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Lokales So soll Leipzigs neuer Busbahnhof aussehen
Leipzig Lokales So soll Leipzigs neuer Busbahnhof aussehen
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21:52 14.03.2018
Der erstplatzierte Entwurf für den neuen Busbahnhof und zwei Hotels an der Ostseite des Leipziger Hauptbahnhofs. Quelle: Gerber Architekten GmbH, Dortmund
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Leipzig

 Nun ist es raus, wie Leipzigs zentraler Busbahnhof aussehen soll. Die Stadt hat am Montag im Neuen Rathaus eine Ausstellung eröffnet, in der die Ergebnisse eines internationalen Architekten-Wettbewerbs vorstellt werden. Der Siegerentwurf stammt vom Büro Gerber Architekten GmbH aus Dortmund, welches in Leipzig bereits den Konzertsaal im Hof der Musikhochschule errichtet hatte.

In der Fassadengestaltung orientiere sich die jetzige Arbeit stark am Hauptbahnhof, ohne mit dieser Schienen-Kathedrale konkurrieren zu wollen, lobte der Jury-Vorsitzende Professor Karl-Heinz Schmitz (Bauhaus-Universität Weimar). „Dem Sieger ist eine sehr elegante, charaktervolle Fassade gelungen, die sich neben der Ostseite des Hauptbahnhofs sogar noch ein Stück zurücknimmt“, sagte Schmitz. „Das Preisgericht hat die Entwürfe bevorzugt, die das geometrische Problem des dreieckigen Grundstücks gelöst haben, indem sie sich dem gebogenen Verlauf der Brandenburger Straße verweigerten. Sonst würde das geometrische Problem nur in die Mitte verlagert.“ Den drei Preisträgern (auf Platz 2 kam das Büro Schulz & Schulz aus Leipzig, auf Platz 3 Porr Design & Engineering GmbH aus Wien) sei die Lösung jeweils ausgezeichnet gelungen.

Flanier Plaza, Parkhaus und zwei Hotels geplant

Der Siegerentwurf sieht am Ostausgang des Hauptbahnhofs einen gestalteten Platz vor, an dessen Nordseite ein Ramada-Hotel (vier Sterne) entsteht. Es wird über 200 Zimmer, Restaurant, Konferenz-Räume im ersten Obergeschoss, eigene Auto-Vorfahrt sowie einen Spa-Bereich unter dem Dach verfügen. Nördlich an das Ramada-Gebäude wird noch ein H2-Hotel (zwei Sterne) mit 300 Zimmern andocken.

Hinter dem ganzen Hotel-Ensemble sind dann eine „Flanier Plaza“ mit Bäumen und kleinen Läden sowie ein großes Parkhaus mit 550 Stellplätzen (davon 150 für Bahn-Mitarbeiter sowie 400 öffentlich) geplant. Mit der matt-durchsichtigen Fassade, durch welche die Autos im Inneren auch von außen erkennbar sein sollten, zeigte sich die Jury aber noch nicht zufrieden. Diesen Punkt sollen Gerber Architekten nun nochmals überarbeiten und im kommenden Frühjahr dem Leipziger Gestaltungsforum für Architektur vorstellen, erläuterte Ingo Seidemann, Geschäftsführer der S&G Development GmbH aus Leipzig. Gemeinsam mit einem Stuttgarter Investor verwirklicht S&G das ganze Vorhaben im Umfang von etwa 60 Millionen Euro. Der Baustart ist für Herbst nächsten Jahres angekündigt, die Eröffnung für Ende 2017 oder im ersten Halbjahr 2018.

Der zweitplatzierte Entwurf von Schulz & Schulz aus Leipzig. Quelle: Schulz & Schulz Architekten GmbH, Leipzig

Fernbus-Terminal soll Haltestelle Goethestraße ablösen

Im Erdgeschoss des Parkhauses wird auf jeden Fall Leipzigs zentraler Busbahnhof für Fern- und Reisebusse eingerichtet, fuhr Seidemann fort. Die Passagiere könnten dort an zwölf Bussteigen vor Regen geschützt bequem ein- und aussteigen, auch Service-Einrichtungen wie Ticketschalter, Imbiss und Toiletten nutzen. Betreiber des Terminals werde höchstwahrscheinlich die Deutsche Bahn AG. Zum Parken der Busse stelle diese der Stadt auch ein Grundstück nahe der Berliner Brücke (hinter dem OBI-Markt) zur Verfügung. „Das Projekt ist ein Höhepunkt unserer Unternehmensgeschichte“, sagte Seidemann. „Besonders freut mich, das die städtebaulichen Vorgaben in hoher Qualität und sehr kurzer Zeit umgesetzt wurden.“

Leipzigs Baubürgermeisterin Dorothee Dubrau (parteilos) hob hervor, dass hier mit Hilfe eines privaten Investors das Problem der unzureichenden Fernbus-Haltestellen in der Goethestraße gelöst werden könne. Auch sei es wegweisend und angemessen gewesen, für ein Vorhaben dieser Dimension nicht nur einen Fassaden-Wettbewerb, sondern einen internationalen Architektur-Wettbewerb mit 13 Büros durchzuführen. Das gute Ergebnis spreche dabei für sich.

Von Jens Rometsch

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