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Smart City: Leipzig baut WLAN aus – rund 70 HotSpots in der Innenstadt

Flächendeckend und kostenfrei Smart City: Leipzig baut WLAN aus – rund 70 HotSpots in der Innenstadt

Leipzig zündet die nächste Stufe auf dem Weg zur „Smart City“: Das öffentliche WLAN wird in diesem Jahr erheblich ausgebaut. Eine Schlüsselrolle hat dabei das Haltestellen-Netz der Verkehrsbetriebe.

Kostenlos surfen auf dem Marktplatz: Die HTWK Studentinnen v.l. Maria Thers Ebersoldt (19), Friedericke Eichenberg (25) und Anna Fromhage (20) probieren es aus.

Quelle: Dirk Knofe

Leipzig. Leipzig baut das öffentliche WLAN aus. Das derzeit 37 Hotspots umfassende Netz in der Innenstadt soll noch in diesem Jahr verdichtet, die Zahl der Hotspots nahezu verdoppelt werden. Danach werden sternförmig die Magistralen über das Haltestellennetz der Leipziger Verkehrsbetriebe ausgestattet. Langfristiges Ziel ist eine stadtweite Community für das „Leipziger-WLAN“, „das flächendeckend, selbstwachsend und kostenfrei sein soll“, sagt Norbert Menke, Geschäftsführer der Leipziger Stadtholding gegenüber LVZ.de

Die Leipziger Gruppe, in der unter dem Dach der Stadtholding die Wasserwerke, Verkehrsbetriebe und Stadtwerke vereint sind, handelt federführend im Auftrag der Kommune. Wirtschaftsbürgermeister Uwe Albrecht (CDU) sagte auf Anfrage, Digitalisierung sei ein Schlüsselthema für die Stadt der Zukunft. Eine gute digitale Infrastruktur betrachte die die Stadt als wichtigen Beitrag für eine positive Wirtschaftsentwicklung und die Steigerung von Lebensqualität.

3000 Nutzer pro Tag

Mit dem örtlichen Betreiber HL Komm schiebt die Holding ab sofort die zweite Ausbauphase für das Gratis-Angebot an. Wie ein Spinnennetz soll es in den nächsten Jahren vom Zentrum in die Außenbezirke wachsen. Seit dem offiziellen Start zum Weihnachtsmarkt wählten sich durchschnittlich pro Tag rund 3000 verschiedene Nutzer ins WLAN unter dem Namen „Leipziger“ ein. „Das hätten wir nicht so erwartet“, sagt der für Zukunftsthemen wie Smart City zuständige Bereichsleiter Christoph Hansel.

Bisher können die Leipziger und Gäste die Leistungsfähigkeit des Netzes auf dem Markt, Nikolaikirchhof, Augustusplatz und an den Haltestellen des City-Rings testen. Wer sich erstmals einwählt, wird auf eine Seite der HL Komm geleitet und bestätigt, dass keine verbotenen Inhalte geladen werden. Danach ist das Gerät mit dem „Leipziger-WLAN“ verbunden, frei Surfen kann man ohne Zeitbeschränkung. „Die Leute nutzen das gern für größere Datenmengen“, sagt Michael Pilz, Technik-Experte der Verkehrsbetriebe im „Leipziger-WLAN“-Projekt.

In der City gibt es bereits HotSpots des „Leipziger“-WLANs, der Standort Dittrichring wird vorbereitet

In der City gibt es bereits HotSpots des „Leipziger“-WLANs, der Standort Dittrichring wird vorbereitet.

Quelle: Leipziger Gruppe

Leistungsfähig bei Großveranstaltungen

Die Auswertung der Testphase zeigt: Mehr als die Hälfte der Nutzer loggten sich ein, um über die drahtlose Verbindung ins Internet Videos anzuschauen. Zu den Top-Zielen gehörten auch das soziale Netzwerk Facebook, sowie der Musik- und App-Dienst i-Tunes und weitere Webseiten. Damit bewegten die Nutzer ein Datenvolumen von rund 25 Terabyte. Das entspricht in etwa 25 Millionen Megabyte (MB). Zum Vergleich: Ein Handyfoto braucht je nach Kamera durchschnittlich fünf MB Speicherplatz.

Technisch bildet das Glasfaserkabelnetz der HL Komm das Rückgrat des geplanten WLAN. Verbindungsknoten an Gebäuden, in Stromkästen oder an den Straßenbahnhaltestellen ermöglichen die drahtlose Weitergabe des Signals. Eine gute Perfomance ist für die Projektleiter das A und O des WLAN-Ausbaus, denn das Netz soll auch den Ansturm von Großveranstaltungen überstehen. Gerade wenn Selfies und Whatsapp-Nachrichten im Sekundentakt versandt werden, geraten Funknetze an ihre Grenze. „Silvester ist ein Paradebeispiel“, sagte Pilz.

Mit dem „Leipziger-WLAN“ will die Stadt nun einen Sprung in Richtung „Smart City“ machen. Dafür braucht die Stadtholding starke, im Zweifel auch finanzkräftige Unterstützer. Die Universität, die Leipziger Messe, die Leipziger Tourismus- und Marketing GmbH oder RB Leipzig gehören zu den Wunschpartnern, heißt es auf Nachfrage. Nach Vorstellung der Planer könnten Studenten künftig auf dem Augustusplatz am Tablet-PC ihrer Vorlesung folgen, Fußballfans im oder am Stadion kostenlos surfen, mit Freunden in Verbindung bleiben oder spezielle Inhalte auf ihr Mobilgerät ausgespielt bekommen. Bis zum virtuellen Klassik-Konzert im Park sei vieles denkbar. Konkretes Interesse an dem Mobil-Service für ihre Kunden haben derzeit die Oper und das Schauspiel.

20.000 Euro für das freie Netz

Rund 20.000 Euro hat die Installation des freien Netzes innerhalb des Rings bisher gekostet, so die Leipziger Gruppe. Die Höhe der weiteren Investitionen sei schwer abzuschätzen. Die Verantwortlichen lassen durchblicken, dass mit dem Thema kaum Geld zu verdienen sei – aber auch keine Millionenbeträge fließen. „Niemand muss deshalb mehr für das Straßenbahn-Ticket bezahlen“, sagt Hansel. Ob Fördermittel des Landes eingesammelt werden können, werde geprüft. Der Freistaat hat das Programm „Digitale Offensive Sachsen“ aufgelegt für den Breitbandausbau und die Einrichtung von WLAN-Hotspots an touristisch relevanten Punkten.

In Leipzig wolle man vor allem etwas für die Leipziger tun, betonen die Verantwortlichen. Deshalb setze man auch auf ein partnerschaftliches Modell, bei dem das kleine Café um die Ecke ebenso eingebunden werden kann wie andere Betreiber punktueller WLAN-Netze. Wie das technisch und vertraglich aussehen kann, sei aber noch in der Entwicklung. „Wir stehen ganz am Anfang“, sagt Hansel. „Es geht um mehr Lebensqualität in einer wachsenden Stadt.“

Kontakt für potenzielle Partner: Leipziger-WLAN@L.de

Von Evelyn ter Vehn

Leipzig 51.3396955 12.3730747
Leipzig
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