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Lokales Schöner einkaufen – Lebensmittelmärkte in Leipzig sehen zunehmend besser aus
Leipzig Lokales Schöner einkaufen – Lebensmittelmärkte in Leipzig sehen zunehmend besser aus
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20:18 05.01.2017
Der Konsum-Ersatzbau im Bachstraßenviertel fügt sich sehr gut in den Stadtraum ein. Er wurde vor vier Jahren vom Architekturbüro RKW errichtet. Heutzutage würde man dort sicher mehrgeschossig planen. Quelle: Foto: Gunter Binsack
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Leipzig.

Auch in Leipzig stehen noch die klassischen Discounter, deren schlichte Form an einen Schuhkarton mit spitzem Dach erinnert. Doch bei den neuen Lebensmittelmärkten, die derzeit an vielen Stellen alte Gebäude ersetzen, gilt längst ein ganz anderer Schick. „Der Einzelhandel lernt dazu. Was in den letzten Jahren entstanden ist, kann sich in vielen Fällen wirklich sehen lassen“, meint Jochem Lunebach, der Leiter des Stadtplanungsamtes. Als jüngste Beispiele für eine „sehr gute Qualität der Architektur“ fallen ihm spontan der Konsum im Bachstraßenviertel, der Aldi in einem Parkhaus an der Nonnenstraße, auch die neuen Rewe-Märkte an der Löbauer und Breitenfelder Straße ein. Ebenso vielversprechend seien die Pläne für weitere Rewe-Standorte am Adler (dort beginnt gerade der Abriss der alten Kaufhalle) sowie am Felsenkeller. Selbst das 2014 eröffnete Gebäude für die Drogerie Rossmann gleich neben der historischen Mockauer Post reiche deutlich über das früher Übliche hinaus.

„Natürlich gibt es auch manchen Mist, doch in der Breite müssen wir uns nicht verstecken“, sagt Lunebach. Zu diesem Schluss kam vor einigen Wochen auch die Immobilien-Zeitung in einem Fachartikel. Unter den etwa 38 000 Lebensmittelmärkten in Deutschland wurden 55 vorgestellt, denen die Redaktion eine gelungene Architektur bescheinigte. Fünf dieser Beispiele kamen aus Leipzig: nämlich die drei Konsum-Bauten an der Coppi-, Könneritz- und Sebastian-Bach-Straße (alle vom Architekturbüro RKW), der Penny im frisch sanierten Oelßners Hof in der City sowie der Rewe an der Löbauer Straße (Architekturbüro Kühnl+Schmidt).

Vorreiter beim Thema Schöner einkaufen in Leipzig seien der HIT-Markt in einer früheren Messehalle und eben der Konsum gewesen, erzählt Sachgebietsleiterin Stefanie Komm vom Stadtplanungsamt. „Der Konsum in der Coppistraße erhielt 2007 sogar den Architekturpreis der Stadt.“ Durch den zunehmenden Wettbewerb um die besten Standorte seien mehr und mehr Einzelhandelsfirmen bereit, bei neuen Märkten auch mal von ihren Standard-Bauten abzuweichen. „Zum Beispiel hat Leipzig den kleinsten Aldi-Markt Deutschlands mit nur 500 Quadratmetern in der Windmühlenstraße bekommen. Und der brummt richtig.“ An der Löbauer Straße und einigen anderen Standorten, wo Rewe gegenwärtig eine DDR-Kaufhalle nach der anderen abreißt und durch energiesparende Neubauten ersetzt, habe die Stadt Architektenwettbewerbe durchsetzen können. „Dadurch entstehen einmalige Bauten, die speziell für diesen Ort und das historische Umfeld entworfen wurden“, lobt die Fachfrau.

Um Planungskosten zu sparen und die stets gleichen Bauteile in großen Stückzahlen mit Rabatt ordern zu können, versuchen jedoch gerade die großen Ketten, ihre Standard-Bauten an möglichst vielen Stellen durchzusetzen. Diese werden nur geringfügig an die Umgebung angepasst. Hohe Räume, Glaswände, Flachdach und breitere Gänge zwischen den Regalen lautet das aktuelle Credo der Branche.

Dabei können durchaus schmucke Märkte wie die neueste Generation von Aldi-Filialen in Eutritzsch (Delitzscher Straße) und in Engelsdorf (Hugo-Aurig-Straße) entstehen – ebenso der Rewe-Markt in der Tarostraße, welcher 40 Prozent weniger Energie als andere Märkte verbraucht. Nur sind selbst die besten Standard-Bauten letztlich Stangenware, die so oder ganz ähnlich bald überall im In- und Ausland zu sehen sein wird.

Zumindest für die Leipziger Kernstadt geht der Trend in eine andere Richtung, sagt Amtsleiter Lunebach: „Flachbauten mit großem Parkplatz daneben können wir uns in einer extrem wachsenden Stadt nicht mehr leisten.“ Künftig werde es über dem Markt noch weitere Stockwerke mit anderen Nutzungen geben müssen – zum Beispiel Sporthallen oder Parkhäuser wie beim Konsum im neuen Thomasium oder dem Aldi in der Nonnenstraße.

Von Jens Rometsch

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