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Lokales Solardächer sind eine Gefahr für die Feuerwehr
Leipzig Lokales Solardächer sind eine Gefahr für die Feuerwehr
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14:09 07.09.2010
Quelle: André Kempner
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Leipzig

"Durch beschädigte Kabel können die Kameraden einen Stromschlag bekommen", so Schneider.

Bisher sei im Einsatz noch nichts passiert, aber so lange will er nicht warten. "In der Arbeitsgemeinschaft der Leiter der Berufsfeuerwehren in Deutschland setzen wir uns dafür ein, dass die Kabel künftig mit einer feuerfesten Ummantelung ausgestattet werden", sagte Schneider. Und das gehe nur über ein Gesetz. "Bei den bisherigen Regelungen hat man die Gefahren der hitzebeständigen Kabel übersehen."

Auch die Stadtratsfraktion der Linken beschäftigt sich mit dem Thema und stellte eine Anfrage an Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD). Darin will sie wissen, ob es bereits Zwischenfälle mit Solaranlagen in Leipzig gab. Seine Antwort steht noch aus. Bundesweite Erfahrungen bei Bränden von Dachstühlen mit Solaranlagen zeigen, dass die Feuerwehren dazu übergehen, solche Dächer kontrolliert abbrennen zu lassen.

Schneider stellt klar, dass die Feuerwehr nichts gegen diese neue Technik habe. Dennoch müsse auch an die Sicherheit der Brandbekämpfer gedacht werden. "Brennt ein normales Kabel durch, kommt der Schutzschalter und der Strom ist unterbrochen. Das ist bei den Kabeln der Solaranlage nicht so", erklärt Schneider. Bernd-Jürgen Vorath, Wissenschaftlicher Beirat des Instituts Privater Bauherren, weiß auch um die Gefahr. „Bis zu 400 Volt liefern die zusammengeschalteten Zellen der Module. Alles über 42 Volt ist aber tödlich für den Menschen.“ Das Institut will als gemeinnütziger Verein auf dem Gebiet des Bauwesens zu einer engeren Verzahnung von Wissenschaft und Praxis beitragen.

Mit der Gefahr hat sich die Feuerwehr mittlerweile arrangiert. Im Zuge des Genehmigungsverfahrens für eine solche Anlage ist die Brandschutzbehörde einbezogen und hält in einer Liste fest, auf welchem Haus eine Solaranlage steht. Somit kann es vor Ort nicht zu einer unliebsamen Überraschung kommen.

Auch in der Ausbildung werden die Photovoltaikanlagen berücksichtigt. "Es gibt zwar keinen Ausbildungsabschnitt, aber im Bereich der Gefahren an der Einsatzstelle wird den Auszubildenden auch beigebracht, wie sie sich auf einem Dach mit einer Anlage zu verhalten haben", schildert Schneider.

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