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Lokales Schücking: Feist soll sich beim Kustos entschuldigen
Leipzig Lokales Schücking: Feist soll sich beim Kustos entschuldigen
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17:21 19.05.2015
Das Paulinum der Uni Leipzig am Augustusplatz. Quelle: Volkmar Heinz

In einem Brief an den Bundestagsabgeordneten Thomas Feist (CDU) wirft sie ihm eine Diffamierung des Uni-Kustos und der gesamten Universität vor.

Was war passiert? - Uni-Kustos Rudolf Hiller von Gaertringen hatte davor gewarnt, die Kanzel aus der gesprengten Paulinerkirche im Paulinum aufzustellen. Wegen fehlender Klimaanlage in der Aula würde sie binnen weniger Jahre zerstört. Notfalls müsse sie im Museum aufgebaut werden anstatt im Paulinum. Feist hatte daraufhin vom "Kustos im Porzellanladen" gesprochen; dieser mache sich zum nachträglichen Testamentsvollstrecker derjenigen, die mit der Sprengung der Paulinerkirche das Miteinander von Religion und Wissenschaft an der Universität endgültig begraben wollten. Feist sprach in Richtung Hiller von Gaertringen auch davon, dass der Fachkräftemangel offenbar an der Leipziger Universität angekommen sei.

Das war Uni-Rektorin Beate Schücking zu viel: Mit solchen Worten diffamiere Feist "einen anerkannten Kunsthistoriker und unsere Universität in einer Art und Weise, die ich deutlich zurückweisen muss", schrieb sie gestern in einem Brief an den Abgeordneten. "Sie unterschlagen zudem geflissentlich die Verdienste, die sich der Kustos bis heute um die Restaurierung der aus der Paulinerkirche geretteten Kunstwerke erworben hat." Die von ihm eingeforderte Toleranz praktiziere Feist selbst nicht. "Dass unser Kustos dafür wirbt, einen bedeutenden Kunstschatz der Universität nicht aus ideologischer, sondern aus konservatorischer Sicht zu betrachten, ist ihm nicht anzulasten, sondern zeichnet ihn aus." Schücking legte Feist "hiermit ans Herz", sich beim Kustos zu entschuldigen.

"Ich habe von dem, was ich geschrieben habe, nichts zurückzunehmen", sagte Feist gestern der LVZ. Er habe Hiller von Gaertringen aber nicht "als natürliche Person" angreifen wollen. Er reagiere jedoch hellhörig, "wenn sakrale Kunst nur noch als Kunstwerk betrachtet wird". Feist verweist auf seine Leipziger Biographie. Er sei zu DDR-Zeiten auch wegen seines christlichen Glaubens von höherer Bildung ausgeschlossen worden. Er habe "zahlreiche zustimmende Rückmeldungen aus der Leipziger Bürgerschaft" erhalten. "Man hat verstanden, dass hier einer geredet hat, dem das Herz so voll war, dass ihm der Mund überging. Und manchmal muss man seinem Herzen auch Luft machen, sonst platzt man."

Björn Meine

iDer komplette Brief von Beate Schücking an Thomas Feist: www.uni-leipzig.de

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 11.04.2013

Meine, Björn

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