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Lokales So unterschiedlich sind Leipzigs Ortsteile
Leipzig Lokales So unterschiedlich sind Leipzigs Ortsteile
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09:42 16.03.2019
Die Menschen in Volkmarsdorf verdienen weniger als Menschen in anderen Stadtteilen, müssen aber viel davon für die Miete ausgeben (Archivbild). Quelle: André Kempner
Leipzig

Jünger, größer, vielfältiger: Leipzig verändert sich. Das erläutert ein 350 Seiten starkes Dokument zu den Ortsteilen, das am Freitag im Neuen Rathaus vorgestellt wurde. In dem Katalog hält das Amt für Statistik und Wahlen alle zwei Jahre alles fest, was sich in Zahlen und Daten über die zehn Stadtbezirke und die 63 Ortsteile Leipzigs erfassen lässt.

„Das Durchschnittsalter ist in den vergangenen zwei Jahren auf 42,4 Jahre gesunken“, erklärte Amtsleiter Peter Dütthorn. Außerdem wuchs der Anteil von Menschen mit einer Hauptwohnung in der Messestadt zwischen 2016 und 2017 um mehr als 10.000 Menschen. Dütthorn glaubt, dass die Stadt in der zweiten Hälfte des Jahres 2019 die 600.000-Einwohner-Marke knacken könnte.

Grünau-Siedlung am ältesten, Lindenau am jüngsten

Die Zahlen zeigen auch, dass die verschiedenen Ortsteile sehr heterogen sind. Während die Lindenauer im Durchschnitt nur 34,4 Jahre alt sind, bildet die Einwohnerschaft von Grünau-Siedlung mit durchschnittlich 54 Jahren den ältesten Ortsteil.

Die meisten Kinder, nämlich 400, wurden im Jahr 2017 in der Südvorstadt geboren, die wenigsten in den Ortsteilen Zentrum und Baalsdorf mit jeweils zehn. Mit den meisten Pkw bezogen auf 1000 Einwohner hingegen können die Bewohner von Plaußig-Portitz aufwarten (574), während die Volkmarsdorfer wohl eher auf andere Verkehrsmittel setzen (154 zugelassene Pkw).

Besonders hoch ist die Mietbelastung in Volkmarsdorf

Große Unterschiede gibt es auch bei der Mietbelastung. Beispielsweise sind die Warmmieten im Ortsteil Volkmarsdorf im Schnitt mit 7,14 Euro pro Quadratmeter günstiger als anderswo. Allerdings liegt das Haushaltsnettoeinkommen mit 1284 Euro weit unter Leipzigs Durchschnittsnettoeinkommen.

Folglich geben die Volkmarsdorfer etwa 38 Prozent ihres Haushaltsnettoeinkommen für die Miete aus. Besser haben es da die Menschen im Zentrum-Nordwest. Obwohl ihre Mieten mehr als 1,50 Euro überm Schnitt liegen, wenden sie nur 29 Prozent des Haushaltsnettoeinkommens dafür auf. Hier haben Haushalte im Schnitt 2376 Euro pro Monat zur Verfügung.

Hohes Haushaltseinkommen in Wiederitzsch, Lützschena -Stahmeln und Knautkleeberg-Knauthain

Über ein besonders hohes Haushaltseinkommen verfügen die Einwohner von Baalsdorf mit durchschnittlich 3319 Euro. Auch in Wiederitzsch, Lützschen-Stahmeln und Knautkleeberg-Knauthain stand den Haushalten verhältnismäßig viel Geld zur Verfügung.

Weniger Einkommen verzeichneten dagegen die Haushalte in Grünau-Ost, Plagwitz oder Anger-Crottendorf. Im Zentrum-Südost standen Haushalten im Schnitt nur 1193 Euro pro Monat zur Verfügung.

Menschen, die in Zentrumsnähe wohnen, scheinen zufriedener zu sein

Auch über die Zufriedenheit der Leipziger trifft der Katalog Aussagen: Auf einer Skala von 1 (sehr zufrieden) bis 5 (sehr unzufrieden) sollten Menschen bei der Kommunalen Bürgerumfrage 2017 ihre Lebensgefühl beschreiben.

Offensichtlich sind Menschen, die nahe am Stadtzentrum wohnen, in Vierteln wie Schleußig, Plagwitz und dem Zentrum-Ost dabei zufriedener als diejenigen, die Bezirke am Rande Leipzigs bewohnen. Die Bewohner von Liebertwolkwitz, Seehausen oder Lausen-Grünau schätzten ihre eigene Zufriedenheit und ihre Zukunftsaussichten jedenfalls als geringer ein.

Von Pia Siemer

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