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So sehen Johanna-und Clara-Zetkin-Park in Zukunft aus

So sehen Johanna-und Clara-Zetkin-Park in Zukunft aus

Mindestens eine Million Besucher pro Jahr zählen der Johanna- und der benachbarte Clara-Zetkin-Park. Es werden immer mehr, so dass Schäden drastisch zunehmen.

Mit einem neuen Konzept will die Stadt Leipzig ihren "Centralpark" nun langfristig sichern.

Wegesystem: Hier sind die Probleme am größten. Durch die Besuchermassen mehren sich Konflikte zwischen Versorgungsverkehr, Radfahrern und Fußgängern, weiß Inge Kunath, Chefin im Amt für Stadtgrün und Gewässer. Treppenstufen seien defekt, Trampelpfade entstanden. Auf den offiziellen Routen gefährden abstehende Kanaldeckel oder Pfützenmulden die Verkehrssicherheit. Nun sollen einige wilde Wege legalisiert, andere durch Hecken, Zäune oder Fahrradbügel verriegelt werden - damit dahinter wieder Grün sprießt. Wenn der Kreisel an der Anton-Bruckner-Allee fertig ist, kann sich Kunath "gut vorstellen", dort die Einfahrt für Autos ganz zu verbieten, zudem eigene Ferntrassen für Radfahrer auszuweisen. 2014 wird die Edvard-Grieg-Allee saniert, die Verbindung zwischen den Parks so verbessert.

Gewässer: Der Johannaparkteich wird 2014 entschlammt, eine Holzbogenbrücke erneuert. Auch die 2007 demontierte Fontäne kehrt zurück, um die Wasserqualität zu verbessern. Im Inselteich des Claraparks führen Müll, Vögelfütterung und Laubeintrag bislang ebenfalls oft zu einem Fischsterben - dem kann aber erst 2016 abgeholfen werden. Die kaputten Ufer des Bassins in der Bruckner-allee stehen erst nach 2020 im Plan.

Bänke: Derzeit 284 Sitzbänke müssen reichen, sie sollen aber im Typ vereinheitlicht werden, dabei historische Rundbänke an Bäumen zurückkehren.

Müll: Um den Unrat auf den Wiesen zu verringern, kommen zu den 93 Papierkörben noch 46 vogelsichere Metallbehälter hinzu. Im Sommer bleibt es vorerst bei zehn zusätzlichen Großcontainern, obwohl die nicht recht zum Bild der denkmalgeschützten Parkanlagen passen. Das Rathaus will durch Info-Angebote im Internet oder per Leipzig-App mehr Verständnis für die Pflege der zum Großteil im 19. Jahrhundert gestalteten Flächen wecken. Da der Stadtordnungsdienst nur von Mai bis September täglich, auch dann aber nur bis 21 Uhr kontrolliert, soll ein privater Sicherheitsdienst hinzukommen. Vorbild ist ein Modell im Landschaftspark Cospuden. Die Kommune müsste jedoch erst eine klare Grünanlagen-Satzung beschließen, um Müllfrevler bestrafen zu können.

Gaststätten: Mit den Betreibern vom Spielplatz-Kiosk am Rennbahnweg sowie der Parkbühne laufen Verhandlungen, um die Pachtverträge in langfristige Erbbaurechte umzuwandeln. Im Gegenzug müssen sie Schwamm- und Wasserschäden am Kiosk beheben beziehungsweise ein Sanierungskonzept für die Parkbühne auf eigene Kosten umsetzen. Die lauten Sonderveranstaltungen werden auf 18 pro Jahr begrenzt, was dem heutigen Niveau entspricht. Davon sind zehn Konzerte für die Parkbühne reserviert (bis 22 Uhr). Auch die Galopprenntage im Scheibenholz zählen mit. Der Betreiber vom Musikpavillon baut noch eine öffentliche Toilettenanlage, um sein Gaststätten-WC zu entlasten und ein Problem des Parks zu beheben. Die Zahl der Fahrradbügel an Glashaus, Musikpavillon und Spielplatz-Kiosk wird erhöht. Mit AOK-Zentrum und Pferderennbahn gibt es jetzt 438 Gaststätten- sowie 845 Freisitzplätze in den Parks. Ambulant versorgen vier Eiswagen, je ein Kaffeefahrrad, Obststand und der Verkaufswagen am Rennbahnweg (Bratwurst, Schmalzgebäck). Dies gilt als genug.

Spielplätze: Nach wiederholten Flutschäden wird der Staudengarten samt Kleinstkinder-Spielplatz (nahe Rennbahnweg) 2014 mit Hilfe von Fördermitteln von der tiefsten Stelle des Claraparks an einen höheren Ort verlegt.

Sport: Eine veränderte Rasenmahd soll dazu führen, dass Fußballer nicht mehr im historischen Johannapark kicken, sondern auf neuen Bolzwiesen auf der anderen Seite der Edvard-Grieg-Allee. Ballspiel-Verbote gibt es nicht.

Debatte: Im Februar starten Gespräche zum neuen Konzept mit Betreibern, Stadtreinigung, Polizei, im März Bürgerforen. "Wir haben den Auftrag, um jedes Zipfelchen Grün zu kämpfen - trotz steigenden Nutzungsdrucks", sagt Umweltbürgermeister Heiko Rosenthal (Linke). "Denn auch spätere Generationen sollen dort Erholung finden."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 02.01.2014
Rometsch Jens

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