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Lokales Sieben Yaks weiden jetzt am Cospudener See
Leipzig Lokales Sieben Yaks weiden jetzt am Cospudener See
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23:59 23.06.2014

Die braunen oder schwarz-weißen Riesenbüffel aus Zentralasien sind mit ihnen freilich nicht zu verwechseln. Ein Yakbulle kann eine Kopf-Rumpf-Länge von 3,25 Metern erreichen, eine Widerristhöhe von zwei Metern und ein Gewicht von über einer Tonne. Die Kühe sind deutlich kleiner.

Gleich sieben solcher Riesen leben jetzt als Herde im Neuseenland. Weniger, weil sie schwere Lasten tragen und gemolken werden können, sondern weil sie den Pflanzen- und Artenschutz ihrer Umgebung bereichern. Dies, obwohl sie praktischerweise Allesfresser sind.

"Yaks sind sehr genügsame Tiere. Sie fressen das, was sie hier in der Natur vorfinden," erzählt Stadtförster Andreas Sickert. Damit werde die Vegetation verbessert. "Die Yaks sollen dafür sorgen, dass bestimmte Pflanzenarten, die sich in letzter Zeit leider über die Gebühr vermehrt haben, in ihrer Ausbreitung gestoppt und zurückgedrängt werden." Gemeinsam mit der Stadt Leipzig und den Auszubildenden zum Forstwirt bietet Großstadtschäferin Kerstin Doppelstein den sieben Riesenbüffeln eine offene und lichte Wald-Heimat im Leipziger Süden. Bislang hat Doppelstein 400 Schafe auf der zwanzig Hektar großen Fläche betreut. Nun kommen die Yaks dazu. Ursprünglich stammen die Sieben aus verschiedenen Zoos. Für das besondere Projekt gaben sie die Tiere teilweise gratis ab. Alle zusätzlichen Kosten übernahm die Großstadtschäferin selbst.

Bevor die Riesenbüffel allerdings grasen konnten, wurden sie nach dem Import auf alle möglichen Infektionskrankheiten untersucht. Die Prozedur dauerte mehrere Monate. Die ersten Yaks dürfen nun seit vergangener Woche uneingeschränkt die Wiesen rund um den Cospudener See unsicher machen. Sickert dazu: "Aufgrund verschiedener Faktoren dauerte die Quarantäne der Tiere unterschiedlich lange. Auf alle Fälle bleiben es noch mehrere Monate, bis auch die letzten aus der Quarantäne in die Natur entlassen werden." Immerhin sei nun gerade der Startschuss für das "Lehrlingsprojekt" der angehenden Forstwirte vollzogen. Die Auszubildenden werden nicht nur Bäume pflanzen und unerwünschtes Gehölz beseitigen, sondern auch die Auswirkungen der Yaks im "Hutewald" über einen Zeitraum von drei Jahren dokumentieren.

Obendrein sollen die sieben Riesenbüffel auch noch zum Tierschutz im "Hutewald" beitragen. Denn dort leben seltene Käfer, Schmetterlinge und Heuschrecken, die vom Aussterben bedroht sind. Auch wertvolle Stieleichen schütze der Yak, indem er sie in Ruhe lasse, während andere Beweidungstiere diese Bäume beseitigen würden, fügt Sickert hinzu: "Aufgrund ihrer Größe und ihres Gewichts legen die Yaks mit ihren Hufen den Rohboden des Waldes frei. Dadurch entstehen vegetationslose Stellen, die besonders für einige Insektenarten und Reptilien, zum Beispiel für Zauneidechsen wichtig und wertvoll sind." Spaziergänger müssten aber keine Angst haben, dem Yak in freier Wildbahn zu begegnen. Vorerst bewalden sie nur in abgezäunten Territorien, so Sickert.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 24. Juni.

Steitz, Melanie

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