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Lokales Schülerzahlen steigen bis 2030 dramatisch - Leipzig braucht 31 neue Schulen
Leipzig Lokales Schülerzahlen steigen bis 2030 dramatisch - Leipzig braucht 31 neue Schulen
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16:47 03.05.2017
Es wird noch voller: Bis 2030 verdoppeln sich die Schülerzahlen in Leipzig.  Quelle: picture alliance / David Ebener/
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Leipzig

 17 Grundschulen, zehn Oberschulen und vier Gymnasien – so viele Bildungsstätten muss Leipzig bis 2030 zusätzlich errichten. Die kommen auf die bisherige Schulentwicklungsplanung, die der Stadtrat im vergangenen Sommer beschlossen hat und die mit etlichen Bau- sowie Planungsmaßnahmen umgesetzt wird, noch obendrauf. Das geht aus dem aktualisierten Plan hervor, die Schulbürgermeister Thomas Fabian (SPD) gestern vorstellte. Der Prognose zufolge steigen die Schülerzahlen bis 2030 um etwa 50 Prozent. „Seit einigen Jahren wird in Leipzig eine Schule nach der anderen gebaut“, sagt Fabian. Dennoch seien die planerischen Grundlagen des Vorjahres rasch überholt gewesen, weil die Bevölkerungsprognosen von der Realität eingeholt worden sind. Planen könne man aber nicht „aus einem Bauchgefühl“ heraus, sondern nur mit bestätigtem Datenmaterial. „Die Herausforderungen sind enorm, die Planungen ambitioniert; das bringt Leipzig an die Grenzen der finanziellen Leistungsfähigkeit“, ergänzt Nicolas Tsapos, der zuständige Amtsleiter. Geschätzt wird, dass bis 2030 bis zu 500 Millionen Euro zusätzlich investiert werden müssen. Dieses Jahr investiert Leipzig 72 Millionen Euro, im nächsten dann 91 Millionen Euro in Schulgebäude. Um den Kraftakt zu schaffen, will die Stadt Bauabläufe optimieren. So soll es bereits in der Mai-Tagung des Stadtrates eine Sammelvorlage geben, damit Planungen für weitere 24 Projekte beginnen können (die LVZ berichtete).

Wie ist der Bedarf von 31 zusätzlichen Schulen zu erklären? Geburtenboom, Zuzüge, darunter auch durch Flüchtlingskinder, machen zahlreiche neue Gebäude erforderlich. So sind allein 2015 etwa 1200 schulpflichtige Kinder mit ihren Familien nach Leipzig gekommen. Statistiker sagen voraus, dass Leipzig weiter im Tempo der Vorjahre wachsen wird. Auch der Geburtenboom hält offenbar an – so sind im ersten Quartal 2017 erneut 183 Kinder mehr auf die Welt gekommen als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Die Zahl 31 ist allerdings eine statistische Größe – berechnet auf die Anzahl künftig benötigter Klassen. Ein Großteil wird über Neubauten sowie die Reaktivierung bestehender Gebäude abgedeckt, aber auch durch Erweiterungen an bestehenden Standorten mit Hilfe von vorgefertigten Bauteilen sowie „Nutzungsverdichtungen“.

Die Klassen sind proppevoll. Wie können da bestehende Gebäude noch besser ausgelastet werden?

„Das geht nur an Grundschulen, wo für eine Übergangszeit Hort- als Klassenräume genutzt werden“, erklärt Fabian. Geplant ist erneut die zeitweise Schaffung gemeinsamer Grundschulbezirke. Die sind ab 2018/2019 für die Wilhelm-Busch-Schule mit der August-Bebel-Schule, der 90. mit der 91. Schule in Grünau sowie der 9. Grundschule Dölitz mit der Marienbrunner Schule vorgesehen.

Wo wird es besonders eng?

In der Südvorstadt, Gohlis-Mitte (entlang sich entwickelnder Magistralen wie Georg-Schumann-Straße/Lützowstraße), in Altwest (besonders Leutzsch) sowie entlang der Karl-Heine-Straße.

Wo entstehen neue Grundschulen?

Neu errichtet werden unter anderem drei Grundschulen in der Gießerstraße, in der Brüderstraße und in der Rolf-Axen-Straße. Ein Ersatzneubau entsteht für die 120. Grundschule Großzschocher sowie die 31. Grundschule Probstheida. Bereits im Gange sind Sanierungen für den Altbau der 3. Grundschule in der Südvorstadt sowie die ehemalige Neruda-Grundschule. Weitere Standorte sind in Möckern, Schönefeld, Anger-Crottendorf, Engelsdorf, Lößnig/Marienbrunn, in Mitte, im Inneren Osten, am Thonberg, im Einzugsbereich der Schule am Rabet, der August-Bebel-Grundschule sowie am Floßplatz vorgesehen. Hinzu kommen zahlreiche Erweiterungen an bestehenden Standorten. Oft müssen noch Grundstücksfragen geklärt werden.

Wo entstehen Oberschulen?

Reaktiviert werden Schulgebäude in Diderotstraße, Ratzelstraße, Höltystraße, Hainbuchenstraße sowie Löbauer Straße. Der Neubau der Sportoberschule in der Goyastraße läuft, weitere Oberschulen sind in der Ihmelstraße, am Dösener Weg, in der Markranstädter Straße, in Wiederitzsch, am Freiladebahnhof Eutritzsch sowie in der Dauthestraße vorgesehen. Hinzu kommen zahlreiche Erweiterungen.

Wo kommen neue Gymnasien hin?

Standorte für Neubauten – darunter bereits geplante – sind unter anderem der künftige Campus Ihmelstraße sowie die Karl-Heine-Straße in Plagwitz, Prager Dreieck, Gohlis (Bremer Straße), Dösener Weg, ehemaliges Jahrtausendfeld in Plagwitz, Hauptbahnhof-Westseite sowie Altes Messegelände. Der Schulkomplex Mannheimer Straße wird reaktiviert.

Wie ist die Situation an Förderschulen?

Geplant ist vor allem, vorhandene wie die Martin-Schule sowie die Schule Grünau zu sanieren. Für die Schule am Thonberg entsteht ein Neubau in der Curiestraße auf der Alten Messe. „Der Schwerpunkt liegt darauf, Förderschüler ins Regelsystem zu integrieren“, so Tsapos.

Neue Berufschulzentren sind vorerst nicht geplant. Ausgebaut werden auch die Kapazitäten an Turnhallen. Der Stadtrat soll den Entwurf der Planung möglichst in der Juni-Sitzung beschließen.

Von Mathias Orbeck

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