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Lokales Schulabgänger "nicht ausbildungsreif": Auch Leipziger Betriebe betroffen
Leipzig Lokales Schulabgänger "nicht ausbildungsreif": Auch Leipziger Betriebe betroffen
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08:36 03.03.2010
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Berlin/Leipzig

Dennoch gebe es für diese Gruppe der Schulabgänger immer noch erhebliche Probleme bei der Ausbildungsplatzvermittlung.

Bildungsmängel bei Bewerben sind auch Leipziger Handwerkern bekannt. „Wir hören immer wieder Kritik aus den Betrieben, dass es Lehrlingen an Grundfähigkeiten fehlt", sagt Hans-Peter Schmidt, Hauptabteilungsleiter des Bildungs- und Technologiezentrums der Handwerkskammer Leipzig. Schon Grundrechenarten würden manche Jugendliche vor Probleme stellen. „Das fängt manchmal schon damit an, dass ein Malerlehrling Schwierigkeiten hat, auszurechnen, wie viel Quadratmeter Tapete er für eine Wand benötigt." Auch die mündliche und schriftliche Ausdrucksfähigkeit lasse manchmal zu wünschen übrig.

Schmidt warnt jedoch vor Pauschalisierungen. „Wir haben viele gute Lehrlinge, die hervorragende Arbeit machen". Auch sei der Bildungsstand jener, die keine Stelle erhalten, bei weitem nicht so schlecht, wie die Zahlen der Bundesagentur vermuten lassen. Schmidt steht dem Bildungsverein Leipzig vor, der sich um Jugendliche kümmert, die Probleme bei der Lehrstellensuche haben. Seiner Erfahrung nach liegt die Zahl derer, die in Leipzig tatsächlich „nicht ausbildungsreif" sind, deutlich niedriger. „Das betrifft etwa 20 bis 25 Prozent", so Schmidt.

Laut dem Bundesministerium für Bildung und Forschung umfasst der Anteil von 47,3 Prozent jedoch nicht nur Schulabgänger aus dem Jahre 2008, sondern auch Abgänger aus früheren Jahren. Zudem seien neben den tatsächlich „nicht ausbildungsreifen" Jugendlichen in dieser Zahl auch ausbildungsreife Jugendliche enthalten, die eine berufsgrundbildende Maßnahme nutzen, um ihre Chancen auf einen Ausbildungsplatz zu verbessern.

Nach Ansicht der Bundesagentur birgt diese Zahl dennoch Gefahren, denn zum Ausbildungsstand komme der demografische Faktor hinzu. Laut dem Berufsbildungsbericht erreiche „nach wie vor eine große Zahl junger Menschen weder den Schulabschluss noch eine vollqualifizierende Ausbildung." Die deutsche Wirtschaft werde aber wegen der geburtenschwachen Schulabgängerjahrgänge „schon bald jeden jungen Menschen brauchen". Die Regierung fordert deshalb sowohl von den Unternehmen als auch von der Bildungspolitik der Länder, sich verstärkt dieser Gruppe anzunehmen - „schon aus Eigeninteresse für die eigene Fachkräftesicherung".

Laut Bericht ist jeder zweite bis dritte Lehrstellenbewerber nach seinem Schulabgang länger als ein Jahr auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz gewesen. Aber nicht nur Jugendliche haben Probleme, eine Lehrstelle zu finden. Auch Unternehmen beklagten zunehmend Schwierigkeiten, ihre angebotenen Ausbildungsplätze zu besetzen. Bei Betriebsumfragen werde als Hauptursache „mangelndes Leistungsvermögen und die unzureichende schulische Qualifikation der Bewerber" genannt.

Vor allem in der Gastronomie und im Lebensmittelhandel seien bundesweit zehn bis 15 Prozent der angebotenen Lehrstellen nicht zu besetzen gewesen. Nachwuchsprobleme gebe es inzwischen auch bei Klempnern, Fleischern und Gebäudereinigern.

dpa/jap

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