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Lokales Schwan im Kohlensack - Leipziger Stadtförster über Umgang mit kranken Wildtieren
Leipzig Lokales Schwan im Kohlensack - Leipziger Stadtförster über Umgang mit kranken Wildtieren
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23:59 26.01.2015
Ein Schwan setzt zum Flug (Symbolbild) Quelle: dpa

Die Bürger glauben, damit etwas Gutes und den Tieren einen Gefallen zu tun. "Aber bei 90 Prozent der abgegebenen Tiere ist gar keine Notsituation gegeben.

Oft handelt es sich um Rehe, Marder, Füchse, Waschbären oder Krähen, die dem natürlich Tod nahe waren", stellt der Leiter der Abteilung Stadtforsten klar. Er bedanke sich deshalb auch nicht bei den Findern, um sie nicht zu ermutigen, weitere Wildtiere zu bringen: "Die Leute müssen akzeptieren, dass Tiere auch sterben."

Der Stress durch unsachgemäßes Einfangen schade den Fundtieren meist viel mehr, als dass ihnen geholfen wird. Durch das Aufgreifen und Verstauen würden sie häufig so stark verletzt, dass sie eingeschläfert werden müssen, berichtete der Stadtförster auf einem Forum zum Thema "Wildtiere in der Stadt" im Umweltinformationszentrum.

"Zum Beispiel wurde uns mal ein Schwan im Kohlensack mit gebrochenen Knochen gebracht. Oder ein Habicht im Wellensittich-Käfig, der sich nur in einem Netz verfangen hatte. Einmal kam jemand, der einen Mäusebussard schon drei Tage in einem Karton im Auto gehabt hatte. Ein anderes Mal jemand mit drei Rehkitzen im Karton, die alle schon verendet waren." Hände weg, rät der Stadtförster in den meisten Fällen: "Die Leute machen keinen Fehler, wenn sie die Tiere in Ruhe lassen. Es ist normal, dass ein Tier auch mal verendet."

Ganz generell werden verletzte Wildtiere, die dem Jagdrecht unterliegen, von der Stadt Leipzig aufgenommen und in den Wildpark gegeben - er ist die offizielle Auffangstation für die Weiterbetreuung. Dagegen könnten Tiere, die unter Naturschutz stehen, von jedem Bürger aufgenommen und gesund gepflegt werden.

Zur Frage des Fütterns von Wildtieren regelt das Jagdrecht, dass es in Notsituationen erlaubt ist. "Aber eine Notsituation habe ich erst einmal erlebt", so Sickert, der seit 1991 im Job ist.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 27.01.2015

Kerstin Decker

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