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Lokales „Sitztest“ bei den LVB: Leipziger entscheiden über neue Sitzmodelle in der Straßenbahn
Leipzig Lokales „Sitztest“ bei den LVB: Leipziger entscheiden über neue Sitzmodelle in der Straßenbahn
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14:24 31.08.2012
Die Sitztestbahn der LVB fährt in den nächsten Monaten im Regelverkehr durch Leipzig. Quelle: Dirk Knofe
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Leipzig

In einer speziellen Leoliner-Bahn, die im Linienbetrieb unterwegs ist, finden sich vier verschiedene Sitztypen sowie die Sitze der derzeitigen Generation. Die Fahrgäste dürfen während der Fahrt entscheiden, welches Modell ihr „Leipzigs next Topsitz“ ist.

„Nach vielen Befragungen und Kundenbeschwerden kommt für uns nun der Zeitpunkt, an dem wir neue Sitzmodelle im Regelbetrieb testen wollen“, sagte Ronald Juhrs, LVB-Geschäftsführer Technik und Betrieb bei der Vorstellung der Testbahn am Freitag. Die Empfindlichkeit und damit einhergehende schwierige und kostenintensive Reinigung der Textilsitze gaben den Anlass für eine Ausschreibung zu neuen Sitzmodellen. Nach einer Vorauswahl werden nun vier neue Modelle mit jeweils drei bis sechs Plätzen getestet, die alle aus unproblematischen Materialien bestehen. Zwei Sitze sind aus Holz, zwei aus Kunststoff. Dies sei außerdem viel hygienischer, so Juhrs.

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Hygiene, Sicherheit, Komfort, Umweltfreundlichkeit und Haltbarkeit sind einige der Faktoren, auf die die Sitze nun intensiv getestet werden. Alle Erfahrungen bei der Reinigung, Verschleißerscheinungen, Beschädigungen und nötige Reparaturen werden erfasst. Unter Einbeziehung des Abstimmungsergebnisses der Testsitzer fällt dann eine Entscheidung für einen Sitz, der ab Mitte 2013 in den Fahrzeugen eingebaut wird. Dieser Einbau soll im Rahmen der alle acht Jahre durchgeführten Hauptuntersuchung stattfinden, bei der ohnehin alle Sitze komplett ausgetauscht werden. Über die Gesamtkosten eines Sitzumbaus könne man noch keine konkrete Angabe machen, so ein LVB-Sprecher.

In den nächsten Monaten ist die Meinung der Kunden gefragt: „Auf welchen Sitz fahren Sie ab?!“, heißt es auf einem Flyer, welcher den Fahrgästen beim Einstieg in die umgebaute Bahn von zwei Mitarbeitern des Serviceteams der LVB gereicht wird. Darauf finden sich zahlreiche Informationen zu allen Sitztypen und eine Abstimmkarte, die es nach ausgiebigem Sitzen auszufüllen gilt.

Auf dem Fragebogen kann der Fahrgast seinen Favoriten angeben, für alle Pilotmodelle Schulnoten vergeben und weitere Angaben zu Geschlecht, Geburtsjahr und genutzter Fahrkarte machen. Auch für den alten Sitz mit Textilbezug kann gestimmt werden. Wer weiteren Mitteilungsbedarf zur Sitzwahl hat, kann sich außerdem über einen ausführlicheren Internetfragebogen äußern.

Zunächst fährt die von außen gut erkennbare Testbahn im Regelbetrieb auf der Linie 7. Sie wird bis zum 28. Februar nächsten Jahres ihren Probelauf fortsetzen und in dieser Zeit auf allen Linien der Stadt im Wechsel verkehren.

Die vier Sitzmodelle im LVZ-Online-Kurztest:

Sitz A

besteht aus einem glänzenden Kunststoff in Grau und Blau. Seine durchgängige Schalenform sorgt für stabilen Halt beim Sitzen. Die Lehne ist leicht nach hinten geneigt, man sitzt bequem. In der Form ist er schmal, doch die aufgereihten Sitzbänke wackeln spürbar, wenn sich der Nebenmann bewegt.

Sitz B

ist aus gepresstem und somit besonders stabilen Holz. Durch die blaue Lasierung ist die Maserung sichtbar. Seine Sitzfläche ist flach und breit, Rillen sollen für eine angenehme Luftzirkulation sorgen. Die Sitzfläche ist leicht abschüssig, wodurch man ins Rutschen kommen kann.

Sitz C

entspricht in Form und Sitzerlebnis etwa den derzeitigen Sitzen. Er ist ebenso schmal geformt, besteht aber aus Holz. Durch die Ähnlichkeit ist ein Wechsel zu diesem Modell weniger aufwändig.

Sitz D

besitzt eine durchgängige Sitz- und Rückenfläche aus blauem Kunststoff. Er ist schlicht gehalten, die Sitzfläche ist breit. Praktisch sind die sehr guten Reinigungseigenschaften des Materials, doch durch die sehr geringe Neigung der Lehne leidet der Komfort.

Amelie Middelberg

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