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Schulsozialarbeit in Leipzig: Hoffnung für sechs Stellen an den Oberschulen

Schulsozialarbeit in Leipzig: Hoffnung für sechs Stellen an den Oberschulen

Leichte Entspannung bei der Schulsozialarbeit: Zumindest an den Oberschulen will Schulbürgermeister Thomas Fabian (SPD) das Angebot absichern. Sechs von 16 Stellen, die bis Jahresende befristet sind und bisher vom Bund getragen worden waren, sollen künftig aus städtischem Etat bezahlt werden.

Eltern fordern, auch Stellen in Grundschulen zu erhalten.

Früher war es eine Art Makel, wenn eine Bildungsstätte überhaupt einen Schulsozialarbeiter benötigt. Mittlerweile wird die professionelle Arbeit von den meisten als unverzichtbar oder gar als Qualitätsmerkmal einer Bildungsstätte geschätzt. Auch Kinder kämpfen für ihre Schulsozialarbeiter. "Ich brauche sie weil ich keinen Ansprechpartner habe. Und Probleme habe" - das steht beispielsweise in einer von unzähligen Zuschriften, die bei den Stadtratsfraktionen eingehen. Gegenwärtig gibt es 42 Schulsozialarbeiter-Stellen in Leipzig, die aus verschiedenen Töpfen bezahlt werden. 16 davon fallen jedoch zum 31. Dezember weg, da sie mit Hilfe des Bildungs- und Teilhabepaketes durch den Bund finanziert werden (die LVZ berichtete). Das war als Anschubfinanzierung gedacht, die Kommunen sollten die Jobs ab 2014 aus eigener Kraft weiterführen. Doch die sind dazu meist nicht in der Lage.

"Trotz unserer extremen Haushaltssituation werden wir sechs der 16 Stellen absichern", kündigte Fabian jetzt auf einem Forum im Rathaus an. Dazu müssen 264 000 Euro zusätzlich bereitgestellt werden, der Etat für Schulsozialarbeiter steigt damit auf 1,5 Millionen Euro. "Wir schätzen, was Leipzig an finanziellen Mitteln bereitstellt. Das ist beispielgebend", betont Pier Meier vom Stadtelternrat. Dennoch müsse die Hilfe bereits frühzeitig starten, also schon in der Grundschule.

Das sieht auch Uwe Krüger so. Seit August geht sein Sohn in die Schule am Rabet, eine Grundschule im Leipziger Osten. Die ist durch einen hohen Anteil an Kindern von Migranten und aus sozial schwierigen Verhältnissen geprägt. "Wir haben uns bewusst entschieden, unseren Sohn auf diese Schule in unserem Wohnviertel zu schicken", sagt er. Die Tatsache, dass es dort eine Schulsozialarbeiterin gibt, sei ein ausschlaggebender Punkt gewesen. Bereits in den ersten Wochen habe er gemerkt, wie positiv sich ihre Arbeit auf das Klima auswirke. Doch nun laufe die Stelle aus. "Manche Schüler brauchen zwei Jahre, bevor sie sich öffnen und sich trauen, mir ihre Probleme anzuvertrauen", konstatiert Katharina Kramer, die an der 68. Oberschule als Schulsozialarbeiterin beschäftigt ist. Auch sie plädiert dafür, dass Hilfe frühzeitig ansetzen muss.

Doch wer übernimmt die Kosten? "Wir haben die Hoffnung nicht aufgegeben, dass Bund und Land sich beteiligen", so Stadtrat Christopher Zenker (SPD). Dies müsse auch ein Baustein bei den Koalitionsverhandlungen im Bund werden, falls es eine Große Koalition gibt. Im Stadtrat wolle seine Faktion "möglichst viel für Grundschulen herausholen." Dort stehen am 16. Oktober zwei separate Anträge von SPD und Grünen zur Debatte, die Finanzierung dauerhaft zu sichern. "Die Streichung an Grundschulen ist ein falsches Signal", so Michael Schmidt (Grüne): "Dagegen verwahren wir uns deutlich." Trotz finanzieller Nöte müsse die Stadt Prioritäten setzen. Schmidt kritisiert, dass die Bundesregierung die Initiative des Bundesrates ablehnt, Schulsozialarbeiterstellen weiter zu finanzieren.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 02.10.2013

Orbeck, Mathias

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