Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Lokales Sektlaune zur Kaffeezeit im Leipziger Pöge-Haus – neues Leben nach Umbauphase
Leipzig Lokales Sektlaune zur Kaffeezeit im Leipziger Pöge-Haus – neues Leben nach Umbauphase
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
23:30 12.10.2014
Samanta Gorzelniak (links) gestattet Neugierigen einen Blick in ihre gute Stube. Quelle: André Kempner

"Ich stamme aus Brandenburg, habe in Tübingen studiert und promoviert, wollte aber immer zurück in den Osten", erzählt sie.

Nun habe sie eine Stelle an der Europa-Uni Frankfurt/Oder und sei glücklich, hier ein Zuhause ganz nach ihrem Geschmack gefunden zu haben. "Ich hab lange überlegt, wo ich mich festsetze. Da kam mir Leipzig mit der Buchmesse und den vielen gestaltbaren Räumen gerade recht. Schauen Sie nur, die alten Dielen hier, die hab ich mir im ganzen Haus zusammengesucht." Na, und ihr Bad in Dunkelgrün und Weinrot mit goldenem Kronleuchter ist wirklich ein Hingucker!

Im Pöge-Haus haben sich nach gut zweijähriger Umbauphase zehn Mietparteien und eine Reihe Künstler eingerichtet. "Als das Gebäude leer stand, haben wir uns zusammengetan, eine GmbH gegründet und die Immobilie von der Stadt gekauft", berichtet Keilhauer. Ziel sei von Anfang an gewesen, das Gebäude als Kulturhaus sowie zum Wohnen und Arbeiten lebendig zu erhalten. Inzwischen seien mehr als eine Million Euro investiert worden, entstand in den oberen Etagen Wohnraum für zehn Parteien - von der Familie mit Kind bis zur Sieben-Mann-WG - sowie im ersten Geschoss eine Reihe kleiner Ateliers.

Hochbetrieb herrscht bei Holzbildhauerin und Kunstpädagogin Kerstin Köppen. "Bisher war ich in der Zündkerzenwerkstatt. Aber hier habe ich bessere Lichtverhältnisse", beschreibt die 36-Jährige aus Mecklenburg-Vorpommern, die nach dem Studium in Leipzig blieb, ein Motiv ihres Einzugs.

Auf der Atelier-Etage schaut sich Christine Pannier ganz genau um. "Hier, wo jetzt das Künstlerbad ist, hat mal meine Schwiegermutter gewohnt", sagt die Grünauerin, die mit ihrem Mann kam, "um zu sehen, was aus dem Haus geworden ist".

Das möchte auch Andreas Pöge (43), dessen Vater Friedrich von 1979 bis 1994 hier eine Druckerei betrieb, die Haus und Verein jetzt sogar den Namen gibt. "Ist schon toll geworden", lobt Pöge Junior, der nun in Mölkau Bücher, Kataloge und Geschäftsdrucksachen fertigt. "Wir haben das Projekt die ganze Zeit begleitet und sind froh, dass das Haus auf diese Weise gerettet wurde", ergänzt seine Lebensgefährtin Sylvia Kretzschmar (40).

Fotograf Harald Kirschner (69) lobt die familiäre Atmosphäre der Ateliers. "Das gibt Raum für Kommunikation", sagt der Grünauer, der 2011 mit Christiane Eisler in fast 30 Zimmern des alten Hauses "Bilder des Leipziger Ostens von 1981 bis 2011" ausstellte.

Zum Resümee treffen sich viele der Besucher dann bei Tom Wiesner (35). In Toms Café, das er demnächst als Café Neustadt öffnen will, werden zwischenzeitlich sogar die Tassen knapp -

Das Pöge-Haus ist eröffnet.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 13.10.2014

Cornelia Lachmann

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Als sie noch gemeinsam am Engelsdorfer Gymnasium die Schulbank drückten, dachte gewiss keiner von ihnen daran, dass sich ihr Abitur-Jahrgang 2009 einmal zu einem geselligen Restauranttester mausern würde.

12.10.2014

Bestes Wetter für den zweiten Leipziger Halbmarathon: Rund 2000 Läufer gingen am Sonntag auf die 21-Kilometer-Route oder starteten zum 10-Kilometer-Lauf. Die Strecken führen entlang historischer Schauplätze der Völkerschlacht.

12.10.2014

Die Tropenhalle Gondwanaland des Leipziger Zoos und das Lindenauer Gartenprojekt Annalinde sind am Freitag als Projekte der UN-Dekade biologische Vielfalt ausgezeichnet worden.

11.10.2014
Anzeige