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Lokales Sogar im ältesten Leipziger Gebäude stecken Spuren der Völkerschlacht
Leipzig Lokales Sogar im ältesten Leipziger Gebäude stecken Spuren der Völkerschlacht
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22:46 09.09.2018
Im Völkerschlachtdenkmal sprach Denkmalpfleger Peter Leonhardt (links).
Leipzig

Wer weiß, welches das älteste Bauwerk in Leipzig ist? Um es zu finden, muss man ganz weit nach Osten fahren, nahe dem Theklaer Bagger in die Neutzscher Straße abbiegen und dann einen schmalen Weg finden. Er führt steil einen Hügel hinauf. Oben angekommen, glaubt man nicht mehr, in Leipzig zu sein – eher in der Provence. Von üppigem Grün gesäumt steht dort die Kirche Hohen-Thekla.

Besonders viele Kirchen geöffnet

Außer zu den Gottesdiensten ist das etwa 1000 Jahre alte Bauwerk nur einmal im Jahr geöffnet: Am Tag des offenen Denkmals, der am Sonntag zum 26. Mal begangen wurde. Mit rund 8000 Besichtigungsobjekten bundesweit ist es mittlerweile die größte Kulturveranstaltung in Deutschland, hatte Peter Leonhardt vom Leipziger Amt für Bauordnung und Denkmalpflege bereits zur Eröffnung um 10 Uhr in der Krypta des Völkerschlachtdenkmals erklärt. „Stadtweit gibt es heute 77 Veranstaltungen. Mit mehr als 20 gehören diesmal besonders viele Kirchen dazu. Dafür sind wir den vielen, engagierten Gemeindemitgliedern sehr dankbar.“

Mit der Kirche Hohen-Thekla öffnete das älteste Bauwerk Leipzigs. Quelle: Jens Rometsch

Das aktuelle Motto „Entdecken, was uns verbindet“ verweise nicht nur auf das Europäische Kulturerbejahr 2018. Es passe erst recht zu Leipzig. Denn wenn es darum gehe, gemeinsame Wurzeln und Kulturleistungen in den Fokus zu nehmen, habe die Messestadt viel zu bieten, so der Fachmann. Das zeige sich auch an der Geschichte des Völkerschlachtdenkmals. „Es ist ein Wunder, dass dieses Bauwerk jetzt komplett saniert ist. Dass dies als europäisches Projekt geschafft wurde, wenn man bedenkt, wie die Stimmung vor 20 Jahren zu diesem Denkmal war.“

Völkerschlachtdenkmal ab Frühjahr komplett

Tatsächlich wimmelte es an diesem Sonntag von Besuchern in und an dem Monument, darunter viele internationale Gäste, auch Sportteams von Treppenläufern. Der See davor ist schon wieder mit Wasser gefüllt. Im Frühjahr 2019 sollen die Eingangsbauwerke am See als letztes Puzzlestück fertig werden, so Leonhardt.

Ursprung des Mariannenparks

Die Völkerschlacht von 1813 hat überall in Leipzig Spuren hinterlassen. Zum Beispiel wurden damals das Dorf Schönefeld samt Rittergut und Kirche zerstört, das Gotteshaus in einem anderen Stil später neu erbaut, erzählte Volker Heiland in der Zeumerstraße. Er gehört zur evangelisch-lutherischen Matthäuskirchgemeinde, die Neugierige auf das Nachbargrundstück bat. Dort betreut sie seit zehn Jahren eine riesige Grabpyramide aus Lausitzer Granit. Im Jahr 1900 war Clara Hedwig von Eberstein als letze Angehörige der Gutsbesitzerfamilie (die aus der Schweiz und Großbritannien stammte) gemäß ihrer testatmentarischen Wünsche dort beigesetzt worden. Auf die von ihr begründete Stiftung – die sie nach ihrer Mutter Marianne benannte – geht unter anderem der Mariannenpark zurück. Die Gemeinde suche nach Hinweisen, wie der Eingang zur Grabpyramide ursprünglich mal aussah – dieser solle dann wieder nachgebildet werden, berichtete Heiland.

Drei französische Kanonenkugeln

Im Kirchturmputz des ältesten Leipziger Gebäudes erinnern drei – erst später eingemauerte, französische Kanonenkugeln – an die Völkerschlacht. Auch die Kirche Hohen-Thekla gehört zur Matthäuskirchgemeinde, erklärte bei einer Führung Yvonne Grimmer. „Unsere dritte Kirche in Mockau wird gerade saniert. Wir hoffen, sie dann im nächsten Jahr zum Denkmalstag vorstellen zu können.“

Von Jens Rometsch

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