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Lokales Signuu nutzt alte Technik des Gravierens für neue coole Lifestyleprodukte
Leipzig Lokales Signuu nutzt alte Technik des Gravierens für neue coole Lifestyleprodukte
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10:00 21.10.2015
EIn Schwibbogen mit Leipziger Stadtsilhouette, auch das macht Sebastian Helmund möglich. Quelle: Wolfgang Zeyen
Leipzig

Geschenkartikel durch einen Gruß oder ein Foto zu etwas ganz Persönlichem machen, sie emotional wertvoll machen – das ist die Geschäftsidee von Sebastian Helmund. Seine Firma heißt Signuu, ausgesprochen „Sign you“, auf Deutsch „Signiere dich ein“. Der 32-Jährige hat 2011, gleich nach dem Anschluss an sein BWL-Studium in Leipzig, die Firma eröffnet - damals noch unter einem anderen Namen und mit einem Partner, der inzwischen nicht mehr an Bord ist.

Die Idee für personalisierte Geschenke ist dem Jungunternehmer gekommen, als er seiner damaligen Freundin eine individuelle Kameratasche anfertigte, die er besticken und verzieren ließ. Zuerst war der Plan, sich mit seinem Startup auf Handy- und Laptoptaschen zu konzentrieren. Doch dann stieß Helmund auf die Lasertechnik. „Eine Wundermaschine“, lacht der 32-Jährige, die ein viel breiteres Spektrum ermögliche. „Der Vorstellungskraft sind keine Grenzen gesetzt. Mit einer relativ alten Applikationsmethode, der Gravur, wollen wir junge frische Lifestyleprodukte bieten.“ Nahezu alles kann graviert werden: Turnschuhe und Taschenuhren, Schmuck und Steine, Glücksbringer und Gläser, Lederbeutel, Gitarren, Babynuckelflaschen, Holztafeln, Flachmänner, Schwerter, Äxte, Notizhefte, Kaffeebecher. „Nur Kerzen gehen nicht“, so Helmund. Er fährt mit seiner Firma mehrgleisig: Zum einen hat er ein Laden in der Jahnallee, zum zweiten ein Onlineshop mit einem ausgefeilten Konfigurator. Zum dritten geht er mit einer mobilen Lasergravurmaschine auf Liveevents. Auf der Berlin Fashion Week haben die Signuu-Leute für S.Oliver live graviert, auf der Internationalen Automobilausstellung in Frankfurt für Skoda. Auch Porsche Design oder die Tabakfirma Philipp Morris gehören zu den Kunden.

Bisher hat Sebastian Helmund rund 150 000 Euro in seine Firma gesteckt. Für das erste Jahr konnte er ein Stipendium in Anspruch nehmen. Seine Lasergravurmaschine (65 000 Euro) hat er über einen Kredit finanziert. Schon nach einem Jahr stand die Firma finanziell auf eigenen Beinen; es konnten zwei weitere Maschinen angeschafft werden. Aktuell hat Helmund drei Mitarbeiter.

Der gebürtige Thüringer ist froh darüber, dass seine Firma auch Schwierigkeiten wie Gesellschafterwechsel oder Liquiditätsprobleme – zum Beispiel bei der Vorfinanzierung von größeren Aufträgen – überlebt hat. „Im Moment arbeiten wir schwer daran, unser Konzept als Franchisesystem auszubauen“, schildert er die kommenden Entwicklungsschritte. In den nächsten Jahren sollen Signuu-Stores in Österreich, der Schweiz und weiteren europäischen Ländern auf Franchisebasis eröffnet werden.

„Gründen ist super, man lernt extrem viel und sollte einfach mal seine Ideen ausprobieren“, sagt Sebastian Helmund. Ohne zu verschweigen, dass es auch anstrengend ist: So besitzt er kein Auto, sondern fährt Fahrrad. Viel Gehalt zahlt er sich nicht aus, sondern steckt das Verdiente in die Weiterentwicklung der Firma. „Aber ich war es ja vom Studium gewohnt, mit relativ wenig Geld auszukommen.“ Die private Partnerschaft ist auf der Stecke geblieben, und Urlaub hat sich der Gründer nur ein einziges Mal gegönnt: vier Tage am Stück, ein verlängertes Wochenende. Selbst ein Zehn-Stunden-Tag ist für ihn derzeit ein Traum. „Aber es macht Spaß. Das ist mein erstes richtiges Unternehmen, das möchte ich richtig groß machen.“

Signuu beteiligt sich an der ersten Startup-Safary am 21./22. Oktober, wenn Leipziger Gründer ihre Türen zum Kennenlernen und Erfahrungsaustausch öffnen (www.signuu.com).

Von Kerstin Decker

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