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Schwedisches Königspaar verabschiedet sich aus Leipzig - Besuch in Nikolaikirche

Volles Programm Schwedisches Königspaar verabschiedet sich aus Leipzig - Besuch in Nikolaikirche

Am Samstag besuchte das schwedische Königspaar Wittenberg und Leipzig. Nach einem Festessen im Alten Rathaus besuchte Silvia eine Tagung der Childhood-Stiftung, während für Carl Gustaf das Max-Planck-Institut auf dem Programm stand.

Das schwedische Königspaar auf Staatsbesuch in Deutschland.

Quelle: dpa

Leipzig. Eine Motorrad-Eskorte der Polizei kündigte die Ankunft an, um 12.38 Uhr rollte dann die dunkle Stretch-Limousine mit den Staatsgästen auf den Alten Markt. Dort warteten schon rund 1000 Menschen, um einen kurzen Blick auf das schwedische Königspaar Silvia und Carl XIV. Gustaf zu werfen. Unter ihnen die kleine Elin, Tochter der schwedischen Sopranistin Lisa Fornhammar, die an der Leipziger Oper singt. Elin überreichte der Monarchin einen kleinen Blumenstrauß, dann wurde das Königspaar auch schon von Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tllich (CDU) und Frau sowie von Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) und Gattin auf den Balkon des Alten Rathauses geleitet.

Einen herzlichen Empfang bereiteten die Leipziger dem schwedischen Königspaar Silvia und Carl Gustaf bei ihrem Besuch am 8. Oktober. Das Paar wurde mittags am Alten Rathaus empfangen und zeigte sich auf dem Balkon. Ein Blumenkind übergab Silvia, die im eleganten Chanel-Kostüm kam, außerdem einen kleinen Strauß. Foto: dpa

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Dort zeigten sich die schwedischen Gäste kurz und wurden von den Leipzigern mit herzlichem Jubel empfangen. Silvia hatte sich zum Abschluss des viertägigen Staatsbesuchs in Deutschland für ein bordeauxfarbenes Kostüm im Chanel-Stil mit farblich abgestimmten Schuhen und kleiner Handtasche entschieden, Carl XVI. Gustav erschien im eleganten dunklen Anzug.

Festessen in historischem Ambiente

Alles ist bereit: Festtafel für das Mittagessen mit dem schwedischen Königspaar.

Alles ist bereit: Festtafel für das Mittagessen mit dem schwedischen Königspaar.

Quelle: LVZ

Danach stand für Ehrengäste im Alten Rathaus ein Festessen mit dem Königspaar auf dem Programm. Bei Kerzenschein und zu Ingwersüppchen, Wildhasen und Süßkartoffelbaumkuchen konnten die Gäste plaudern und das historische Ambiente des Renaissance-Bauwerks auf sich wirken lassen. Natürlich hatte der Koch auch an eine vegetarische Variante gedacht: Statt Wildhase wurden dann gebratene Steinpilze mit Ingwerschaum, Safran und Gnocchi serviert.

In seinem auf Englisch gehaltenen Toast zu Ehren des Königspaars hob Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich hervor, dass die Beziehungen zwischen Schweden und Sachsen eine lange Tradition haben und sich an vielerlei Beispielen zeigten: Er nannte das Engagement von 21 schwedischen Unternehmen in Sachsen, die hier fast 3000 Arbeitsplätze geschaffen haben, wie auch König Silvias Visite auf dem Dresdner Semper Opernball 2014, als sie mit ergreifenden Worten über die von ihr gegründete Stiftung "World Childhood Foundation" berichtete, die sich für Kinder engagiert. Ein Besuch bei einer Stiftungstagung gehörte für Silivia noch am selben Nachmittag zum dicht geballten Programm.

Getrennte Termine

Danach trennte sich das Königspaar für zwei Termine. Während Carl Gustaf  im Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie am Deutschen Platz von Leiter und Landsmann Svante Pääbo mehr über die Neandertaler-Forschung erfuhr, besuchte Königin Silvia in der Universität Leipzig eine Tagung der Childhood Foundation.

