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Seniorenpaten für Flüchtlingsfamilien werden gesucht

Hilfsprojekt im Geyserhaus Seniorenpaten für Flüchtlingsfamilien werden gesucht

„Paten gesucht“, heißt ein neues Hilfsprojekt im Geyserhaus, bei dem keine Menschen gesucht werden, die Geld spenden, sondern die im Alltag helfen und Ablenkung schaffen. Ziel ist es, deutschlandweit 300 Rentner als Paten für geflüchtete Familien zu finden.

Anne Lietz (links) erklärt Hella Walter und Brigitte Meyer (rechts), wie das Patenschaftsprojekt ablaufen soll.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Hella Walter ist perfekt. Perfekt, weil sie seit Dezember im Vorruhestand ist, aber nicht ihre Beine hochlegen möchte. Die 63-Jährige will sich einbringen – sinnvoll. Für jene, die Hilfe bitter nötig haben. Deswegen besuchte sie einmal in der Woche, begleitet von einer iranischen Freundin, die Flüchtlingsunterkunft in der Zschortauer Straße. „Mir liegen die Frauen am Herzen, sie sind die letzten in der Kette“, begründet sie. Um mit ihnen ins Gespräch zu kommen, sie abzulenken, initiierte sie einen Handarbeitskreis. „Aber die Frauen müssen aus diesem Haus raus“, erklärt sie, „sie brauchen Ablenkung.“

Genau im richtigen Moment fischte Walter einen Flyer aus dem Postkasten, einem vom Geyserhaus. „Paten gesucht“, stand auf dem. Paten für geflüchtete Familien und Einzelpersonen. Keine, die Geld spenden, sondern die im Alltag helfen und Ablenkung schaffen.

Das ist das Ziel des Programms „Menschen stärken Menschen“, das das Bundesministerium für Familie ins Leben gerufen hat. Unterstützt wird damit auch die Aktion „Alt für Jung“ der Bundesarbeitsgemeinschaft Seniorenbüros. Ziel dieser ist es, deutschlandweit 300 Rentner als Paten für geflüchtete Familien zu finden. 17 Seniorenbüros nehmen daran teil, darunter auch das im Geyserhaus. Zehn Patenschaften möchten Anne Lietz und ihre Mitstreiter schaffen. Für jede stehen bis Jahresende 200 Euro zur Verfügung.

Die Idee, sich an dem Programm zu beteiligen, kam von den Rentnern, die sich regelmäßig im Geyserhaus treffen, selbst. Zwei Damen wollten Lesepatenschaften für Kinder aus der Zschortauer Straße übernehmen. Um das ganze in geordnete Bahnen zu lenken, wurde das neue Programm initiiert. Hella Walter ist die erste, die daran teilnimmt und ein gemeinsames Treffen von einigen Familien und interessierte Senioren angeregt hat. Das soll Anfang Juni stattfinden. Ganz ungezwungen, um Berührungsängste abzubauen. Vielleicht beim Tanztreff, den Brigitte Meyer ins Leben gerufen hat – dem Unterrock.

Die Patenhilfe der Rentner soll kein Ersatz der professionellen Hilfe sein, die den Flüchtlingen angeboten wird. Sie sollen wie eine Art Kompass fungieren, bei manchen Behördengängen behilflich sein oder bei der Freizeitgestaltung helfen. „Hilfe zur Selbsthilfe“, fasst es Lietz vom Seniorenbüro Nord zusammen. Nebenbei soll so auch das Deutsch der Flüchtlinge verbessert werden.

Interessierte sollten keine Berührungsängste haben und aufgeschlossen für die jeweilige Kultur des anderen sein. Das gilt natürlich ebenso für die Flüchtlinge. Wie genau die Patenschaft mit Leben erfüllt wird, ist den Teilnehmern selbst überlassen. Auch, wie oft sich getroffen wird. „Schließlich soll es auch Spaß machen“, begründet Lietz. Und genau deswegen ist Hella Walter perfekt. Schließlich bringt sie all das mit, was für die Patenschaft von Nöten ist.

Von Alexander Bley

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