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Schweigeminute: Leipziger gedenken zurückgezogen an ruhigen Orten

Pariser Terroranschläge Schweigeminute: Leipziger gedenken zurückgezogen an ruhigen Orten

Ziemlich ruhig war es am Montag in Leipzigs Innenstadt, als die Kirchglocken Mittag läuteten. Obwohl 28 EU-Länder zu einer Schweigeminute ausgerufen hatten, blieb keiner stehen. Die Leipziger gedachten im Stillen der Todesopfer der Pariser Terroranschläge.

Trägt auf der Straße Frankreichs Nationalfarben: Bistroleiter Pierre Croizeau hat Freunde und Verwandte in Paris. Er leidet mit ihnen.

Quelle: Dirk Knofe

Leipzig. Um Punkt 12 war es in Leipzigs Einkaufsmeilen ziemlich ruhig. Nur die Uhr am Alten Rathaus und die Glocken der Thomaskirche waren zu hören. Aber keiner blieb stehen, um einen Moment lang der Opfer des Terrors in Frankreich zu gedenken. Die Menschen zogen sich stattdessen lieber an ruhige Orte zurück – wie der Thomaskirche oder das Restaurant „Petit Paris“.

Pierre Croizeau, Bistroleiter vom „Petit Paris“, ist Franzose und wohnt in Leipzig. Seine Freunde und Verwandten leben in der französischen Hauptstadt. Mit ihnen fühlt der 50-Jährige derzeit mit. Die Schweigeminute verbrachte Croizeau allein im Restaurant. Radio aus, Kerzen an.

Sibylle Böhm zog sich in die Thomaskirche für die Schweigeminute zurück und zündete eine Kerze an.

Am Montag haben Leipziger mit einer Schweigeminute der Toten von Paris gedacht.

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„Es ist ein Solidaritätsakt. Niemand sieht dich, aber dabei zu sein, zählt alles“, sagt Croizeau. Der Gewaltakt der Terroristen hat den Bistroleiter tief verletzt. Seit zwei Tagen trägt Croizeau im Freien einen Schal mit den französischen Nationalfarben. „So etwas kann immer passieren, aber mit dieser Schweigeminute zeigen wir, dass wir uns nicht unterkriegen lassen“, sagt der 50-Jährige bestimmt.

Rückzugsort: Thomaskirche

In der Innenstadt läutet die Thomaskirche länger als sonst. 60 Sekunden sind ihre Glockenschläge nach zwölf zu hören.

Sibylle Böhm hat sich in die Thomaskirche zurückgezogen und dort eine Kerze angezündet. Die Leipziger Ärztin hat von der Schweigeminute im Radio erfahren und sich spontan auf den Weg zur Kirche gemacht. „Ich hatte das Bedürfnis, die Geschehnisse, die mich so fassungslos gemacht haben, in der Schweigeminute zu bedenken. Die Thomaskirche ist ein guter Ort dafür“, sagt die 45-Jährige. Die Weihnachtsbuden in der Stadt hätten nicht zu ihrer derzeitigen Stimmung gepasst.

„Wir empfinden viel Mitgefühl mit den Franzosen. Die Terroranschläge haben ja die ganze Welt erschüttert“, so Karin und Ulrich Bahr. Unterwegs in der Innenstadt haben sie spontan an der europaweiten Schweigeminute teilgenommen. Das Ehepaar aus Hamburg macht gerade in Leipzig Urlaub und möchte die Stadt erkunden.

Manche entscheiden sich gegen die Schweigeminute

Justus Rantzsch aus Chemnitz hat bewusst auf die Schweigeminute verzichtet. „Das bringt die Toten auch nicht wieder zurück“, findet der 25-Jährige.

Auch wenn Kassandra Benz viele Freunde in Paris hat, für die Schweigeminute fehlte die Gelegenheit. Die 25-jährige Studentin hatte zu dieser Zeit einen wichtigen Termin, der ihr fürs Schweigen keinen Raum einräumte. Sie ist aber froh, dass sie ihre Freunde in Paris schnell via Telefon erreichen konnte und weiß, dass ihnen nichts passiert ist.

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