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Lokales Sieg für „Licht und Luft“
Leipzig Lokales Sieg für „Licht und Luft“
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21:27 28.07.2015
Bauzustand der Dachkonstruktionen der Längsbahnsteighallen im März 1911. Quelle: Stadtgeschichtliches Museum
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Leipzig

„Licht und Luft“ schlägt „Wahrheit, Klarheit, Licht“ - nach dem 1906 durch die Staatsregierungen von Sachsen und Preußen ausgeschriebenen nationalen Wettbewerb für den Entwurf eines Empfangsgebäudes für den neuen Hauptbahnhof wurde letztlich der von William Lossow (1852- 1914) und Max Hans Kühne (1874-1942) aus Dresden eingebrachte Entwurf umgesetzt. Jürgen Kröger (1856-1928) aus Berlin, der vor allem als Kirchenbaumeister bekannt wurde, blieb lediglich der Ruhm des ersten Preises.

Insgesamt hatten sich 76 Architekten beteiligt. Die allgemeine Anordnung und die Größe des Empfangsgebäudes war den Bewerbern vorgeschrieben worden. Jahre zuvor hatte es nach langem Ringen endlich eine Einigung auf einen Kopfbahnhof am Georgiring auf dem Gelände des Thüringer, Magdeburger, Dresdner und Berliner Bahnhofs gegeben (die LVZ berichtete). Zudem war für jede der beiden Seiten ein Hauptgüterbahnhof vorgesehen. 1902 waren die Verträge zwischen den beiden Eisenbahnverwaltungen sowie der Stadt Leipzig und der Reichspostverwaltung unterzeichnet worden.

Der nun auf den Weg gebrachte Bau eines großen Hauptbahnhofs krönte die Bemühungen der beiden Leipziger Eisenbahn-Pioniere Friedrich List (1789-1846) und Gustav Harkort (1795-1865), die sich maßgeblich für die Schaffung eines deutschen Eisenbahn-Netzes im allgemeinen und der ersten Strecke zwischen Leipzig und Dresden engagierten.

Dass sich letztlich der Entwurf von Lossow und Kühne - die übrigens auch das Astoria-Hotel genau gegenüber entwarfen - durchsetzen konnte, lag laut Jury unter anderem daran, dass er eine vorzügliche Licht- und Luftzuführung präsentiert und für die notwendigen Diensträume einen guten Zugang ermöglicht. Ebenso überzeugte offenbar die monumentale Gestaltung der Eingangshallen. Nachbessern mussten die beiden Dresdner aber bei der Größe der beiden Wartesäle, der Erreichbarkeit des Fürstenzimmers in der Osthalle vom Bahnsteig aus und der Gestaltung der beiden Seitenausgänge.

Nicht verwirklicht wurde indes die Idee von zwei hohen Türmen über den beiden Eingangshallen. Grund: fehlendes Geld. Doch nicht nur hierbei knirschte es. Rudolf Bitzan (1872-1938), der im Büro von Lossow und Kühne arbeitete, später die evangelische Kreuzkirche in Görlitz entwarf und sich schon vor dem eigentlichen Bau mit beiden überwarf, sah sich als eigentlichen Schöpfer des Entwurfs und bestritt die Beteiligung seiner beiden Chefs an den Planungen. Bitzans Beitrag zum Leipziger Hauptbahnhof ist aber bis heute strittig.

Der umfassende Bahnhofsneubau, in bis dahin in Europa nicht gekannten Ausmaßen, erforderte natürlich im Vorfeld eine Menge Vorarbeit. So wurden in einem ersten Bauabschnitt von 1902 bis 1907 entsprechende Rangierbahnhöfe, Stellwerke, Abstellmöglichkeiten sowie erforderliche Anlagen für die Lok- und Wagenunterhaltung geschaffen.

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