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Lokales Soll der Lindenauer Markt für den Autoverkehr gesperrt werden?
Leipzig Lokales Soll der Lindenauer Markt für den Autoverkehr gesperrt werden?
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00:32 24.08.2015
Markttreiben und Straßenbahnen – auf dem Lindenauer Markt wird der Raum knapp. Deshalb wird jetzt über Einschränkungen für Autofahrer diskutiert. Quelle: André Kempner
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Leipzig

Die Arbeiten an einem Verkehrskonzept für Alt-Lindenau werden konkret: Am 26. August wird sich der Stadtbezirksbeirat Alt-West ab 17.30 Uhr im Rathaus Leutzsch treffen und Vorschläge zusammentragen. Die Stadtverwaltung will das Konzept für Alt-Lindenau erstellen, weil der jüngst im Rat verabschiedete Stadtentwicklungsplan Verkehr und öffentlicher Raum den Lindenauer Markt und die angrenzenden Areale als besonderen „Brennpunkt“ eingestuft hat, der einer intensiveren Planung bedarf. Die Sitzung des Beirates ist öffentlich.

Die Bündnisgrünen Beiratsmitglieder Kerstin Dittrich und Volker Holzendorf haben bereits zahlreiche Themen fixiert, die sie in den nächsten Wochen mit den Verkehrsexperten der Stadt diskutieren wollen. Ihnen geht es unter anderem darum, ob der Lindenauer Markt ganz oder teilweise für den Autoverkehr gesperrt werden sollte und wie dann dort der Radverkehr geführt werden sollte. Um den zunehmenden Parkdruck im Viertel zu lindern, wollen beide wissen, inwieweit die Stadt Verhandlungen mit den Eigentümern privater Parkflächen wie dem Kaufland, dem Westbad und dem Parkhaus in der Gemeindeamtsstraße führt, damit diese Parkflächen öffentlich zur Verfügung gestellt werden können. Auch Flächen für mögliche Quartiersgaragen, eine Parkraumbewirtschaftung rund um den Lindenauer Markt beziehungsweise in ganz Alt-Lindenau sollen diskutiert werden.

Darüber hinaus loten die Grünen weitere Tempo-30-Zonen aus. Ins Gespräch gebracht werden dafür die Angerstraße, Erich-Köhn-Straße, Hebelstraße, Holteistraße, die William-Zipperer-Straße zwischen Demmeringstraße und der Kreuzung Erich-Köhn-Straße sowie die Friesestraße.

Um die Schulwegsicherheit in der Friesenstraße zu erhöhen, wird eine Verengung des Straßenquerschnitts angeregt, zum Beispiel durch das Anordnen von beidseitigem Querparken. Ähnliches soll auch für den Abschnitt der Rietschelstraße zwischen Erich-Köhn-Straße und Friesenstraße geprüft werden, heißt es in dem Papier der Grünen. Untersucht werden soll auch, ob an der Haltestelle Straßenbahnhof Angerbrücke die sehr breite Fahrbahn durch Markierung eines Radschutzstreifens optisch verengt werden kann. „Es ist bekannt, dass bei breiten Straßen höhere Geschwindigkeiten gefahren werden“, begründet Beiratsmitglied Volker Holzendorf den Vorstoß.

Ein großes Thema im neuen Verkehrskonzept für Alt-Lindenau dürfte auch die Anbindung des neuen RB-Trainingsgeländes werden. Die Beiräte wollen in diesem Zusammenhang unter anderem von der Stadtverwaltung wissen, ob es Pläne zum Ausbau der Kreuzung Capastraße/Lützner Straße/Jahnallee gibt und eine Anbindung dieser Kreuzung an den Cottaweg geprüft worden ist. In diesem Zusammenhang wird auch Auskunft darüber erbeten, ob die Stadt den stadtauswärtigen Verkehr mit überregionalen Zielen über die Straße Am Sportforum beziehungsweise den Cottaweg auf die Hans-Driesch-Straße leiten will und dafür an der Kreuzung Cottaweg/Hans-Driesch-Straße eine neue Lichtsignalanlage plant.

Die Nahverkehrsanbindung in Alt-Lindenau wird ebenfalls hinterfragt. „Die LVB haben bereits mehrfach über die hohen Fahrgastzahlen auf der Straßenbahnlinie 7 berichtet“, sagt Beirätin Kerstin Dittrich. „Im Berufsverkehr fährt die Linie bereits in einem 7,5-Minuten-Takt. Aber durch den weiteren Zuzug, zum Beispiel ins Brunnenviertel, werden noch mehr Fahrgäste mit der 7 fahren.“ Sie will deshalb wissen, ob Stadt und LVB über eine Verstärkerlinie nachdenken. Wenn dies nicht der Fall sein sollte will sie wissen, warum dies nicht geschieht.

Im Verkehrs- und Tiefbauamt der Stadt dämpft Amtsleiter Michael Jana zu hohe Erwartungen. „Unser Amt wird an der Beiratssitzung am 26. August teilnehmen“, sagte er auf LVZ-Anfrage. „Wir haben auch schon mit der Erarbeitung eines Verkehrskonzepts für Alt-Lindenau begonnen. Aber es ist zu früh für definitive Aussagen.“ Es lägen noch keine diskutierbaren Ergebnisse vor und zurzeit sei auch noch nicht absehbar, wann das Verkehrskonzept für den Brennpunkt Alt-Lindenau fertig sein wird. „Aber es ist wichtig, dass im Stadtteil bereits über die Verkehrsthemen beraten wird, die den Lindenauern wichtig sind“, so Jana. Diese würden als Diskussionsgrundlage und Anregungen in die Erarbeitung des Konzeptes einfließen.

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