Ver- gabepraxis überprüfen lassen. Pauschale Kürzungen, wie bislang praktiziert, sind laut Verwaltungsgericht Leipzig nicht zulässig. Jugendarbeit im Zentrum hat dabei offenbar nicht so hohe Priorität. "Fachlich nachzuvollziehen ist das nicht", sagt Reiner und erzählt, dass täglich 60 bis 80 junge Leute aus ganz Leipzig den offenen Treff in der Lessingstraße besuchen.

Der Jugendetat wird aktuell mit 8,66 Millionen Euro angegeben. Das klingt nach weniger als im Vorjahr. 909 000 Euro fehlen - das ist jedoch die anteilige Summe für Schulsozialarbeit, die die Stadt künftig aus einem anderen Topf bezahlt.

Bürgermeister Fabian: "Es bleibt dabei: Wir stellen die selbe Summe wie 2013 bereit." Die Stadt müsse aber das Urteil umsetzen - könne das Geld nicht wie bisher verteilen, sondern muss es nach vorher definierten Versorgungsgebieten "gezielt" einsetzen. Fabian bestätigt die Liste nicht und spricht von einem "sehr frühen Stadium" der Überlegungen. "Wir wollen nicht kürzen - doch das Geld reicht einfach hinten und vorne nicht", beschreibt Rüdiger Ulrich (Linke), der Vizechef des Ausschusses, das Dilemma.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 13.11.2013

Mathias Orbeck

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