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Lokales Sind Lößnigs Hochhäuser vor Feuer sicher?
Leipzig Lokales Sind Lößnigs Hochhäuser vor Feuer sicher?
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00:20 27.07.2017
Wohnhaus in der Hans-Marchwitza-Straße 28. Quelle: Foto: André Kempner
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Leipzig

Seit dem verheerenden Hochhausbrand in London hat Gert Schlegel (71) ein ungutes Gefühl. „Wir wohnen in einem der Elfgeschosser in Lößnig, unsere Wohnung ist im zehnten Stockwerk.“ Das Gebäude in der Hans-Marchwitza-Straße 28 sei vor Jahren saniert worden. Dabei kamen auch Dämmstoffe zum Einsatz, von dem niemand im Haus wisse, ob sie brennbar sind oder nicht. Er frage sich, was passiert, wenn unter seiner Wohnung einmal ein Feuer ausbrechen sollte: „Wie kommen wir dann aus dem Haus heraus?“, will Schlegel wissen. Fluchtmöglichkeiten etwa in Form von Außenleitern oder Rettungsschläuchen existierten nicht. Der Fahrstuhl – im Brandfall ohnehin nicht nutzbar – sei schon in normalen Zeiten ständig kaputt. Das spreche nicht gerade dafür, dass in dem Haus alles tipptopp in Ordnung ist.

„Die Vorschriften für den Brandschutz sind in Deutschland sehr streng und selbstverständlich für die LWB bindend“, beruhigt die Sprecherin der Leipziger Wohnungs- und Baugesellschaft (LWB), Samira Sachse.

Allerdings hatte im Juni der Brand im Grenfell Tower in der britischen Hauptstadt mit mehr als 80 Toten bereits an mehreren Orten in Deutschland durchaus Konsequenzen. Wie berichtet, wurde in Wuppertal ein Wohnhochhaus vorsorglich evakuiert; das Brockenhotel musste aus Brandschutzgründen teilweise gesperrt werden. Bis morgen soll ein Rettungsplan vorgelegt werden, um eine drohende Komplettschließung des Hotels auf dem Harzgipfel zu verhindern.

Das Wohnhochhaus in der Hans-Marchwitza-Straße sei im Jahr 2006 „nach einem behördlich abgestimmten Brandschutzkonzept saniert“ worden, berichtet Sachse. „Dabei wurden an der Fassade nicht brennbare Materialien – Mineralwolle – eingesetzt und eine Feuerwehrumfahrung errichtet.“ Diese ermögliche es der Feuerwehr, das Gebäude komplett zu umfahren und bis zur elften Etage alle Stockwerke mit der Drehleiter zu erreichen. „Dies ist der zweite Rettungsweg“, erläutert die LWB-Sprecherin. Als erster Rettungsweg gilt das Treppenhaus, das im Falle eines Feuers durch eine „Rauch-Wärme-Abzugsanlage“ rauchfrei gehalten werde.

Ansonsten verfüge das Wohnhaus noch über eine Brandmeldeanlage, „die mit den im gesamten Gebäude installierten Brandmeldern verbunden ist“. Diese nehme ein Feuer sofort wahr und melde es an das Bosch Service Center, von wo aus im Ernstfall die Feuerwehr informiert werde. Außerdem kann die Feuerwehr mittels einer installierten Durchsage-Einheit mit den Mietern kommunizieren und Anweisungen erteilen. Es gibt ferner eine Sicherheitsstromversorgung, eine Sicherheitsbeleuchtungsanlage und eine Trocken-Feuerlöschleitung, die im Bedarfsfall befüllt wird, sodass die Feuerwehr in jeder Etage ihren Löschschlauch anschließen kann. Brandschutzklappen in der Lüftungskanälen würden zudem eine Rauchausbreitung verhindern. Und Brandschutztüren, die von der Meldeanlage angesteuert werden, können ganze Gebäudeteile abriegeln, damit sich ein Brand nicht weiter ausbreitet. Die komplette Technik werde, so LWB-Sprecherin Sachse, „entsprechend den gesetzlichen Bestimmungen und technischen Regeln gewartet und regelmäßig durch den TÜV geprüft“. Der Hausmeister führe jeden Monat eine Sichtprüfung der Anlagen auf optische Unversehrtheit durch und ein technischer Controller nimmt jährlich eine Brandschutzbegehung vor.

Eine LVZ-Anfrage vom vergangenen Montag an die Brandschutzbehörde der Stadt zur Sicherheit der Lößniger Wohnhochhäuser blieb trotz zwischenzeitlicher Nachfrage bis gestern unbeantwortet.

Von Klaus Staeubert

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