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Sechs Tage nach der Geburt: Leipziger Vierlingseltern schließen ihre Babys in die Arme

Sechs Tage nach der Geburt: Leipziger Vierlingseltern schließen ihre Babys in die Arme

Sechs Tage hatten Janett und Marcus Mehnert auf diesen Moment gewartet: Am Donnerstag durften die Vierlingseltern im Leipziger Universitätsklinikum zum ersten Mal die kleine Laura und ihre Schwester Kim in die Arme schließen.

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Auf der Neonatologischen Station (Frühgeborenenstation) der Universität in Leipzig stehen der Leiter der Abteilung Ulrich Thome und die Stationsschwester Gabi (r) am Dienstag, 10.01.2012 an einem Inkubator.

Quelle: dpa

Leipzig. Nach Bekanntwerden der Geburt wird das Klinikum nun von einer wahren Hilfswelle für die Familie überrollt.

Ein bis zwei Stunden Kuscheln hatte Ulrich Thome, Frühgeburtenmediziner vom Leipziger Universitätsklinikum, seiner Patientin verordnet. „Alles was unter einer Stunde liegt, ist für die Kinder zu stressig, weil sie sich erst an die neue Umgebung anpassen und dann zur Ruhe kommen müssen", sagte er. Dieser Aufforderung folgte Mama Janett nur zu gerne. „Ich bin schon aufgeregt, sie sind so klein und zerbrechlich, dass ich gar nicht weiß, wie ich sie richtig anfassen soll", hatte die 31-Jährige im Vorfeld verraten. Zur Unterstützung war auch Papa Marcus mitgekommen. Er schmuste mit Tochter Kim während die frischgebackene Mama zum ersten Mal die kleine Laura auf ihrer Brust spürte.

Noch schlafen die Kleinen zwischen 16 und 20 Stunden täglich. So hatte Sophie, die mit 35,5 Zentimetern und 986 Gramm die kleinste und leichteste der vier ist, laut Thome ihre Umstellung von der Beatmungsmaschine auf eine Atemhilfe, die für Donnerstag geplant war, schlichtweg verschlafen. Hinzu komme, dass die Zweitgeborene zwar bereits selbstständig mit der Maschine mitatme, bisher reiche die Eigenarbeit der Kleinen jedoch nicht aus. „Nach den Fortschritten der vergangenen Tage sind wir aber zuversichtlich, dass wir die Beatmungsmaschine am Freitag abstellen können", erklärte der Mediziner.

Auch die kleine Jasmin war direkt nach der Geburt beatmet worden. Inzwischen sei sie wie ihre zwei Geschwister auf eine Atemhilfe umgestellt worden, so Thome. Bis diese abgestellt werde, könne es noch einige Wochen dauern.

Versorgt werden die Neugeborenen mit einer Infusionslösung aus Aminosäuren, Traubenzucker und Fetten, die sie über die Nabelschnurvene erhalten. „Kim, Jasmin und Laura bekommen zudem alle drei Stunden zwischen drei und fünf Milliliter Milch", so Thome. Weil sie noch nicht saugen könnten, geschehe dies über einen dünnen Schlauch, der in den Magen führe, erläuterte Thome. In den nächsten Wochen solle die Infusionslösung komplett durch die Milch ersetzt werden.

„Nun kommt die Phase, in der die Kinder nur noch wachsen und gedeihen sollen und wir möglichst wenig machen", sagte Thome. Rund zehn Wochen werden die Mädchen noch in der Klinik verbringen. „Zuerst müssen sie in der Lage sein, selbstständig zu trinken, zu atmen und ihre Körpertemperatur zu halten", so Thome.

Mehr als zehn Spender hätten sich seit Dienstag bei der Universitätsklinik gemeldet. „Das sind zum größten Teil Unternehmen aber auch Privatpersonen die Bekleidung und Teile der Baby-Ausstattung angeboten haben", sagte Helena Reinhardt, Sprecherin des Universitätsklinikums. „Wir freuen uns sehr für die Familie, dass es so viel Anteilnahme gibt."

Grund zur Freude gibt es auch für Papa Marcus Mehnert, der als Leiharbeiter für BMW tätig ist (LVZ-Online berichtete). „Herr Mehnert wird am 1. März fest im BMW-Werk Leipzig eingestellt", sagte BMW-Sprecher Jochen Müller am Donnerstag auf Anfrage. Diese Entscheidung habe jedoch nichts mit den Vierlingen zu tun. „Er hatte sich erfolgreich auf eine von mehreren hundert Stellen beworben", so Müller. Über ein weiteres Engagement für die Familie wolle BMW im Weiteren entscheiden.

Stefanie Buessing

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