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Lokales Schwimmhalle Leipzig-Mitte droht Schließung
Leipzig Lokales Schwimmhalle Leipzig-Mitte droht Schließung
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23:01 13.12.2009
Die Schwimmhalle Leipzig-Mitte ist nach 2008 erneut von der Schließung bedroht. Quelle: Thomas Gras
Leipig

Die wird dadurch verschärft, weil die Stadt 2010 ihren gerade erst erhöhten Zuschuss wieder um 200.000 Euro kürzen will. Stadträte ziehen die Notbremse und fordern eine Lösung.

Während immer mehr Schwimmer ihre Bahnen absolvieren, kriselt es hinter den Kulissen der Sportbäder Leipzig GmbH gewaltig. Diese betreibt seit 2004 im Auftrag der Stadt acht Schwimmhallen und fünf Freibäder, die sowohl für den öffentlichen Badebetrieb als auch den Schul- und Vereinssport genutzt werden. Da Eintrittsgelder und Gebühren für den Unterhalt der Anlagen nicht reichen, schießt die Stadtverwaltung jedes Jahr Geld aus dem Haushalt zu. Die jeweilige Summe ist im Bäderleistungsfinanzierungsvertrag geregelt. Bereits im Vorjahr war es aufgrund der gestiegenen Energie- und Personalkosten zu einer Krisensituation gekommen.

 Als Ausweg wollte die Sportbäder GmbH Ende 2008 die Schwimmhalle Mitte sowie das Freibad Schönefeld schließen. Das wurde abgewendet, da der Stadtrat den Zuschuss auf 4,5 Millionen Euro erhöhte. Doch im Etatentwurf für 2010 stehen wieder 200.000 Euro weniger drin. Dabei hatte der Stadtrat gefordert, dass die Verwaltung bis Ende 2009 einen überarbeiteten Bäderleistungsfinanzierungsvertrag vorlegt, der dem Unternehmen eine Perspektive bietet.

"Mich erbost, dass die Verwaltung das Problem aussitzt, anstatt es zu lösen", sagt Grünen-Stadtrat Ingo Sasama. Gemeinsam mit seinen Kollegen Margitta Hollick (Linke), Jens Lehmann (CDU) und Christopher Zenker (SPD) hat er einen Antrag eingebracht, den Zuschuss um 300.000 Euro auf 4,7 Millionen Euro zu erhöhen. „Wir brauchen dringend eine Lösung, sonst ist die Liquidität gefährdet“, sagt auch Rüdiger Ulrich (Linke), der im Aufsichtsrat des Unternehmens sitzt.

Geschäftsführer Joachim Helwing will die Schließung von Schwimmhallen verhindern. Ein Kandidat dafür wäre erneut jene in der Kirschbergstraße, zumal das Unternehmen das Gebäude - aufgrund unklarer Eigentumsverhältnisse - bislang nur gepachtet hat. Mittlerweile gehört das Grundstück aber der Stadt. Ende des Jahres läuft dennoch der Pachtvertrag aus. „Wir haben der Stadt aber eine Verlängerung bis Ende Februar 2010 angeboten“, so Helwing. Dann ist der neue Etat verabschiedet, die Höhe der Zuschüsse klar. „Wir würden die Schwimmhalle Mitte gern sanieren, weil sie gut genutzt wird. Investitionen sind aber nur bei einer langfristigen Perspektive möglich.“ Ebenfalls gefährdet sind nach LVZ-Informationen das Freibad Schönefeld sowie das Ökobad Lindenthal. Möglicherweise noch eine weiter unsanierte Schwimmhalle.

Die Liquidität der Gesellschaft ist zudem durch ein Darlehen gefährdet. Das musste die Firma aufnehmen, um das neue Sportbad an der Elster überhaupt bauen zu können (Baukosten: 9,8 Millionen Euro). Denn die bewilligten Fördermittel (2,8 Millionen) reichten damals nicht, um den Neubau zu stemmen. Um den Kredit zu tilgen, zahlt die Firma ab 2010 bis 2020 jährlich 685000 Euro. „Bei Abschluss des Vertrages war bekannt, dass die Sportbäder dies nicht allein finanzieren können“, sagt Sasama. Deshalb sei auch mit Kreditabschluss eine dreijährige Tilgungsfreistellung vereinbart worden. „Wir erwarten vom Oberbürgermeister eine zeitnahe Lösung.“

Mathias Orbeck

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