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Siemens plant Werksschließungen in Leipzig und Görlitz

Kritik von der Kommune Siemens plant Werksschließungen in Leipzig und Görlitz

Der Elektrokonzern Siemens plant in der Kraftwerkssparte die Schließung seiner Werke Leipzig und Görlitz mit zusammen rund 920 Arbeitsplätzen. Das teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Aus Leipzig kam prompt scharfe Kritik.

Mitarbeiter und Unterstützer demonstrieren am 16.11.2017 gegen die Schließung des Siemens-Standortes in der Gießerstraße in Leipzig.

Quelle: André Kempner

München - . Der Elektrokonzern Siemens plant in der schwächelnden Kraftwerkssparte die Schließung seiner Werke im sächsischen Görlitz und in Leipzig mit zusammen rund 920 Arbeitsplätzen. Dies teilte das Unternehmen am Donnerstag in München mit. Weltweit sollen 6900 Arbeitsplätze abgebaut werden, davon etwa die Hälfte in Deutschland.

In Leipzig-Plagwitz hatten Mitarbeiter bereits am Mittwoch für ihren Standort demonstriert. Auch am Donnerstag gingen die Siemens-Mitarbeiter für den Erhalt ihrer Jobs im Werk auf die Straße. Michael Schimansky, Amtsleiter Wirtschaftsförderung der Stadt Leipzig, kritisierte am Donnerstagnachmittag die Entscheidung von Siemens scharf.

Stadt kritisiert Siemens-Entscheidung

„Das ist aus unserer Sicht ein wirtschaftlich unsinniges und politisch verheerendes Signal von Siemens“, sagte Schimansky. „Gerade im Osten und in Sachsen, wo Milliarden von Euro Subventionen kassiert wurden, werden bedenkenlos und knallhart hochwertige Industriearbeitsplätze gestrichen, ohne mit den Standorten über tragfähige Fortführungskonzepte zu sprechen“, bedauerte er.

Auch wenn die Entscheidung vielleicht das Ende von Siemens in Plagwitz bedeute, sei das jedoch nicht das Ende des Verdichter- und Anlagenbaus am Standort, so Schimansky weiter. „Wir stehen hinter der Belegschaft und unterstützen sie nicht nur politisch in Ihrem Kampf um die Erhaltung des Standortes.“

Im Vorfeld hatte Oberbürgermeister Jung in einem Schreiben an Kanzlerin Angela Merkel (CDU) um Unterstützung geworben. „Wir bitten Sie um Unterstützung beim Erhalt dieses Standortes“, schreibt Jung. Trotz der grundsätzlich positiven Entwicklung der Stadt habe man nach wie vor „mit gravierenden Strukturschwächen“ zu tun. Das Plagwitzer Werk sei strukturprägend, leistungsfähig, gesund und innovativ, verfüge über hochqualifizierte Mitarbeiter. Das Unternehmen blicke am Standort auf eine 120-jährige Tradition. „Weder eine Schließung des Werkes noch den Abbau industrieller Arbeitsplätze werden wir widerspruchslos akzeptieren“, so Jung.

Weitere Standorte betroffen

Durch die geplante Zusammenlegung des in Erlangen und Offenbach angesiedelten Lösungsgeschäfts der Kraftwerkssparte dürfte auch der Standort Offenbach mit rund 700 Beschäftigten vor dem Aus stehen. Für ein Werk in Erfurt prüft Siemens zudem mehrere Optionen, darunter auch einen Verkauf. Die Maßnahmen sollten möglichst sozialverträglich gestaltet werden, erklärte Siemens.

IG Metall kündigt Widerstand an

Schon seit längerem wird Siemens in der Kraftwerkssparte mit weltweit rund 46 800 Beschäftigten vor allem seine großen Gasturbinen in Deutschland und Europa nicht mehr los. Das sorgt für Preisverfall und Überkapazitäten. Das Geschäftsfeld Prozessindustrie und Antriebe mit zuletzt rund 44 800 Mitarbeitern weltweit bietet etwa Getriebe, Motoren, Antriebe und Kupplungen für die Öl-, Gas- und Bergbauindustrie an. Es ist damit auch stark von den Rohstoffpreisen abhängig. In beiden Sparten hatte Konzernchef Joe Kaeser bereits Jobs gekappt.

Schon vor Bekanntgabe der Kürzungspläne hatte die Siemens-Führung auch betriebsbedingte Kündigungen nicht ausgeschlossen. Die IG Metall sieht darin einen Bruch der bei Siemens geltenden Vereinbarung zur Standort- und Beschäftigungssicherung. Sie hatte deshalb massiven Widerstand gegen die Pläne angekündigt.

Von dpa / lyn / bm

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