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Lokales Seehofer leitet jetzt Uni-Transplantationszentrum in Leipzig
Leipzig Lokales Seehofer leitet jetzt Uni-Transplantationszentrum in Leipzig
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22:40 18.04.2016
Daniel Seehofer leitet jetzt das Transplantationszentrum des Leipziger Uni-Klinikums. Quelle: Uniklinik Leipzig
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Leipzig

Führungswechsel am Transplantationszentrum des Leipziger Uni-Klinikums (UKL): Der bisher an der Berliner Charité wirkende Professor Daniel Seehofer hat jetzt die Leitung übernommen und steht zugleich dem Bereich für hepatobiliäre und Transplantationschirurgie vor. Nach UKL-Angaben bringt der 45-Jährige, der aus München stammt, große Erfahrungen in allen Bereichen der Viszeralchirurgie mit. „Wir sind sehr froh, einen so versierten und breit aufgestellten Spezialisten gewonnen zu haben“, erklärte UKL-Vorstandssprecher Professor Wolfgang Fleig. „Von den Impulsen, die er und sein Team mitbringen, erwarten wir eine weitere Stärkung bei der Leberchirurgie und der Transplantationsmedizin.“

Seehofer kündigte an, dass er am UKL auch ein neues Verfahren etablieren will, mit dem sich vor einer  Operation sehr genau bestimmten lässt, welche Funktionen eine erkrankte Leber nach dem Eingriff noch übernehmen kann und welche nicht. So lasse sich präzise planen, wie umfangreich die Operation sein muss. Das dafür notwendige Testgerät soll in den nächsten Wochen einsatzbereit sein. In den ersten Tagen nach seinem Amtsantritt habe er sich davon überzeugen können, dass es an seiner neuen Wirkungsstätte hervorragende Kernkompetenzen und ein effektives Zusammenwirken gebe.

Seehofer übernimmt die Nachfolge von Professor Michael Bartels, der das Transplantationszentrum in schwierigen Zeiten führte. Hintergrund: Im Dezember 2012 hatte es bei einer Überprüfung durch die Bundesärztekammer erste Hinweise darauf gegeben, dass am UKL bei Daten von Patienten, die auf eine Spenderleber warteten, manipuliert worden war.

Zwei Oberärzte und der Direktor der Klinik für Viszeral-, Transplantations-, Thorax- und Gefäßchirurgie wurden vom Dienst suspendiert. Spätere Untersuchungen brachten massive Regelverstöße in den Jahren 2010 und 2011 zu Tage. Wie berichtet, prüft mittlerweile eine Kammer des Landgerichtes die Anklage der Leipziger Staatsanwaltschaft gegen die zwei ehemaligen Oberärzte. Ihnen wird gemeinschaftlicher versuchter Totschlag in 31 Fällen angelastet, weil es durch die Falschangaben zu Verschiebungen auf der Prioritätenliste für den Erhalt einer Spenderleber gekommen sei. Gesehen wird das von der Staatsanwaltschaft als bewusstes und aktives Vereiteln fremder Rettungsbemühungen. Gegenüber dem damaligen Klinikdirektor wurden die Ermittlungen mangels hinreichendem Tatverdacht eingestellt. Alle drei Mediziner sind nicht mehr am UKL angestellt.

Unter der Ägide von Bartels war das Transplantationszentrum ab 2013 neu strukturiert und weitergeführt worden.

Von Mario Beck

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