Im Audimax verfolgte sie zunächst aus der ersten Reihe, eingerahmt von ihrer Hofdame Anna Hamilton und Uni-Rektorin Beate Schücking verschiedene Vorträge. Dann trat Silvia selbst ans Rednerpult – das ihr allerdings schlicht zu hoch war und die Sicht nahm. „Sehen Sie mich überhaupt?“, fragte sie, nahm dann kurzerhand das Mikrofon und hielt ihre Rede vor dem Pult.

Unterstützung für erstes deutsches „Barnahus“  in Leipzig

Hintergrund: An der Universitätsklinik in Leipzig entsteht im kommenden Jahr ein Kompetenzzentrum zur umfassenden Betreuung missbrauchter Kinder. Königin Silvia von Schweden sagte dazu am Samstag in Leipzig die Unterstützung der von ihr gegründeten Childhood-Stiftung zu.

Das Zentrum soll dem sogenannten „Barnahus“-Modell folgen. In diesen Einrichtungen, von denen es in Schweden bereits mehr als 30 gibt, kümmern sich Psychologen, Ärzte, Polizisten und Sozialarbeiter um betroffene Kinder. Damit werden traumatisierende Mehrfachbefragungen vermieden. Die Leipziger Einrichtung wird das deutschlandweit erste „Barnahus“.

Besuch in der Nikolaikirche

Gemeinsam fand sich das Königspaar gegen 16 Uhr zur letzten Etappe des Leipzig-Besuchs am Nikolaikirchhof ein. Pfarrer Bernhard Stief und Superintendent Martin Henker begrüßten die hohen Gäste, die die Nikolaikirche besichtigten.

Dort übergab das Königspaar ein schwedisches Psalm-Buch. Den Hintergrund des Geschenks berichtete Königin Silvia von Schweden später auf einer Pressekonferenz: Demnach habe ihr Vetter, der in Leipzig gelebt hat, erzählt, dass bei den Montagsdemos während der Friedlichen Revolution unter anderem schwedische Psalmen gesungen wurden.

Abfahrt aus Leipzig

Um 17.17 Uhr war es dann soweit: Begleitet von Ministerpräsident Stanislaw Tillich verließen Silvia und Carl XIV. Gustaf die Messestadt Richtung Flughafen Leipzig/Halle. Über 200 Menschen jubelten dem Königspaar zum Abschied zu.

Morgens Station in Wittenberg

Zuvor waren Karl Gustaf und Silvia in der Lutherstadt Wittenberg empfangen worden. Sie wurden an der berühmten Thesentür der Schlosskirche von Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) und dem Oberbürgermeister der Stadt, Torsten Zugehör (parteilos), begrüßt, um sich dann die Schlosskirche anzusehen. Auch rund 100 Wittenberger begrüßten das Königspaar, teilweise mit schwedischen Fähnchen. Sowohl an der Kirche als auch am Luthergarten erlebten die hohen Gäste einen herzlichen Empfang.

Die Wittenberger Schlosskirche war vor einer Woche nach mehrjährigen Restaurierungsarbeiten offiziell wiedereingeweiht worden. Die dänische Königin Margrethe II. hatte an dem Festgottesdienst teilgenommen. An die Thesentür soll Martin Luther (1483-1546) im Jahr 1517 seine 95 kirchenkritischen Thesen angeschlagen haben. Dieses Ereignis gilt heute als zentraler Ausgangspunkt der weltweiten Reformationsbewegung.

Das schwedische Königspaar Carl Gustaf und Silvia ist am Samstag (8.10.2016) in der Lutherstadt Wittenberg und in Leipzig zu Gast. Fotos: dpa

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Neben der Besichtigung der Schlosskirche standen für das schwedische Königspaar auch ein Stadtrundgang, eine symbolische Baumpflanzung im Luthergarten und der Besuch der Stadtkirche St. Marien auf dem Programm. Die Stadtkirche war die Predigtkirche des Reformators Luther und Ausgangsort für die Tradition der evangelischen Gottesdienste in deutscher Sprache.

Jan Emendörfer/Kerstin Decker/Bastian Fischer/Evelyn ter Vehn/dpa

Leipzig 51.339695 12.373075
Leipzig
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