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So will Leipzig der Wirtschaft Elektroautos schmackhaft machen

Mehr Ladesäulen als E-Autos So will Leipzig der Wirtschaft Elektroautos schmackhaft machen

In Leipzig werden nicht nur E-Autos gebaut. Die Stadt verfügt auch über das dichteste Netz an Stromtankstellen in Sachsen. Jetzt muss der Funke nur noch auf die Leipziger überspringen. Die Kommune will jedenfalls schon mal die Wirtschaft für die Stromer begeistern. Sie fördert den Testbetrieb mit bis zu 1050 Euro aus ihrem Mittelstandsprogramm.

Viele der aus dem Leipziger BMW-Werk montierten Fahrzeuge vom Typ i3 sind mittlerweile auf Leipzigs Straßen zu sehen.
 

Quelle: André Kempner

Leipzig. Für Leipzig ist Elektromobilität von ganz besonderer Bedeutung: Denn hier werden nicht nur E-Autos gebaut und in alle Welt verkauft. Die Stadt verfügt mittlerweile auch über das dichteste Netz an Stromtankstellen in Sachsen; es gibt sogar mehr Ladepunkte als zugelassene E-Fahrzeuge. Jetzt muss der Funke nur noch auf die Leipziger überspringen. Die Kommune will jedenfalls schon mal die Wirtschaft für die Stromer begeistern.

Noch ist bei vielen die Hemmschwelle einfach zu groß, den Einstieg in die elektrische, leise und Kohlendioxid-freie Mobilität zu wagen und sich ein E-Auto anzuschaffen. Deshalb fördert die Stadt aus ihrem Mittelstandsprogramm Unternehmer, die den Einsatz eines Elektrofahrzeuges im betrieblichen Alltag erst einmal ausgiebig testen wollen. Das Angebot richtet sich an kleine Unternehmen, für die man im Rathaus aufgrund der geringen Kosten im laufenden Betrieb ein besonders großes Potenzial sieht. Sie können für maximal drei Monate von einem Anbieter ein E-Fahrzeug mieten und 70 Prozent des Mietpreises von der Kommune zurückholen. Begrenzt ist die Förderung auf 350 Euro pro Monat, also 1050 Euro für ein Vierteljahr.

Bis vor einem Monat lag der Zuschuss bei 50 Prozent. Er wurde aufgestockt, sagte Thomas Lingk, Abteilungsleiter Standortentwicklung, Marketing, Energie, Umwelt und Elektromobilität im Wirtschaftsdezernat, „mit dem Ziel, das Testen von E-Fahrzeugen attraktiver zu gestalten, da wir uns in der Markthochlaufphase befinden und ein sichtbares Zeichen auf den Straßen setzen wollen.“

Mittlerweile gab es sechs Förderanträge, von denen bereits fünf positiv beschieden wurden. „Ein Antrag befindet sich noch im Verfahren“, so Lingk weiter.

Das Mittelstandsprogramm, aus dem auch andere Maßnahmen wie zum Beispiel die Erschließung neuer Märkte, Innovationen in Unternehmen oder Gründungsideen von Meistern unterstützt werden, verfügt aktuell über ein Jahresbudget von 600.000 Euro. Die Förderung der E-Wagen-Tests ist zunächst bis zum 31. Dezember dieses Jahres befristet. „Eine Verlängerung wird geprüft“, erklärte Lingk. „Im November wird über die Maßnahmen des Mittelstandsförderprogramms für das kommende Jahr entschieden.“

In Leipzig gibt es derzeit 160 öffentliche Ladepunkte. Seit zwei Wochen ist es zudem möglich, in der Mozartstraße an vier Laternen Autobatterien aufzuladen. Wie berichtet, hatte der Stadtkonzern LVV gemeinsam mit Wissenschaftlern der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur (HTWK) eine technische Lösung gefunden, wie sich Straßenlaternen in die Ladeinfrastruktur integrieren lassen (die LVZ berichtete). „Das ist nicht schlecht für den Bestand an Fahrzeugen“, sagte Christoph von Radowitz vom Bundesverband E-Mobilität.

142 Elektroautos sind nach Angaben des Kraftfahrtbundesamtes in Leipzig zugelassen (Stand: 1. Januar 2016). Zum Vergleich: Im gesamten Freistaat Sachsen waren es zu dem Zeitpunkt 735 Fahrzeuge; auf die Stadt Dresden kamen 146, auf Zwickau 107, auf Chemnitz 58 Stromer.

Auch wenn die Mittelstandsförderung bei der Positionierung der E-Mobilität nur ein kleiner Baustein ist, so ist Radowitz doch voll des Lobes für die städtische Initiative. „Denn wir dürfen nicht nur über Elektromobilität reden, sondern müssen den Menschen die Gelegenheit geben, sie auszuprobieren“, sagte er.

Mit einer Kaufprämie von 4000 Euro versucht bereits die Bundesregierung, den Umstieg auf E-Fahrzeuge zu erleichtern. Radowitz sieht die Stromer gerade in der Stadt als eine durchaus praktikable Alternative zum Verbrennungsmotor. „75 Prozent der privaten Wege“, sagte er, „lassen sich mit den heute zur Verfügung stehenden Elektrofahrzeugen und den noch begrenzten Reichweiten gut bewältigen.“ Denn die meisten Leute pendeln nur zwischen Wohnung und Arbeitsplatz.

Informationen zur Beantragung der Förderung des Test eines Elektrofahrzeugs im betrieblichen Alltag gibt es beim Amt für Wirtschaftsförderung im Neuen Rathaus. Telefon 123-5885, Email: wirtschaft@leipzig.de

Von Klaus Staeubert

Leipzig 51.339695 12.373075
Leipzig
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